Was geschieht mit den leerstehenden Betriebshallen?

Zwangsversteigerung eines Gewerbegrundstücks: Bieter blitzt mit seinem Gebot ab

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Das war einst der Standort des Hammerwerks Otto Schröder. Gewerblich genutzt werden die Gebäude heute aber nicht mehr: Vor den leerstehenden Hallen hat sich eine beachtliche Anzahl an abgemeldeten Fahrzeugen angesammelt. Außerdem wird eine Betriebswohnung genutzt.

Herscheid – Zwangsversteigerung einer Herscheider Industriebrache vor dem Amtsgericht Plettenberg mit überraschendem Ausgang: Bei diesen Worten denken nicht wenige an den 21. Januar 2015, als das Presswerk unter den Hammer kam. 

Doch im Gegensatz zu der folgenreichen Verhandlung vor fünfeinhalb Jahren endete ein Termin am Mittwoch ergebnislos: Denn für das verwaiste Areal im Bereich Rosenthal konnte kein neuer Besitzer gefunden werden.

Der Ist-Zustand

Leerstehende Werkshallen und Wohngebäude, Pferdewiese, ein mit abgemeldeten Fahrzeugen übersäter Parkplatz, Grünland: Das einstmals gewerblich genutzte Grundstück direkt an der Landstraße 561 präsentiert sich zurzeit in einem wenig vorzeigbaren Zustand. Einzige Ausnahme sind die Hallen von JSS Automotive Limited, unter anderem bekannt für die Vermietung von Trikes; dieser Bereich des Geländes grenzt an das Versteigerungsobjekt, gehört aber nicht dazu. In den anderen Gewerbegebäuden ringsherum herrscht Stillstand. 

Die Vergangenheit 

Wie die Rechtspflegerin Lindt im Laufe der Zwangsversteigerung erklärte, war dies früher der Standort des Hammerwerks Otto Schröder. Laut Handelsregister ist dieser Schmiedebetrieb Ende 1998 erloschen. 

Aufgekauft wurde der Komplex von der Voss und Schröder Verwaltungs GmbH, seinerzeit ansässig in Plettenberg, die vor Gericht als letzter Besitzer Erwähnung fand. Diese hatte die Parzellen mehrfach vermietet: Speditionen, eine Dreherei, metallverarbeitendes Gewerbe, all diese Gewerke zogen im Laufe der Jahre entweder aus oder gaben ihren Betrieb auf. Zuletzt verabschiedete sich die Firma Raabe Insektenschutz vor gut zweieinhalb Jahren und wechselte zur Bahnhofstraße. 

Lediglich eine Betriebswohnung ist auf dem Gelände in Rosenthal noch vermietet und wird zurzeit auch genutzt. Alle anderen Gebäude, die zur Zwangsversteigerung standen, stehen leer.

Der letzte Mieter auf dem Gewerbegrundstück, die Firma Raabe Insektenschutz, zog vor rund zweieinhalb Jahren aus. Seither sind alle Betriebshallen ungenutzt.

 

Die Versteigerung 

Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Wertgutachten wies auf Altablagerungen hin, die bei einer weiteren gewerblichen Nutzung kein Problem darstellen sollten, so die Rechtspflegerin. Der errechnete Verkehrswert für das gesamte Grundstück beträgt 287 382 Euro. 

Mit dieser Vorgabe ging es am Mittwoch in eine halbstündige Bietzeit, in der mehrere Interessenten das Gespräch mit der Mitarbeiterin der Sparkasse suchten, die als einzige Gläubigerin auftrat. Ein Gebot gab nur eine Person ab: Ein Mann wollte das Areal für 145 000 Euro erwerben. Damit lag er nur knapp über der Fünf-Zehntel-Grenze (in diesem Fall 143 691 Euro) – alle Gebote darunter hätten von Amts wegen versagt werden müssen. 

Erfolg sollte der Bieter damit nicht haben: Nach Ablauf der Bietzeit beantragte die Sparkassen-Mitarbeiterin die einstweilige Einstellung des Verfahrens. Der Zuschlag auf das Meistgebot blieb somit aus, musste Rechtspflegerin Lindt die Zwangsversteigerung ohne Ergebnis beenden. 

Die Fortsetzung 

Und wie geht es nun weiter in Rosenthal? Gibt es keine außergerichtliche Einigung zwischen Gläubiger und einem Interessenten, wird das Verfahren innerhalb einer Frist von sechs Monaten fortgesetzt und zu einem neuerlichen Versteigerungstermin eingeladen. Mit einer zeitnahen Veränderung auf dem Gewerbegebiet ist daher nicht zu rechnen.

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