Verschärfte Corona-Maßnahmen: Eltern sind verunsichert

„Wie sollen wir das denn machen?“ - In Kindergärten und Schulen treten viele Fragen auf

Zwar blieben rund 40 Prozent der Kinder am Montag daheim. Der Alltag im Familienzentrum Unterm Regenbogen und somit auch die Betreuung wird unverändert fortgesetzt (Foto aus dem Frühjahr 2020). 
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Zwar blieben rund 40 Prozent der Kinder am Montag daheim. Der Alltag im Familienzentrum Unterm Regenbogen und somit auch die Betreuung wird unverändert fortgesetzt (Foto aus dem Frühjahr 2020.

Verunsicherung, Verständnis, Verwunderung: Die Gefühlslage bei den Herscheider Eltern ist zurzeit ganz unterschiedlich. Das spüren auch Erzieherinnen und Lehrerinen in den heimischen Kindertagesstätten und Grundschulen. 

Herscheid - „Viele Kinder sind zu Hause geblieben“, erzählt Christiane Krüger. Der Appell der NRW-Landesregierung, Kinder nur dann in eine Kita zu schicken, wenn es nicht anders geht, zeigte am Montag schon Wirkung. Geschätzt 40 Prozent der Kinder, die im Familienzentrum Unterm Regenbogen angemeldet sind, erschienen dort nach Absprache mit Einrichtungsleiterin Christiane Krüger nicht.

In vielen Gesprächen und Emails habe sie zwar verständnisvolle Eltern erlebt. Ganz allgemein sei aber auch eine Gereiztheit zu spüren. „Wie sollen wir das denn machen?“, diese Frage habe die Leiterin nicht selten gehört. Denn: Manchen Eltern ist es aus beruflichen Gründen nicht möglich, auf die Betreuung im Kindergarten zu verzichten. Ihnen konnte Christiane Krüger versichern, dass das Familienzentrum in dieser Woche regulär geöffnet ist. Für den 21. und 22. Dezember wird zudem eine Notbetreuung eingerichtet.

Neue Kita-App kommt zum richtigen Zeitpunkt

Termine, die die Leiterin übrigens auch über die neue Kindergarten-App mitgeteilt hat, die seit Mitte November genutzt werden kann. Vor allem in diesen Tagen, da die Einrichtung in kurzer Zeit viele Änderungen umzusetzen hat, sei diese zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation sehr hilfreich. „Die App scheinen wir zum richtigen Zeitpunkt eingeführt zu haben“, sagt Christiane Krüger.

Großer Gesprächsbedarf bestand am Montag auch an den Grundschulen. Dort hatte sich das Gerücht verbreitet, die Schulen schließen am Mittwoch, weil dann der bundesweite harte Lockdown gelte. „Davon sind Schulen aber ausgeschlossen“, betont Heike Zilinski, Leiterin der beiden Standorte in Hüinghausen und am Rahlenberg.

Sie stellt klar: Seit Montag gibt es keine Präsenzpflicht an den Schulen mehr. Unterrichtet wird somit entweder in den Klassenzimmern oder daheim. „Der überwiegende Teil der Schüler war hier vor Ort“, sagte die Schulleiterin. Wie auch in den Kindergärten stehen viele Eltern von Schulkindern vor dem Problem, in der Kürze der Zeit (die Anweisung des Landes erfolgte erst am Freitag) keine Betreuung ihrer Kinder daheim sicherstellen zu können. „Wir sind ja da“, sagt Heike Zilinski, dass der Alltag in den Grundschulen weitergehe.

Am Montagnachmittag traf sich das Lehrerkollegium, um das weitere Vorgehen abzusprechen. So viel steht fest: Am 21. und 22. Dezember ist unterrichtsfrei, eine Notbetreuung wird jedoch eingerichtet. Die Winterferien dauern bis zum 10. Januar. Wie und mit welchen Einschränkungen es danach weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar.

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