1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Zubereitung des Weihnachtsessens? Das ist Männersache! 

Erstellt:

Von: Dirk Grein

Kommentare

Fruchtiger Wintersalat, Lachskrüstchen an Kartoffelsalat, Schweinefilet im Teigmantel, Filetschnitzelchen und Festtagssalat: „Chefin“ Petra Ratter hatte für die Küchentruppe ein reichhaltiges Festtagsmenü ausgewählt.
Fruchtiger Wintersalat, Lachskrüstchen an Kartoffelsalat, Schweinefilet im Teigmantel, Filetschnitzelchen und Festtagssalat: „Chefin“ Petra Ratter hatte für die Küchentruppe ein reichhaltiges Festtagsmenü ausgewählt. © Dirk Grein

Der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind verpackt, endlich ist Heiligabend. Doch wer kümmert sich ums Essen? Hand aufs Herz: In vielen heimischen Küchen schwingen die Damen das Zepter. Doch wir wagen den Gegenbeweis und sind der Meinung: Das Weihnachtsessen ist Männersache! Zumindest haben wir es probiert.

Herscheid - Wir, das sind neun Teilnehmer des VHS-Kurses „Ran an den Herd“ – ein Angebot gezielt für Männer. In Abstimmung mit unserer „Chefin“, wie Leiterin Petra Ratter liebevoll gerufen wird, haben wir verschiedene Themenschwerpunkte gesetzt. Zum Abschluss des Jahres steht ein Festessen zu Weihnachten auf dem Wunschzettel – und zwar mit unerwartetem Pfiff.

Zunächst sei erwähnt, dass sich die Männer in der Küche des Bildungszentrums am Rahlenberg für keine Tätigkeiten zu schade waren. Kartoffeln schälen, Zwiebeln schneiden – ohne Angabe, ob dabei Tränen fließen – Salat putzen: Die Vorbereitung ist schließlich das A und O.

Aufgeteilt in mehrere Gruppen entstehen verschiedene Gerichte: Ein zunächst zärtlich massiertes Schweinefilet wird im Teigmantel eingebettet, der Wintersalat erhält durch die Zugabe von Orange eine fruchtige Note und für den Kartoffelsalat (serviert an Lachskrüstchen) werden die Erdäpfel schön klein geschnitten. Überall brutzelt und duftet es.

Die Kursteilnehmer - hier Stefan Müntefering beim fliegenden Wenden des Flädleteiges - erwiesen sich als geschickte Köche.
Die Kursteilnehmer - hier Stefan Müntefering beim fliegenden Wenden des Flädleteiges - erwiesen sich als geschickte Köche. © Dirk Grein

Bis auf den kleinen Ausrutscher beim Befüllen des Ofens mit der Schokoladentarte (Verursacher wird nicht genannt, ist dem Verfasser aber bekannt) verläuft alles nach Plan. Doch dann wird es in meiner Zwei-Mann-Gruppe hektisch: Die Flädle sind zwar gelungen, doch die Gemüsebrühe bereitet Sorge: Sie soll mit Weißwein abgelöscht werden, was wir vermutlich übertrieben haben. Konsequenz: Jetzt schmeckt sie komisch.

Also geschwind ab in die Gewürzecke und den Streuer mit weißem Inhalt gegriffen: Salz hilft ja fast immer. Doch in diesem Fall stellt sich auch nach dreimaligem kräftigem Einsatz keine Besserung ein. Da bleibt nur eins: „Chefin, schaust Du mal bitte?“

Küchenfee Petra naht mit entschlossenem Schritt, greift zum Löffel, probiert und verzieht das Gesicht. „Habt Ihr es schon mit Salz probiert?“, will sie wissen, was wir bejahen. Ihr Blick fällt auf den vor uns stehenden Streuer: „Aber doch hoffentlich nicht damit, das ist ja Vanillezucker.“ Oha, das erklärt so einiges.

Mit Hilfe der Chefin und einigen Zutaten, die eigentlich nicht auf unserer Liste stehen, retten wir, was zu retten ist. Beim gemeinsamen Verzehr steht den anderen Köchen die Überraschung ins Gesicht geschrieben: Sie ertragen die Vorspeise allerdings tapfer, einen Nachschlag verlangt jedoch niemand. Stattdessen genießen sie die restlichen Speisen unseres Festmahls.

Fazit: Ja, wir Männer können durchaus ein Weihnachtsessen zubereiten. Aber gemeinsam mit den Frauen macht das Kochen erstens mehr Spaß und zweitens schmeckt es doch besser..

Einblicke in die heimischen Küchen: Das kommt bei unseren Köchen Weihnachten auf den Tisch

Wolfgang Gräwe, der regelmäßig den Kochlöffel schwingt, mag es klassisch: „Heiligabend gibt es Kartoffelsalat mit Bockwurst.“ Für den ersten Weihnachtstag könne er sich Rouladen mit Rotkohl vorstellen. Martin Krings beschreibt seine Rolle in der heimischen Küche als Zuarbeiter; an Weihnachten freue er sich sehr auf besondere Leckereien. Seine Schwiegertochter habe portugiesische Wurzeln, daher gebe es an den Feiertagen weiße Würstchen oder Stockfisch. Ganz ehrlich ist Frank Holthaus: Zuhause koche er eher wenig bis gar nicht – aber vielleicht inspiriere ihn der Kochkurs ja zu mehr Aktivität. An Heiligabend zähle seine Familie zur Fraktion Kartoffelsalat und Bockwurst. Dieser gehört auch Jochen Markus an: Er besuchte vor 30 Jahren den ersten Kochkurs: „Da lernt man immer etwas“. Markus Stammen sieht seine Rolle eher als Helfer in der Küche – zu mehr fehle ihm leider die Zeit. Gesetzt sei bei ihm Hering mit Kartoffeln am ersten Weihnachtstag. Eine Tradition für das Weihnachtsessen gibt es bei Stefan Müntefering und seiner Familie nicht. Da lasse er sich überraschen. Er stehe zwar selten am Herd – aber wenn doch: „Pfannkuchen gehen immer.“

Auch interessant

Kommentare