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Aus dem Ersten Weltkrieg: Zugemauerter Tunnel im MK soll geöffnet werden

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Von: Jona Wiechowski

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Der Rammbergtunnel könnte in die Strecke eingebunden werden – für Rad und Bahn.
Der Rammbergtunnel könnte in die Strecke eingebunden werden – für Rad und Bahn. © Jona Wiechowski

Erst ein Wanderweg, dann ein Radweg und als krönenden Abschluss eine Bahnstrecke von Plettenberg nach Herscheid: So können es sich SGV, ADFC, MME und Interessengemeinschaft Verträgliches Wohnen im Elsetal vorstellen. Und das Interesse für diese Vision ist ganz offensichtlich groß. Zur Wanderung kamen am Sonntag gut 80 Personen.

Herscheid - „Wir sind überwältigt“, erklärte Karsten Schäfer, der die Wanderung führte. Los ging es von der Firma Junior in Plettenberg zum MME-Haltepunkt Köbbinghauser Hammer – allerdings über den Fuß- und Radweg und nicht über die alte Bahntrasse. Die ist nämlich seit Freitag gesperrt. Der Grund dafür war Schäfer im Gespräch nicht bekannt.

Vom Köbbinghauser Hammer brachte ein Sonderzug der MME die Interessierten an den Hüinghauser Bahnhof. Von dort machten sich die Wanderer über die alte Bahntrasse auf zum 117 Meter langen Rammbergtunnel auf, der, so die Vision, ebenfalls wieder befahrbar gemacht werden könnte. „Bahn und Radweg könnten nebeneinander verlaufen“, erklärte Schäfer. Eine Ampel-Regelung solle dann verhindern, dass beide gleichzeitig im Tunnel sind. Der Rammbergtunnel war 1915 (während des Ersten Weltkriegs) in Betrieb genommen und 1969 stillgelegt worden. Anschließend wurde er zugemauert.

Karsten Schäfer vom SGV Elsetal führte am Sonntag die Wanderung.
Karsten Schäfer vom SGV Elsetal führte am Sonntag die Wanderung. © Jona Wiechowski

Geht es nach Schäfer, könnte mit relativ wenig Aufwand ein Wanderweg auf der alten Bahntrasse verwirklicht werden, mit etwas mehr der Radweg, für den es Förderprogramme gebe. Dies könnte dann wunderbar mit den Zukunftsplänen der MME verbunden werden. Die möchte ihre Strecke gut 4,8 Kilometer in Richtung Herscheid und vom Köbbinghauser Hammer noch einmal um 2,6 Kilometer in Richtung Plettenberg verlängern. Das erklärte MME-Chef Udo Feldhaus. „Wir bereiten alles vor.“ Jetzt gehe es vor allem darum, zu schauen, welche Förderprogramme genutzt werden könnten – infrage kämen welche auf Europäischer, Bundes- oder Landesebene. Um die sechs Millionen soll das Projekt kosten,

Brisanz erhält das Projekt Radweg und Bahnstrecke durch die seit Jahrzehnten geplante Elsetalentlastungsstraße. Denn es geht um die gleichen Flächen. Schäfer bezweifelte im Gespräch, dass diese Straße das Elsetal wirklich entlasten würde; da gebe es bessere Möglichkeiten. Ihm sei es wichtig, möglichst viele Menschen auf das Vorhaben aufmerksam zu machen. Die Wanderung war da ein guter Anfang.

Im Anschluss an die Wanderung versorgte die MME die Wanderer mit einem Snack. Bevor der Heimweg mit dem MME-Sonderzug in Richtung Köbbinghauser Hammer anstand, wurde noch der 15-minütige Kurzfilm des Herscheiders Carsten Engel gezeigt, der einen Eindruck vom Elsetal-Radweg vermittelt.

Gut 60 Interessierte sind bis zum Köbbinghauser Hammer gewandert und von dort mit dem MME-Sonderzug zum Hüinghauser Bahnhof gefahren. Im Anschluss kamen noch weitere Gäste.
Gut 60 Interessierte sind bis zum Köbbinghauser Hammer gewandert und von dort mit dem MME-Sonderzug zum Hüinghauser Bahnhof gefahren. Im Anschluss kamen noch weitere Gäste. © Foto: Wiechowski

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