Ein Fest der Genüsse

Wir blicken hinter die Tresen: Wochenmarkt-Händler geben Einblicke in ihre Weihnachtsgeschäfte

+
Ein Geheimtipp für die Herscheider von Ali Schmidt: Schellfisch schmeckt gedünstet am Besten.

Herscheid – Ein ständiges Kommen und Gehen herrschte am Donnerstagvormittag auf dem Schützenplatz: Der letzte Wochenmarkt des Jahres lockte zahlreiche Besucher an die Stände der Händler.

Eintöpfe aus der Gulaschkanone, frisches Brot aus dem Holzofen, dazu Gemüse, Wurst, Fisch und bäuerliche Erzeugnisse: „Unser Wochenmarkt braucht sich nicht zu verstecken“, freut sich Traute Bühner über das vielfältige Angebot und den großen Zuspruch. 

Nach Ostern sei der Markt kurz vor Heiligabend derjenige mit den besten Umsätzen, erzählt die Herscheiderin. Vor allem Eier seien bei ihr gefragt: „In der Weihnachtszeit wird eben viel gebacken“, weiß Bühner. 

„Ohne Fisch brauche ich Heiligabend nicht nach Hause kommen“, lacht Ali Schmidt. Lachs und Garnelen seien bei der Familie des Fischhändlers aus Sundern beliebt. 

Heiligabend Leckereien vom Raclette-Grill, tags darauf Rehkeule: „Das Weihnachtsessen ist das schönste im ganzen Jahr“, sagt Schmidt. Mit einem Lächeln fügt er an, dass er zwar Moslem sei, aber die christlichen Feiertage eben wegen der kulinarischen Genüsse liebe. Für die Kunden aus Herscheid hatte er nicht nur reichlich Rotbarsch, Heilbutt und Lachs (besonders beliebt in diesen Tagen) mitgebracht, sondern auch kostenlosen Kinderpunsch. 

Heiligabend fiebert Petrus Diril aus mehreren Gründen entgegen: „Der Stress in den Wochen davor nimmt stark zu“, sagt der Gemüsehändler aus Werl. 

Zudem endet für den aramäischen Christen am 24. Dezember das Advent-Fasten. „Auf das Festessen freue ich mich daher ganz besonders“, sagt Diril. Bei ihm stand vor allem Obst wie Clementinen und Orangen hoch im Kurs. 

Großer Andrang herrschte am Wagen von Reiner Wiebel: „Der anstrengendste Tag im Leben eines Metzgers ist zwar in jedem Jahr der 23. Dezember, aber hier in Herscheid ist auch kurz vor Heiligabend gut zu tun“, sagte der Halveraner. 

Sauerbraten, Fondue-Fleisch, aber auch Steaks und schlesische Bratwurst gingen häufig über seine Verkaufstheke, gepaart mit ein paar hilfreichen Zubereitungshinweisen. Zudem verriet Wiebel ein überraschendes Familiengeheimnis: „Bei uns wird an Heiligabend nicht etwa Schwein oder Rind zubereitet, sondern ganz klassisch eine Pute.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare