Eigenanteil von Schützen und Gemeinde für Renovierung schrumpft

Weitere Fördergelder für "lebensnotwendige" Schützenhalle

So soll die Gemeinschaftshalle nach der Rundumerneuerung aussehen.

Herscheid – Gute Nachrichten im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Herscheider Schützen: Durch einen weiteren Zuschuss des Landes NRW müssen Schützenverein und Gemeinde nur noch rund 300 000 Euro der insgesamt rund 2,7 Millionen Euro teuren Renovierung der Schützenhalle aufbringen.

Der stellvertretende Vorsitzende Volker Halbhuber erklärte, dass der Gemeindesportverband Herscheid im Rahmen des Förderprogramms „Moderne Sportstätte 2022“ des Landes Nordrhein-Westfalen einen Sockelbetrag von 300 000 Euro erhalten wird. Dieses Geld gehe jedoch nicht allein an den Schützenverein, auch andere Sportvereine profitierten von der Fördersumme. 

Der Schützenverein hatte sich für eine Förderung in Höhe von 90 000 Euro beworben, um damit gezielt den Umbau des Schießstandes voranzutreiben. Ein Ausschuss der Gemeinde habe mittlerweile festgelegt, wie das Geld am fairsten verteilt werden kann. Dem Schützenverein wurden dabei 68 250 Euro zugesprochen. 

Damit verringert sich die Summe, die der Schützenverein für die Hallenrenovierung selbst aufbringen muss drastisch. Bereits vor einigen Wochen war eine Fördersumme von 2,4 Millionen Euro vom Land NRW bewilligt worden. 2,7 Millionen Euro soll die Renovierung insgesamt kosten; die verbleibenden rund 300 000 Euro wollten sich der Schützenverein und die Gemeinde Herscheid teilen. 

Die Halle sei für die Gemeinde „lebensnotwenig“, erklärte Halbhuber, da es die größte Mehrzweckhalle der Gemeinde sei. Allerdings sei der jetzige Zustand „nicht tragbar“. Halbhuber nannte als Beispiel die Ausrichtung der Fenster in Ost-West-Richtung, ohne die Möglichkeit der Verdunklung, die Temperaturverhältnisse auf der Empore, wo sich der Schießstand – noch – befindet (im Sommer tropischheiß, im Winter eisigkalt) sowie die nichtvorhandene Barrierefreiheit. 

All dies und noch mehr soll im Zuge der Renovierung und Modernisierung verbessert werden. „Wir haben das auf ein einen guten Weg gebracht“, erklärte Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach. „Wir haben ein gutes Konzept entwickelt und alle Möglichkeiten genutzt, die uns zur Verfügung standen.“ Das sei „ein toller Erfolg für alle“. 

Der stellvertretende Vorsitzende Volker Halbhuber hatte gute Nachrichten für die Mitglieder des Herscheider Schützenvereins die Renovierung der Halle betreffend.

Der nächste Schritt sei eine EU-weite Ausschreibung für Architekten. Das sei umfangreich, aber weil die Gemeinde beteiligt ist, unumgänglich, so Halbhuber. Der Bauzeitplan sieht vor, dass mit dem Umbau Mitte Juli 2021 gestartet wird – direkt nach dem Schützenfest. Wenn alles glatt läuft, soll die Halle für das Schützenfest 2022 fertig saniert sein. 

Vereinsvorsitzender Dirk Schöttler hofft derweil, „dass es nach dem Umbau der Halle mit den Vermietungen wieder mehr wird“. Zuletzt sei es „leider nicht so viel“ gewesen. 

Bis dahin gibt es aber auch für den Schützenverein noch einiges zu tun. Um den aufzunehmenden Kredit möglichst gering zu halten, sollen beispielsweise Sponsoren gefunden werden. Das sei in der aktuellen Situation natürlich schwierig, sagte Halbhuber. In jeden Fall würde nun ein Team gebildet, das diese Dinge ausloten und in die Wege leiten soll. 

Nicht nur die Halle selbst, sondern auch der Schützenverein besitze in der Gemeinde Herscheid eine große Bedeutung. Der erste Vorsitzende Dirk Schöttler sieht die Vereinspräsenz innerhalb der Gemeinde als durchweg positiv. „Dieses Gefühl macht stolz und gibt Kraft für die Zukunft“, so Schöttler. 

Ähnlich positiv empfindet auch Geschäftsführer Nils Höllermann die Situation: „Wir können stolz darauf sein, dass wir es geschafft haben, einen Weg mit dem Verein einzuschlagen, der insbesondere wieder für jüngere Menschen augenscheinlich attraktiv ist.“ Der Herscheider Schützenverein zählt aktuell 340 Mitglieder; das Durchschnittsalter liegt bei 55 Jahren und drei Monaten. Allein im vergangenen Jahr habe es 24 Vereinseintritte gegeben. 

Was den Mitgliedern des Schützenvereins in dieser Zeit besonders fehle, sei die Gemeinschaft. „Das Kuriose ist: Wir dürfen schießen und eine Versammlung halten, aber nicht gemütlich beisammensein“, sagte Schöttler.

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