Vorfreude auf den Wechselunterricht

„Wir sind Lehrer geworden, weil wir mit Kindern arbeiten wollen und nicht am Bildschirm“

In den Unterrichtsräumen in Hüinghausen und Herscheid soll schon bald wieder mehr Leben herrschen.
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In den Unterrichtsräumen in Hüinghausen und Herscheid soll schon bald wieder mehr Leben herrschen.

Die grünen Gruppen Montag, Mittwoch und Freitag, die gelben Gruppen Dienstag und Donnerstag: An den Grundschulen in Herscheid und Hüinghausen startet in der nächsten Woche wieder der Wechselunterricht. Die Vorfreude darauf ist bei Lehrern, Eltern und Schülern groß.

Herscheid - Nach Wochen des Homeschoolings ist vor allem bei den Kindern Erleichterung spürbar: Endlich können sie ihre Mitschüler und Lehrer wieder direkt sehen, nicht nur am Computer. Das Lernen in der Schule stellt zudem für die Eltern eine große Entlastung dar.

Und wie sieht es bei den Pädagogen aus? „Wir sind alle Lehrer geworden, weil wir mit Kindern arbeiten wollen und nicht am Bildschirm“, erzählt Heike Zilinski. Die Schulleiterin habe sich daher sehr gefreut, als sie am Mittwochnachmittag vom Märkischen Kreis erfuhr, dass der Wechselunterricht aufgrund des Inzidenzwertes unter 165 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen aufgenommen wird.

Dafür sieht Heike Zilinski die Schulen bestens gerüstet: Am Konzept, das beim bisher erteilten Wechselunterricht (zuletzt vor den Osterferien) griff, muss nichts angepasst werden. Einzige Änderung: Die Kinder führen nun Corona-Tests in Form von Lolli-Tests durch.

In der abgelaufenen Woche seien diese bereits mit den Kindern in der Notbetreuung durchgeführt worden. Dies habe problemlos funktioniert, berichtet die Schulleiterin.

Sie spricht in diesem Zusammenhang von zusätzlicher Sicherheit für Schüler und Lehrer. Denn im Vergleich zu den zuvor in den Schulen angebotenen Schnelltests handele es sich bei der Lolli-Variante um PCR-Tests. Diese werden noch vor Unterrichtsbeginn durchgeführt, um anschließend gesammelt (im Pool) per Kurierdienst in ein Labor nach Leverkusen gebracht zu werden. Die anonyme, nicht personalisierte Auswertung liegt der Schule am selben Abend, spätestens am nächsten Morgen vor.

Sollte bei dieser Testung ein positives Ergebnis auftreten, müssen alle Kinder aus dieser wegen des Wechselunterrichts halbierten Klasse (in der Regel etwa 15 Kinder) Einzeltests durchführen und diese – am Tag nach der Pool-Testung – bis spätestens 8 Uhr in der Schule einreichen. Auf diese Weise könne bis zum nächsten Unterrichtstag in der Schule ermittelt werden, wie viele Kinder einer Gruppe betroffen sind und wer es ist.

Im Austausch mit den Eltern hat Heike Zilinski eine grundsätzliche Akzeptanz festgestellt, weil die Laborauswertung der Lolli-Tests sicherer und die Durchführung im Vergleich zu den Nasenabstrichen im Selbsttest eine geringere Verletzungsgefahr berge. Doch es habe auch kritische Nachfragen gegeben, etwa von Eltern, die grundsätzlich gegen Testungen in der Schule sind. Sie können ihre Kinder alternativ in einem Schnelltestzentrum testen lassen, so Heike Zilinski.

Aus Gesprächen mit ihren Kollegen – von denen alle in den nächsten vier Wochen ihre zweite Schutzimpfung erhalten – weiß sie, dass für machen Lehrer der Distanzunterricht eine Herausforderung gewesen sei. „Wir sind alle froh, die Kinder wieder hier in Schule haben zu können“, sagt Heike Zilinski.

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