Glasfaserausbau: Aktueller Stand der Dinge

Das Warten auf das schnelle Internet

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Auf der Internetseite des Märkischen Kreises (maerkischer-kreis.de/breitband) sind zwei Karten zu finden, wo genau geschaut werden kann, ob die eigene Adresse über eines der beiden aktuellen Förderprogramme in den nächsten Jahren mit ausgebaut wird.

Herscheid – Viele Herscheider bekommen in den nächsten Jahren Glasfaser für schnelles Internet. Bis 2022 soll ein Großteil ausgebaut worden sein. Kleinere Einzellagen müssen wohl länger warten. Die wichtigsten Fragen.

Welche Gebiete werden in Herscheid überhaupt ausgebaut?

In erster Linie wird im Dorfkern ausgebaut, wo in den letzten Jahren noch kein schnelles Netz verlegt worden ist und weitere Ortsteile, unter anderem Reblin, Kiesbert, Berghagen. Das soll bis spätestens 2022 über das Bundesförderprogramm 3. Call passieren. Mittelfristig sollen auch Einzellagen wie Wermecke, Klebbecke und andere „weiße Flecken“ mit schnellem Internet versorgt werden, die über den 6. Call abgedeckt werden. Genaue Karten, welche Adresse wann dran ist, hat der Kreis auf seiner Homepage veröffentlich (maerkischer-kreis.de/breitband). 

Was hat es mit den Förderprogrammen auf sich?

Geht es nach dem Kreis, soll bis 2025 jede Adresse schnelles Internet haben. Das passiert entweder durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau von Netzbetreibern. Oder für Gebiete, die für Betreiber uninteressant sind, durch Förderungen durch den Staat. Aktuell laufen zwei Bundesförderprogramme. Im Rahmen des 3. Calls (Aufruf) hat sich der MK erfolgreich beteiligt und für gut 44 000 Haushalte oder gut 24 000 Adressen den endgültigen Bescheid erhalten. Bis Ende 2022 sollen diese mit schnellem Internet versorgt sein. Im 6. Call werden Einzellagen außerhalb größerer Ortschaften zusammengefasst, rund 4 000 Privatadressen, 58 Schulen, 2 200 Firmenanschlüsse. Mit einer Umsetzung wird „frühestens ab 2021/2022“ gerechnet, sagt der Kreis. Genauere Angaben gibt es aktuell noch nicht. 

Wann wird Herscheid ausgebaut? 

„Es gibt noch keinen genauen Zeitplan“, erklärt Sergej Rudsinski, Breitbandkoordinator Märkischer Kreis. Nur so viel: Ganz oben auf der Liste stehe Herscheid nicht. Die Corona-Situation könne zudem für Verzögerungen bei den Arbeiten sorgen, schätzt Bauamtsleiter Lothar Weber im Gespräch. Im Rahmen des dritten Calls soll bis Ende 2022 ein großer Teil Herscheids mit schnellem Internet versorgt sein sein. Die Telekom baue kreisweit an mehreren Stellen aus; die ersten Anschlüsse sollen in diesem Jahr geschaltet werden, heißt es vom Kreis. 

Wie schnell wird das Internet sein? 

Verbaut wird Glasfaser bis ins Haus („FTTH – Fiber to the Home“). Damit sind technisch Download- und Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s und mehr möglich. Mit diesen Geschwindigkeiten können problemlos mehrere Geräte im Netz sein, ohne dass es zu ruckelnden Videos und langsam ladenden Websites kommt, wie es aktuell noch häufig der Fall sein wird. 

Was kostet der gesamte Ausbau? 

MK-weit wird für das Förderverfahren 3. Call von Kosten in Höhe von 60,5 Millionen Euro gesprochen, die unter Bund (30,2 Millionen Euro), Land NRW (rund 28,1 Mio.) und den Kommunen im MK (2,15 Mio.) aufgeteilt werden. Für die Haushalte entstehen in dem Bundesförderprogramm keine Anschlusskosten. Auch in Sachen 6. Call tut sich was: Für den kreisweiten Förderantrag beim Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind bereits im letzten November 30 Millionen Euro vorläufig bewilligt worden; das Land NRW prüfe aktuell die Ko-Finanzierung in Höhe von rund 27 Millionen Euro, heißt es vom Kreis. Die europaweite Ausschreibung startet in diesem Jahr.

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