Planungsausschuss in Herscheid

Warum das neue Bildungszentrum noch mit Löchern versehen werden könnte

Das Schul- und Bildungszentrum am Rahlenberg nähert sich der Fertigstellung.
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Das Schul- und Bildungszentrum am Rahlenberg nähert sich der Fertigstellung. Wenn nun noch förderfähige Klimaanlagen verbaut werden sollten, müssten Löcher in die Außenfassade gestemmt werden.

Wenn es Brei regnet, soll man den Löffel rausholen. So dachte wohl auch die Herscheider SPD, als Frank Pierskalla im Planungs- und Bauausschuss beantragte, die Neuinstallation von stationären Frischluft-Klimaanlagen in Kindergärten und Grundschulen zu prüfen.

Herscheid – Hintergrund: Kanzleramtschef Helge Braun gab am 12. Mai bekannt, dass das Bundeswirtschaftsministerium solche Neuinstallationen mit 80 Prozent der entstehenden Kosten fördert, um Coronaviren aus der Atemluft zu filtern. Laut Bundeswirtschaftsministerium ist die Innenraumlufthygiene von entscheidender Bedeutung für den Infektionsschutz und für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter besonders wichtig, da zurzeit noch nicht abzusehen sei, wann ihnen ein Impfangebot gemacht werden könne.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach nahm am Montag (21. Juni) im Planungs- und Bauausschuss Stellung zu dem SPD-Antrag und stellte klar, dass man mit Kosten von rund 20.000 Euro für eine stationäre Anlage pro Klassen- oder Gruppenraum rechnen müssen. „Es gibt keine Verpflichtung, solche Geräte zu installieren“, erklärte der Bürgermeister. Wie sinnvoll das sei, könne man nicht sagen.

„Da fehlt uns die Expertise“, so Schmalenbach, der darauf verwies, dass man in allen Räumen des Bildungszentrums eine natürliche Belüftung über die Fenster habe. Noch dazu müsse man wissen, dass die Kinder nicht die Pandemietreiber seien.

Grundsätzlich sei die Installation nach einer entsprechenden Fachplanung möglich, doch müsse man an die abgehängten Decken gehen und auch Durchbrüche nach außen vornehmen. Das alles sei nicht so einfach, zudem müsse der Förderantrag bis Jahresende eingereicht werden.

Noch dazu könne man in Sachen Wechselunterricht auch nach dem Einbau einer Frischluft-Klimaanlage keine Erleichterungen erwarten.

Sebastian Jülich (UWG) gab zu bedenken, dass zwar die Anschaffung der Anlagen gefördert werde, die Betriebs- und Folgekosten müsse aber die Gemeinde selbst tragen.

Dietrich Herfel (Bündnis 90/Die Grünen) fand die Gelegenheit trotzdem günstig, da nun Fördermittel zur Verfügung stünden. „Irgendwann müssen wir das machen und dann gibt es kein Geld“, gab er zu bedenken.

Der Ausschussvorsitzende Eberhard Kaufmann (CDU) erklärte abschließend, was eine solche Installation bedeuten würde: „Wir haben das Schulzentrum gerade ganz frisch saniert und fangen jetzt an, Löcher in die Wände zu bohren?“ Das könne es doch nicht sein.

Letztlich zog Frank Pierskalla den Antrag zurück. Andernfalls hätten mindestens zwölf Klassenräume sowie weitere OGS-Räume aufwändig umgebaut werden müssen.

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