Wachsenden Pflegebedarf decken - aber wie?

Ambulant betreute Wohngemeinschaften und Tagespflege fehlen vor Ort

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Das CMS-Seniorenzentrum bietet insgesamt 60 Pflegeplätze. Der Bedarf vor Ort übersteigt diese Kapazitäten bereits jetzt.

Herscheid – Der demografische Wandel wird oftmals negativ betrachtet, von einer Vergreisung der Gesellschaft ist allgemein die Rede. Auch an Herscheid geht diese Entwicklung nicht spurlos vorbei.

Im Rathaus beschäftigt man sich bereits seit längerer Zeit mit den Auswirkungen und dem daraus resultierenden Handlungsbedarf. Bei der Versammlung der UWG ging Bürgermeister Uwe Schmalenbach auf den steigenden Pflegebedarf ein. 

Wir fragten nach, wie die aktuellen Bemühungen der Gemeinde aussehen. Der Bürgermeister betonte, dass das CMS-Seniorenzentrum vor Ort 56 stationäre sowie vier eingestreute Kurzzeitpflegeplätze anbiete. Letztgenannte werden nur zeitweise für die Kurzzeitpflege und je nach Bedarf für die stationäre Pflege genutzt. 

Der Pflegebedarfsplan des Märkischen Kreises weist aus, dass diese 60 Plätze nicht ausreichen werden. Doch nicht nur der Bedarf an stationären Pflegemöglichkeiten sei nicht erfüllt: Ambulant betreute Wohngemeinschaften und Tagespflegeangebote fehlen vor Ort gänzlich. 

Ein erster Versuch, diese Lücke zu schließen, schlug fehl. Auf einer Wiese an der Straße Auf dem Rode (zwischen Friedhof und Familienzentrum) sollen langfristig neue Wohn- und Pflegeformen realisiert werden. 

Die Gemeinde hatte den Kontakt mit dem Betreiber des Seniorenzentrums aufgenommen. Nach anfänglichem Interesse habe die CMS-Gruppe jedoch abgewunken. „Daher führen wir Gespräche mit anderen möglichen Investoren“, betonte der Bürgermeister, dass das Thema weiter hohe Priorität habe. 

Einen Schritt weiter, zumindest aus planerischer Sicht, ist die Gemeinde hinsichtlich der Nachnutzung der Presswerk-Brache. Für das Areal an der Hohle Straße wurde eine vertragliche Vereinbarung mit dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen Plettenberg abgeschlossen. 

Sobald der jetzige Besitzer die Industriegebäude komplett zurückgebaut hat, wird das GWU einen Großteil des Geländes für eine spätere Nutzung erwerben. Knackpunkt: Die Entrümpelung der inzwischen nicht mehr genutzten Hallen zieht sich wie ein lästiger Kaugummi. 

Ein erstes Abrissunternehmen sei anscheinend abgesprungen. Seit einigen Tagen widmet sich nun eine kleine Firma aus Hamm der Schrottvermarktung. Der Bürgermeister bleibe aufgrund des bisher schleppenden Verlaufes zwar skeptisch, jedoch erkenne er Mini-Fortschritte wie das Einreißen von Zwischenwänden in Richtung Netto-Markt. 

„Es geht zumindest in die richtige Richtung“, sagt Schmalenbach, der nach wie vor hofft, dass an dieser zentralen Stelle dringend benötigter barrierefreier Wohnraum – in welcher Form auch immer – angeboten werden kann.

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