Fünf Neue für die FDP

Verjüngtes Team der Ortsliberalen peilt Fraktionsstatus mit drei Ratssitzen an

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Das Projekt 18 der Bundes-FDP hatte das Ziel, bei der Bundestagswahl 2002 mindestens 18 Prozent der Stimmen zu erhalten. Mit 7,4 Prozent fiel das Ergebnis seinerzeit wesentlich schlechter aus. Der Wahleimer, der bei der Wahlversammlung in Schürmanns Landgasthaus zum Einsatz kam, erinnert an dieses inzwischen für beendet erklärte Projekt – und er brachte der Ortspartei mehr Glück als seinerzeit der Bundespartei: Alles Ratsbewerber erhielten 100 Prozent der Stimmen.

Herscheid – Die Niederlage bei der Kommunalwahl 2014 war schmerzhaft für die FDP Herscheid. Den damals verlorenen Fraktionsstatus wollen die Ortsliberalen im September zurückerobern – mit einer veränderten, deutlich verjüngten Kandidatenschar.

Spitzenkandidat Alexander Zuchowski, letzter verbliebener Ratsherr der FDP in der auslaufenden Legislaturperiode, präsentierte bei der Wahlversammlung durchaus überraschende Namen. Fünf der insgesamt elf Wahlbezirksbewerber sind neu im Team. Nicht alle von ihnen „sind klassisch liberal“, erzählte Zuchowski. Doch nach einer Analyse der letzten Wahlergebnisse und intensiven persönlichen Gesprächen sei es gelungen, frische Kandidaten für die FDP zu gewinnen. 

Der Altersmix sei eine Stärke dieser Gruppe, betonte die Ortspartei-Vorsitzende Angelika Hahn mit Blick auf die Bewerbeliste: „Wir brauchen junge Leute, denn wir Älteren wissen ja nicht, was sich die Jugend wünscht.“ Der Wunsch der FDP hingegen klingt mutig: Die Liberalen peilen drei Ratssitze an. Die aus der Not heraus eingegangene Fraktionsgemeinschaft mit der UWG sei zwar richtig und unter dem Strich zielführend gewesen. „Aber unsere Wege wollen sich trennen“, stellte Alexander Zuchowski unmissverständlich klar, dass die FDP als eigenständige Fraktion im Rat agieren möchte. 

Der Vorstand der FDP-Ortspartei gehört auch zum Kandidatenkreis bei der Kommunalwahl (von links): Kassenwart Nils Höllermann, Vorsitzende Angelika Hahn sowie ihr Stellvertreter Romuald Draß.

Und welchen Themen wollen sich die Ortsliberalen widmen? Beispielhaft erwähnte Zuchowski die Stärkung der Außenbereiche („Ein Aussterben muss dringend vermieden werden.“) und ein gemeindeumfassendes Konzept für verkehrsberuhigende Maßnahmen. Zur Attraktivitätssteigerung der Dorfwiesen bringt die FDP einen Schaugarten ins Spiel und für den Kreuzungsbereich Landstraße 561 / Bahnhofstraße wolle man sich weiter für einen Kreisverkehr einsetzen. 

Zuchowski verschwieg nicht, dass Herscheid durch Corona vor eine ungewisse finanzielle Zukunft gestellt werde. Sämtliche Maßnahmen müssten ab sofort auf ihre Notwendigkeit und auf ihren Nutzen für die Bürger überprüft werden. Auch der Wahlkampf in Pandemie-Zeiten werde eine Herausforderung. Parteiübergreifend sei man sich einig, auf den Straßenwahlkampf in Herscheid zu verzichten. 

Stattdessen plane die FDP andere Projekte, um sowohl die Jugend als auch die Senioren von den eigenen Zielen überzeugen zu können. Parteiintern herrscht indes Einigkeit in der FDP: Die Ratskandidaten und auch die Reserveliste wurden mit dem bestmöglichen Wahlergebnis bestätigt.

Die Kandidaten: Jochen Fricke (Wahlbezirk 1), Alexander Zuchowski (WB 2), Nils Höllermann (WB 3), Romuald Draß (WB 4), Simon Zelic (WB 5), Dana Vorländer (WB 6), Peter Schürmann (WB 7), Christopher Birkelbach (WB 8), Matthias Schmidt (WB 9), Angelika Hahn (WB 10) und Kerstin Zuchowski (WB 11). 

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