Bunt bemalte Steine

Verschwundene Sauerlandstones? Warum die Steine nicht mehr am Rathaus Herscheid liegen

Sandra Laurenz kümmert sich um die Steine.
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Sandra Laurenz kümmert sich um die Steine.

Hunderte bunt bemalte Steine haben Herscheider in den letzten Monaten um den Eingangsbereich des Rathauses gelegt. Sandra Laurenz hat die längste Steinschlange der Gemeinde am Donnerstag aufgelöst. Und das hat einen wichtigen Grund.

Herscheid – Denn die Steine lagen am Rand der Treppenstufen zum Rathaus, ebenso an dem kleinen Weg zur Eingangstür. Auch auf dem Bürgersteig waren viele der Kunstwerke zu finden. Jetzt im Winter könnte das zum Problem werden, wenn es schneit und die Mitarbeiter des Winterdienstes den Schnee beiseite schüppen. Dadurch könnten die Steine beschädigt werden.

Deswegen ist Laurenz jetzt auf Nummer sicher gegangen. Dafür hat sie die Hunderten von Steinen in zwei Kategorien eingeteilt: Einmal die, auf denen die Motive noch gut zu erkennen sind, und einmal die, auf denen kaum noch Farbe zu sehen ist. „Einige Steine wurden mit Wasserfarbe bemalt. Das hat dann natürlich nicht so lange gehalten“, erklärt die Herscheiderin. Doch auch diese Steine bekommen noch ein zweites Leben: „Die können nochmal bemalt werden.“

Kistenweise Sauerlandstones kamen in Herscheid – vor allem auf der Rathaus-Treppe – in den letzten Wochen und Monaten zusammen.

Zuhause wird Laurenz die gut erhaltenen Steine jetzt trocknen, säubern und mit Klarlack versehen. „So bleibt die Farbe besser erhalten“, weiß sie aus Erfahrung und zeigt einige ihrer Steine, auf denen die Motive gut sichtbar sind und auch die Farben noch ordentlich strahlen. Schon bald sollen die Steine dann wieder ans Rathaus kommen.

Wohin genau, ist noch nicht endgültig klar, wahrscheinlich aber um einen Baum vor dem Gebäude. Laurenz hat zusammen mit Antje Rein und Andrea Reichel dafür gesorgt, dass das Steinebemalen auch in Herscheid bekannter wird – mit Erfolg. Besonders deutlich wurde das bis dato am Herscheider Rathaus, wo mit Abstand die meisten Steine in Herscheid abgelegt wurden. Unter den zeitweise gut 400 Steinen waren auch einige mit dem Schriftzug „Sauerlandstones“ (Infokasten) zu finden. Strecken mit Dutzenden dieser Steine gibt es inzwischen beispielsweise auch am Seniorenzentrum in Herscheid.

Gerade in den doch eher langweiligen Corona-Monaten hat sich das Bemalen der Steine als bunte Abwechslung für Erwachsene und Kinder erwiesen. Sie alle können ihrer Kreativität freien Lauf lassen – so wie am Rathaus. Einen Stein mit einem Feuerwehr-Auto mit der Aufschrift 112 gab es hier genauso wie Zeichnungen von Katzen, Hunden und mehr.

Über die Sauerlandstones

Mittlerweile hat die Sauerlandstones-Gruppe auf Facebook fast 19.000 Mitglieder. Die Idee hinter der Freizeitbeschäftigung wird hier so beschrieben: „Wir bemalen Steine und setzen sie aus, irgendwo in der Stadt. Andere finden diese, freuen sich und legen sie an anderer Stelle später wieder aus.“ Im Idealfall wird das dann noch in der Gruppe gepostet – was auch fleißig getan wird. 300 Beiträge kommen hier an einem normalen Tag zusammen. Drei Regeln gibt es für die Aktion. Nach denen sollte nichts auf die Steine geklebt werden, weil das Tieren und Umwelt schaden könnte. Auch sollten keine Steine auf Autos gelegt werden. „Das ist sehr gefährlich und kann sehr teuer werden“, heißt es. Und zu guter Letzt: „Keine Steine in Lebensmittel- oder Kühlregale legen.“

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