Erschwerte Rückreise aus Südafrika

Dieses Fest werden sie so schnell nicht vergessen: Weihnachten in Quarantäne

Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch bei einem besonderen Weihnachtseinkauf: Insgesamt 70 Kilo Lammfleisch kauften sie für das Hilfsprojekt in Südafrika.
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Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch bei einem besonderen Weihnachtseinkauf: Insgesamt 70 Kilo Lammfleisch kauften sie für das Hilfsprojekt in Südafrika.

Um ein Haar hätten Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch das Weihnachtsfest nicht in Herscheid feiern können. Bis vor wenigen Tagen saßen sie fernab der Heimat in Südafrika fest, wo sie ein Hilfsprojekt unterstützen. Die Corona-Situation machte aus dem Rückflug eine Zitterpartie.

Herscheid - Seit vielen Jahren engagieren sich die beiden Herscheider für das Margaret‘s House. Sie sammeln Spenden im Bekannten- und Freundeskreis, die vor Ort dringend benötigt werden, um den Kindern in dem Jungenhaus eine Perspektive geben zu können.

Bereits im Oktober wollten die Helfer ihre Weihnachtsspende persönlich überbringen. „Aber unsere Flüge konnten wir nicht antreten, da Südafrika zu diesem Zeitpunkt für Deutsche gesperrt war“, erzählt Sandra Laurenz. Daher musste umgebucht werden und der Flieger ging erst Ende November in Richtung Südatlantik. Neben den Flugtickets war ein negativer Corona-Test die Voraussetzung, um an Bord zu gelangen, beides konnte das Paar vorzeigen.

Der Aufenthalt in Kapstadt und Umgebung verlief auch aufgrund des dortigen Sommerwetters bei Temperaturen um 26 Grad zunächst nach Plan: Die Herscheider kauften große Mengen Kleidung, Schulutensilien, aber auch Lebensmittel (unter anderem 70 Kilogramm Lammfleisch) für das Jungenhaus und sorgten damit für leuchtende Kinderaugen.

Was ihnen unterwegs immer wieder auffiel: Die Corona-Schutzmaßnahmen in Südafrika sind noch ein Stück strenger als in Deutschland. Während des Lockdowns im März sei es verboten gewesen auf die Straße zu gehen, erzählt Sandra Laurenz. Die Maßnahmen seien inzwischen gelockert worden, dennoch bestehen weiter eine Ausgangssperre und eine generelle Masken-Pflicht an allen Orten, an denen man auf andere Menschen treffen kann. Dennoch habe man sich keineswegs unsicher gefühlt, erzählt das Paar.

Das Jungenhaus

Das Margaret‘s House in Südafrika ist eine Einrichtung für Jungen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren. Dort wohnen in erster Linie Kinder, die ihren Eltern aufgrund von Drogenmissbrauchs und Gewalt weggenommen wurden. „Das Haus hat einen kirchlichen Träger und wird nicht vom Staat finanziert. Es trägt sich deshalb fast nur mithilfe von Spenden“, erklärt Klaus Wiedebusch. Er und seine Partnerin Sandra Laurenz sammeln Spenden (unter anderem durch den Verkauf von selbst gestalteten Lesezeichen und bemalten Steinen) und bringen das Geld persönlich nach Südafrika. Für ihr Engagement wurden Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch übrigens mit dem dritten Platz beim Heimat-Preis 2020 belohnt; die Ehrung erfolgte in der letzten Woche in Abwesenheit im Herscheider Rathaus – das Paar weilte zu diesem Zeitpunkt noch in Südafrika.

Für weitaus mehr Irritation sorgte bei den Herscheidern die Nachricht über das Gesetz zur Eindämmung des mutierten Coronavirus, das auch in Südafrika nachgewiesen worden ist. Eine Folge: Deutschland stoppte den Reiseverkehr weitgehend. Erneut fiel ein Flug der Herscheider aus, erneut mussten sie umplanen – und erneut ergab sich eine Lösung.

Nach einer ungeplanten weiteren Übernachtung in einem Gästehaus trat das Paar die Rückreise an. Diese verlief über eine andere Route, als zunächst angenommen. Doch am Mittwochabend landete ihr Flieger in Frankfurt.

Was die beiden Herscheider in den Testzentren am Flughafen erwartete, konnten sie zum Zeitpunkt unseres Gesprächs noch nicht abschätzen. Eines stand für Sandra Laurenz jedoch bereits fest: „Wir werden das Weihnachtsfest daheim in Quarantäne verbringen müssen.“

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