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Tipps für den Garten: So hilft man Pflanzen bei Gluthitze

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Von: Nina Scholle

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Richtig gießen in der Sommerzeit: Henning Dahlmeier weiß, wie es geht.
Richtig gießen in der Sommerzeit: Henning Dahlmeier weiß, wie es geht. © Nina Scholle

 In den nächsten Tagen soll es heiß werden: da stöhnen nicht nur Mensch und Tier, auch Pflanzen haben unter der Hitze und vor allem mit der einhergehenden Trockenheit zu kämpfen. Was aber kann man tun, damit die Hecke nicht braun wird, die Büsche ihre Blätter nicht verlieren und die Blumen nicht eingehen?

Herscheid - Die Antwort ist prinzipiell natürlich ganz simpel: gießen. „Wenn man schöne Blumen haben will, muss man gießen“, sagt Hennig Dahlmeier von der gleichnamigen Gärtnerei in Hüinghausen.

Er muss es wissen, denn die Gärtnerei Dahlmeier existiert bereits seit 1929 und versorgt ihre Kunden seitdem fachkompetent mit Balkon- und Beet- sowie Garten- und Zimmerpflanzen.

Also einfach die Gießkanne voll machen und „Gib ihm!“? Ganz so willkürlich sollte es dann doch nicht sein.

Henning Dahlmeier rät, Pflanzen am Abend zu gießen: so haben die Pflanzen die ganze Nacht Zeit, um das Wasser aufzunehmen. Am frühen Morgen ginge es prinzipiell auch, nur sei die Zeitspanne bis zur Mittagshitze dann geringer. Auf keinen Fall sollte man tagsüber gießen, wenn die Sonne mit voller Kraft scheint. Denn bleiben Wassertropfen an den Blättern hängen, wirken diese wie kleine Brenngläser – die Pflanzen werden förmlich verbrannt. Generell sollte es vermieden werden, über die Blätter zu gießen.

Doch auch an heißen Tagen ist es nicht zwingend nötig, den kompletten Garten täglich zu wässern. Die einzelnen Pflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche. Je größer und älter eine Pflanze sei, desto weniger müsse sie gegossen werden, erklärt Dahlmeier. Eine kleine, junge Pflanze habe ein entsprechend kleines Wurzelgeflecht und könne sich weniger gut versorgen. Die im Frühjahr eingepflanzten Blumen haben es also nötiger, gegossen zu werden, als die Hecke, die seit 20 Jahren steht. Beim Gießen völlig außen vor lassen sollte man sie aber auch wieder nicht: „Überleben tun sie’s, aber schöner sind sie, wenn sie mal einen Schluck Wasser kriegen“, sagt der Fachmann.

Ähnlich verhält es sich mit Bäumen: Bäume, die im Frühjahr oder vergangenes Jahr eingepflanzt worden sind, sollten ein bis zweimal die Woche gegossen werden. Für sie gilt: lieber einmal richtig wässern und dann ein paar Tage warten. So hat das Wasser die Chance, die Wurzeln zu erreichen, ohne zuvor zu verdunsten.

Bei den Bäumen, die im Garten stehen, sei das Problem ohnehin geringer, so Dahlmeier. Anders sieht es bei Pflanzen in Innenstädten aus, wo der Boden größtenteils versiegelt ist. Hier sei es sinnvoll, wenn die Stadt unterstützen würde, rät Dahlmeier.

Im Übrigen glaubt er, dass die meisten Gartenbesitzer ihre Pflanzen kennen: sie wissen, wie gut oder schlecht beispielsweise ein Baum den letzten heißen Sommer verkraftet hat und reagieren entsprechend.

Eine Besonderheit im heimischen Garten stellt die Lebensbaumhecke da: sie mag es gleichmäßig feucht und verkraftet längere Trockenperioden weniger gut, als andere Gartenpflanzen. „Wenn man sieht, dass die Wasser gebraucht hätte, ist es zu spät“, weiß Dahlmeier zu berichten. Andere Pflanzen gieße man, und dann erholen sie sich wieder – nicht so der Lebensbaum.

Ein Tipp: Möglichst abends zur Gießkanne greifen.
Ein Tipp: Möglichst abends zur Gießkanne greifen. © Nina Scholle

Wenn Hitze und Trockenheit den Pflanzen auch enorm zusetzen, einen Vorteil hat das Wetter dann doch: es gibt weniger Schnecken, die sich an den Pflanzen zu schaffen machen.

Die Welt ist im Wandel: die Klimakrise beschert uns zunehmend heißere und trockenere Sommermonate, der Ukrainekrieg treibt die Preise in die Höhe.

„Alles wird teurer“, das gelte auch für Blumen, bestätigt Henning Dahlmeier. Gestiegene Transportkosten und Gasknappheit sind dabei nur zwei Aspekte.

Einige Produzenten haben aufgegeben, so dass weniger Ware auf dem Markt vorhanden ist, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt. Dabei bewegen sich die Preise für Schnittblumen aus der Region noch im Rahmen, obwohl sie im Frühjahr im Vergleich zum vorherigen Jahr schon im Preis gestiegen sind. Von einem weiteren Preisanstieg ist aber auszugehen, prognostiziert Dahlmeier. „Das geht alles in eine Richtung“, so der Fachmann.

Obwohl, laut Dahlmeier, im Frühjahr durchaus Ware stehen geblieben sei: ein Luxusgut seien Blumen bisher noch nicht. Tatsächlich ist es während der Coronazeit relativ gut gelaufen, weil viele Menschen ihre Gärten aufgehübscht haben.

Wie es weitergehen wird, vermag Dahlmeier jedoch nicht zu sagen. Viel hängt von Dingen ab, die er nicht beeinflussen kann, zum Beispiel: wird er im Winter überhaupt noch Gas geliefert bekommen? „Wir können nur abwarten“, sagt Dahlmeier und hofft auf das Beste.

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