„Das bricht uns nicht das Genick“

Zufrieden im Lockdown: Grillhaus-Betreiber ist stolz auf seine Kunden

Gyros und andere griechische Spezialitäten sind auch in der Pandemie gefragt. Grillhaus-Betreiber Georgios Gabrelas hat an Wochenenden eine annähernd normale Auftragslage.
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Gyros und andere griechische Spezialitäten sind auch in der Pandemie gefragt. Grillhaus-Betreiber Georgios Gabrelas hat an Wochenenden eine annähernd normale Auftragslage.

Corona-Verordnung und Gastronomie: Bei dieser Konstellation könnte man verärgerte und frustrierte Reaktionen erwarten. Gänzlich anders sieht die Realität zumindest im Herscheider Grillhaus aus – dort gibt es in diesen Tagen sogar erfreuliche Entwicklungen.

Herscheid - „Wir können uns nicht beschweren, es läuft gut“, sagt Georgios Gabrelas. Seine Familie eröffnete im Jahr 1981 den ersten gastronomischen Betrieb in Herscheid, seinerzeit noch mitten im Dorf. 1989 folgte der Umzug an die heutige Wirkungsstätte: Im Müggenbruch werden seit 31 Jahren überwiegend griechische Speisen angeboten.

In dieser langen Zeit habe der Familienbetrieb schon ganz andere Krise bewältigt, erzählt der Inhaber. Corona sei zwar eine schwierige Phase, vor allem aufgrund der fehlenden Planbarkeit. Doch zurzeit setze der Lockdown dem Grillhaus weniger zu als anderen Wirten. Der Außer-Haus-Verkauf laufe weiter gut, nur der Verzehr vor Ort, in den erst kurz vor Beginn der Corona-Pandemie renovierten Räumlichkeiten, ist nicht gestattet und fehlt.

Unterm Strich bedeute das zwar Einbußen, aber „das bricht uns nicht das Genick“, gibt sich Gabrelas trotz der schwierigen Zeiten unverändert optimistisch. Froh ist er, dass die Sommersaison – sicherlich auch aufgrund des guten Wetters – sehr gut verlaufen sei; in dem schmucken Biergarten an der Wiesenstraße herrschte nahezu durchgängig reger Betrieb – natürlich unter Einhaltung des Hygienekonzepts.

Nach 20 Uhr kommen fast gar keine Bestellungen mehr bei uns an.

Georgios Gabrelas, Inhaber Grillhaus

Ohnehin sei auf seine Kunden Verlass, betont Gabrelas. Viele Stammgäste bestellen zurzeit sogar häufiger als sonst, um das Grillhaus zu unterstützen. „Das freut uns natürlich riesig“, bedankt sich der Inhaber für diese so nicht erwartbare Hilfe. Dennoch bemerkt auch er ein verändertes Kundenverhalten: Wochentags sei die Nachfrage geringer, am Wochenende hingegen annähernd normal.

Zudem scheint sich die Alltagsgestaltung der Herscheider auf andere Kernzeiten verschoben zu haben – vermutlich auch, weil abendliche Zusammenkünfte nicht mehr stattfinden könne. „Nach 20 Uhr kommen fast gar keine Bestellungen mehr bei uns an“, sagt der Gastronom.

Für den von Bund und Land verlängerten Lockdown zeigt er Verständnis und hofft, dass die Maßnahmen Erfolg haben werden. Für sein Grillhaus bedeuten diese zwar Einschränkungen. Doch aufgrund der positiven Erfahrungen mit seinen Stammgästen blickt Georgios Gabrelas zuversichtlich nach vorne: Er hofft, gemeinsam mit seiner Familie weiter gut durch die Pandemie zu kommen.

Herscheider Mühle

Begeisterung will bei Ursula Alberts wegen der neuerlichen politischen Beschlüsse nicht aufkommen – ganz im Gegenteil: „Das ist schon eine traurige Entwicklung“, meint die Geschäftsführerin. Essen zum Mitnehmen rentiere sich für das alteingesessene Landhotel nicht, man habe es anfangs den Hausgästen angeboten, aber die Resonanz sei bescheiden gewesen. Daher bleibt die Küche vorerst kalt und die Familie Alberts konzentriert sich notgedrungen auf andere Dinge: Das Kühlhaus wurde ausgebaut und in den Zimmern werde gründlich geputzt. „Aber irgendwann sind auch diese Aufgaben erledigt“, sagt Ursula Alberts. Sie hofft zumindest auf die Feiertage, denn die aktuelle Verordnung sieht eine Schließung nur bis zum 20. Dezember vor: „Wir sind an Weihnachten voll ausgebucht und warten auf eine klare Aussage, ob wir öffnen dürfen.“

Hotel Zum Adler

„Wir wollen euch unterstützen“, diese Aussage hört Klaus-Dieter Führt von seinen Gästen häufig. Er und seine Familie sind sehr dankbar für die vielen treuen Besucher. Der Außer-Haus-Verkauf werde sehr gut angenommen, erzählt der Wirt, der Verständnis für die Verlängerung des Lockdowns zeigt. Zugleich betont er, dass dieser für einen völlig anderen Arbeitsalltag im Hotel Zum Adler geführt habe.

Hubertushof

Ganz unzufrieden ist Mecki Brinker nicht. Nachdem ihm Ende Oktober viele Buchungen etwa von Kegel- und Knobelclubs aufgrund der Kontaktbeschränkungen weggebrochen waren, befürchtete er für die Hauptgeschäftszeit, zu denen die Wochen vor Weihnachten zählen, das Schlimmste. Der Lockdown sei für ihn natürlich ein Einschnitt: Aber falls die beantragten Hilfsgelder wie versprochen fließen, dann wolle er nicht meckern, so der Wirt. An Wochenenden habe er eine gute Auftragslage: Insbesondere Gänsespezialitäten werden zurzeit häufig bestellt, von ihm zubereitet und geliefert.

Restaurant Vedder

Keine Glühwein-Wandergruppen, keine Herbstspaziergänger, keine Weihnachtsfeiern – in Nieder-Holte herrscht für diese Jahreszeit ungewohnte Stille. „Wir werden dieses Jahr nicht mehr öffnen“, bedauert Wirtin Caroline Vedder. Sie kümmert sich derzeit um organisatorische Dinge wie Inventurlisten. Außerdem plant sie, bereits gekaufte Lebensmittel wie haltbare H-Milch an soziale Einrichtungen zu spenden. Das festliche Schmücken der Gasträume hat sie indes eingestellt. „Normalerweise stellen wir immer drei Weihnachtsbäume auf, aber die haben wir bereits abbestellt“, bedauert Vedder. 

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