Endspurt auf der Großbaustelle

Bildungszentrum Rahlenberg soll in zwei Monaten fertig sein – klappt das?

Der Haupteingang der Grundschule wird über eine Rampe und somit barrierefrei erreichbar sein.
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Der Haupteingang der Grundschule wird über eine Rampe und somit barrierefrei erreichbar sein.

Der Wettlauf mit der Zeit biegt ab auf die Zielgerade: Am 17. August enden die Sommerferien. Spätestens dann müssen die Klassenräume des Bildungszentrums Rahlenberg für Herscheids neue Grundschule nutzbar sein. Etwas mehr als zwei Monate bleiben noch, um die Großbaustelle für den Unterricht vorzubereiten.

Herscheid - Die Zeit drängt, so viel steht fest. Doch in Reihen der Verwaltung gibt man sich optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass es klappt“, sagt Fachbereichsleiterin Sabine Plate-Ernst. Sie leitete am Montag die Besichtigung des Schul- und Kulturausschusses und nahm in der anschließenden Sitzung im Bürgersaal Stellung zu den wichtigsten Fragen rund um Herscheids größtes Bauprojekt.

Aula und Eingang

Die Baugerüste um das Gebäude sind größtenteils abgebaut. Im Bereich des neuen Haupteingangs (gegenüber der Turnhalle) entstehen zurzeit ein Treppen- sowie ein barrierefreier Aufgang. Während am Eingang Beton dominiert, kommt die Rampe im Inneren des Gebäudes wesentlich lebendiger daher. Dort finden sich die Farben der Naturparkschule.

Über die Rampe erreicht man die Aula. Dort stehen nicht nur neue Stühle (200 schwarze und 20 rote, um Akzente zu setzen) bereit. Auch die Bühnentechnik ist installiert. „Für unsere Kulturveranstaltung optimal“, kommentierte Sabine Plate-Ernst. Den Gang in die benachbarte Mensa und die darüber befindlichen Lehrerzimmer und Schulbüros verkneifen sich die Ausschuss-Mitglieder; auch in diesen Bereichen des Neubaus sind die Arbeiten weit vorangeschritten.

Klassenräume

Anders gestaltet sich die Situation im Altbau: Die einstigen Unterrichtsräume der Hauptschule werden modernisiert. Auch hier hat sich in den letzten Wochen und Monaten einiges getan. Unzählige Kabel und Leitungen sind hinter Abdeckungen verschwunden, die Fenster sind erneuert, die neuen Raumaufteilungen erkennbar. So entsteht zwischen zwei Klassenräumen immer ein großer Differenzierungsbereich, in dem gezielt mit kleineren Schülergruppen gearbeitet werden kann. Damit die Lehrer die Übersicht bewahren, sind viele Scheiben eingebaut worden.

„Jetzt kann man sich schon vorstellen, wie die Klassenräume einmal aussehen werden“, erzählt Sabine Plate-Ernst, als sie auf die Aufhängungen hinweist, an denen später die digitalen Tafeln befestigt werden. Doch bis diese installiert werden, dürfte es noch ein Weilchen dauern: Verputzen, das Verlegen von Fußböden, Streichen – die Handwerker haben noch allerhand zu erledigen.

Sabine Plate-Ernst zeigt einen Differenzierungsbereich, der zwischen zwei Klassenräumen entsteht.

So geht es weiter

Eine Grundreinigung ist für Ende Juni, Anfang Juli geplant. Danach sollen die nackten Räume mit Leben gefüllt werden. Die Lehrer der Grundschulen Herscheid und Hüinghausen haben bereits damit begonnen, die ersten Umzugskartons zu befüllen. Die Mitarbeiter des Bauhofs sollen dann in der ersten Woche der Sommerferien den Transport von Möbeln und Kartons aufnehmen.

Allgemeine Lieferschwierigkeiten verzögern den abschließenden Einbau der Technik, beispielsweise die flächendeckende Versorgung mit kabellosem Internet (WLan) im Gebäude. „Normalerweise wird alles klappen“, zeigt sich Sabine Plate-Ernst auch in diesem Punkt optimistisch. Einen Schritt weiter sei man hingegen bei anderer Installationstechnik, so ist für die nächste Woche die Abnahme der Brandmeldeanlage geplant. Rauchmelder seien nicht nur in den Fluren angebracht, sondern – wegen der Vielzahl der verlegten Leitungen – auch in den Decken.

Außenbereich

Noch gänzlich unberührt ist indes das zukünftige Pausengelände. Dieses ist seitlich neben dem einstigen Hauptschulgebäude vorgesehen, also angrenzend an die Kleinsportanlage; dort lagern zurzeit noch Arbeitsmaterialien und Schutt. Eine Verbindung zum jetzigen Schulhofgelände unterhalb der Herscheider Grundschule sei nicht vorgesehen, betonte Bürgermeister Uwe Schmalenbach. Er erinnerte daran, dass zum Abschluss des dritten Bauabschnittes der Gesamtmaßnahme der Rückbau der alten Grundschule geplant sei.

„Wie die Pausen im Übergang gestaltet werden, das muss die Schule entscheiden“, sagte Schmalenbach. Für den Herbst sei vorgesehen, dass die Gemeinde die Grundschüler zu einer Beteiligungswerkstatt einlade. Dabei sollen die Kinder die Möglichkeit haben, auf die Gestaltung des neuen Pausenhofs Einfluss zu nehmen.

Öffentlichkeitsinformation

Um die Eltern der kommenden Erstklässler über den Schulstart und die Klassenaufteilung zu informieren, sei der Bürgersaal des Rathauses für zwei Veranstaltungen Ende Juni reserviert. Heike Zilinski, Leiterin der beiden Grundschulen, bat um Verständnis für die Verzögerung dieser Termine, die unter anderem wegen Corona nicht eher realisierbar gewesen seien.

Die Pandemie habe auch verhindert, die Bevölkerung intensiver an der Bauphase teilhaben zu lassen, bedauerte der Bürgermeister. Umso wichtiger sei es, einen offiziellen Startschuss geben zu können: „Sang- und klanglos in den Betrieb überzugehen, das wäre schon schade.“ Sofern es pandemisch machbar und zulässig sei, wolle die Gemeinde der Öffentlichkeit zumindest einen Teilbereich der neuen Grundschule zeigen. Dies sei jedoch erst kurz vor Schulstart möglich, betonte Schmalenbach.

Erfolgreiche Probefahrt: Dieser Bus der MVG konnte passgenau auf dem Wendebereich vor dem Haupteingang des Bildungszentrums Rahlenberg wenden.

Bustransfer

Zu einem Schultestfahrt hatten sich bereits am Montagmorgen Mitglieder der Gemeindeverwaltung, Mitarbeiter der Firma Spies und der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) vor dem neuen Haupteingang des Bildungszentrums getroffen. Zurzeit ist dieser Bereich als Verkehrsfläche kaum zu erkennen, als Folge der intensiven Nutzung durch Baufahrzeuge und als Lagerfläche. Doch ab August, wenn der Unterricht an Herscheids neuer Grundschule startet, soll hier der Schulbus der MVG regelmäßig vorfahren und drehen. So können die Schüler direkt vor dem Haupteingang (der gegenüber der Turnhalle entsteht) aussteigen oder nach dem Unterrichtstag wieder einsteigen.

Ob diese Planungen auch in der Praxis funktionieren, das wurde am Montag getestet. Dafür war die Fläche so weit freigeräumt worden, dass der Bus rangieren konnte. Zwar wurde es eng – aber nicht zu eng. Dem Fahrer gelang direkt beim ersten Probelauf, den Bus sowohl linksherum als auch rechtsherum über die Wendefläche zu steuern, ohne dabei anzuecken. Die Erleichterung war allen Beteiligten deutlich anzumerken.

Eine Haltestelle nur für den Schulbus, nicht für Mama-Taxis

Fachbereichsleiterin Sabine Plate-Ernst erklärte, dass die Einfahrt von der Räriner Straße (Ecke Bergstraße) auf das Schulgelände in Zukunft ausschließlich vom Schulbus und von Mitarbeitern der Grundschule genutzt werden dürfe. Der Platz vor dem Haupteingang sei nicht für Privatautos von Eltern vorgesehen, die ihre Kinder bringen oder abholen wollen. Dafür reiche der Platz nicht aus: Sollten dort andere Fahrzeugen parken oder halten, hätte der Schulbus keine Chance mehr, durchzukommen. Entsprechende Absperrungen und Schilder sollen die Verbote für die sogenannten Mama-Taxis unterstreichen, ergänzt Bürgermeister Uwe Schmalenbach. Er versprach: Bis zum Schulstart Mitte August soll eine geeignete Stelle ermittelt werden, an der Kinder gefahrenlos ein- und aussteigen können, um dann zur Schule zu gehen.

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