Gastronomie in Herscheid

„Wir werden überrannt“: Viele genießen es, sich wieder im Restaurant bedienen zu lassen

Viele Herscheider lassen sich die Gerichte in den Restaurants derzeit schmecken; in der Gastronomie ist entsprechend viel los. 	(Symbolbild)
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Viele Herscheider lassen sich die Gerichte in den Restaurants derzeit schmecken; in der Gastronomie ist entsprechend viel los. (Symbolbild)

Das Wetter in diesem Sommer ist – ganz abgesehen vom Unwetter Mitte Juli – regnerisch und wechselhaft. Sommerliche Temperaturen und Sonnenschein waren dagegen Mangelware. Doch das wenige gute Wetter nutzen offenbar viele für einen Abstecher in die örtliche Gastronomie.

Herscheid – Die Annahme, dass nach der langen Corona-Zwangspause die Öffnung in den vergangenen Monaten nun durch recht bescheidenes Sommerwetter ebenfalls mau ausfällt, bestätigte sich im Gespräch mit zwei Herscheider Gastronomen nicht.

Café-Restaurant Vedder

„Wir haben sehr gut zu tun und können nicht meckern“, sagt Reinhard Vedder vom Café-Restaurant Vedder in Nieder-Holte. „Sobald ein bisschen schönes Wetter ist, werden wir überrannt, und das jeden Tag.“ Das freut den Gastwirt, auch wenn das gute Sommergeschäft die lange Schließungszeit wegen Corona nicht aufwiegt. „Diese sieben Monate kann man nicht aufholen, die sind weg.“ Denn mehr als den Laden voller Gäste zu haben, gehe nicht, meint Vedder. Als einen Grund für das volle Haus nennt er folgendes: „Viele sind nicht in den Urlaub gefahren, weil sie Angst vor Ansteckung hatten. Das kommt uns etwas zugute.“

Doch bei dem großen Andrang könnte das Café-Restaurant durchaus noch Verstärkung gebrauchen. „Das einzige Problem ist das Personal“, berichtet Reinhard Vedder. Zwei bis drei sich abwechselnde Bedienungen würden fehlen. Auch in der Küche könne er noch zwei Mitarbeiter gebrauchen, sagt Vedder.

Gut läuft nicht nur das Café-Restaurant der Familie Vedder, sondern ebenso die Ferienwohnungen. „Die sind auch gut ausgebucht“, berichtet Vedder. „Es sind Leute mit Kindern oder ohne, die einfach hier Urlaub machen, wandern oder Fahrrad fahren möchten – da ist alles dabei.“

Landhaus Stottmert

Ähnlich positiv äußert sich auch Magdalena Kowal vom Landhaus Stottmert: „Wir können uns nicht beschweren – im Gegenteil: Wir können uns nicht retten vor Arbeit.“ Es laufe wirklich gut, trotz des durchwachsenen Wetters. Dies ist leider auch dafür verantwortlich, dass die Plätze draußen oft nicht zur Verfügung stehen. „Wir sind dann schnell ausgebucht.“

Momentan müssten Gäste schon eine Woche im voraus anrufen, um drinnen einen Tisch zu bekommen. „Es tut uns im Herzen leid, wenn wir Leute wegschicken müssen“, bedauert Kowal.

Sie stellt fest, dass viele Menschen nicht in den Urlaub gefahren sind, aber stattdessen gerne einmal essen gehen, und das durchaus in größeren Gruppen, mit sechs bis zwölf Leuten.

Magda Kowal vom Landhaus Stottmert freut sich über den Zuspruch der Gäste: „Die Leute wollen raus, man merkt, dass sie froh sind, dass sie ins Restaurant gehen können“, sagt sie.

Deswegen hadert sie auch ein wenig mit dem durchwachsenen Sommer. „Wenn das Wetter mitspielen würde, hätten wir noch mehr Möglichkeiten“, sagt sie, doch insgesamt überwiegt die Freude, dass das Landhaus Stottmert nach der langen Corona-Pause so gut angenommen werde

„Natürlich tut das gut. Schlimm wäre es, wenn nach der Durststrecke von sieben Monaten die Leute nicht kommen würden – das wäre eine Katastrophe“, sagt Kowal. Das ist glücklicherweise nicht der Fall. „Die Leute wollen wieder raus, man merkt, dass sie froh sind, dass sie ins Restaurant gehen können.“

Die Personalprobleme der Vedders in Nieder-Holte kennt auch Magdalena Kowal nur zu gut. „Das kann ich nur unterschreiben. Es ist wirklich schwierig Leute zu finden“, sagt die Inhaberin des Landhaus Stottmert. Aktuell sucht sie nach einer Halbtagskraft für die Küche, sowohl im Bekanntenkreis als auch über Facebook. Eine Rückmeldung habe es nur gegeben und auch die habe sich nach der ersten Kontaktaufnahme nicht wieder gemeldet.

„Es fehlen wirklich die Leute“, sagt Kowal. „Im Service kriegt man noch eher Leute, aber in der Küche ist es ganz, ganz schwierig.“ Doch auch bei den Bedienungen braucht Kowal bald Ersatz. „Ich habe einige Bedienungen, die Abi gemacht haben und jetzt anfangen zu studieren, die ziehen dann bald weiter weg“, sagt sie.

Die Personalnot ist im Übrigen noch vor dem Wetter der Hauptgrund, warum Magdalena Kowal mit ihrem Foodtruck eine Sommerpause eingelegt hat. Wenn jemand den Truck anfragt für einen Geburtstag oder eine andere Feier, versuche man das möglich zu machen. „Aber wegen des Personalmangels brauchen wir sonst jede helfende Hand im Restaurant“, sagt die Landhaus-Inhaberin. „Wir planen aber im Herbst wieder rauszufahren.“

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