Albert Akohin verlässt katholische Kirchengemeinde in Richtung Mülheim

Ein Abschied mit kritischen Tönen

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Die Gaben am Altar waren wegen des Erntedankfestes aufgebaut worden. Seinen Dank sprach Pfarrer Patrick Schnell (Mitte) im Beisein von Pastor i. R. Hans Erlemeier (rechts) dem scheidenden Pastor Albert Akohin aus.

Herscheid – „Wir wollen Erntedank mit einem Dank an Dich, lieber Albert, verbinden“, mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Patrick Schnell die Heilige Messe in St. Mariä Herscheid und machte damit auf die Besonderheit des Tages aufmerksam, in dessen Verlauf auch Unstimmigkeiten angesprochen wurden.

Wie Anfang September angekündigt, zieht es Albert Akohin in eine neue berufliche Heimat, die Pfarrei St. Mariae Geburt, in Mülheim an der Ruhr. Dort sei er als Pastor bereits „gut aufgenommen worden“. Für eine letzte Heilige Messe kam der 50-jährige jedoch noch einmal zurück in die Pfarrei St. Laurentius Plettenberg-Herscheid, für die er insgesamt sechs Jahre lang tätig war. 

Hier habe er Seelsorge geleistet, Sakramente gespendet und den Glauben verkündet, betonte Schnell bei seinem Rückblick und bezeichnete Albert Akohin als einen Menschen, der „sehr aus dem Glauben lebt“. Das verdeutliche auch sein eigener Meditationsraum, den er sich zuhause eingerichtet habe.

Die Heilige Messe sei ihm immer ein großes Anliegen gewesen. „Wenn wir nicht in Zeiten von Corona leben würden, wäre die Kirche auch voller“, sagte Pfarrer Schnell mit Blick auf die rund 20 Besucher im Gotteshaus. Dabei wurden wegen des besonderen Anlasses sogar schon ein paar mehr Gemeindemitglieder als sonst üblich zugelassen. Zugleich galt diesmal auch wieder eine Maskenpflicht auf den Sitzplätzen. An das Umarmen oder den Handschlag war selbst zum Abschied natürlich nicht zu denken. 

Dafür durfte sich Albert Akohin zumindest über viele dankende Worte und kleine Geschenke freuen. Aus den Händen von Patrick Schnell bekam er eine Plakette des Heiligen Laurentius, die ihn immer an die heimische Pfarrei erinnern soll. Dazu gab es eine sehenswerte Stola als Zeichen dafür, dass ein Pastor Christus vertrete. 

Von seinem Vorgänger Hans Erlemeier, Pastor im Ruhestand, bekam Akohin zum Abschied ein Geschenk.

Gerd Haarmann überreichte im Namen des Gemeinderates kulinarische Spezialitäten aus Herscheid. Zuvor richtete auch er sich mit einer kurzen Rede an den scheidenden Geistlichen, und stimmte dabei auch kritische Töne an: Als Albert Akohin vor zwei Jahren als neuer Pastor nach St. Mariä gekommen sei, hätten die Katholiken gedacht: „Toll, dass es für uns wieder einen festen Ansprechpartner in Herscheid gibt.“ Dass es nur zwei Jahre wurden, „stimmt uns natürlich traurig.“ 

Dabei verschwieg Haarmann nicht, dass es innerhalb der Gemeinde zu Spannungen gekommen sei. Mit seiner ihm eigenen Art sei Akohin auch angeeckt. Doch dies seien aus Sicht des Gemeinderates Schwierigkeiten gewesen, die man hätte ausräumen können. „Doch das Leben geht weiter und wir wünschen Albert Akohin alles erdenklich Gute“, stellte Haarmann klar. Er hoffe, dass man den Kontakt zueinander nicht verliere. 

Der Pastor selbst äußerte sich anschließend so: „Alles hat seine Zeit. Für mich ist es leider Zeit, Abschied zu nehmen. Vielleicht war nicht alles richtig, aber es war auch nicht alles falsch.“ Auf genauere Details wollten weder Akohin noch andere Redner eingehen. 

Stattdessen betonte der Pastor, dass die Gegend rund um Herscheid zu einem Teil seiner Heimat geworden sei und viel davon in seinem Herzen bleibe. „Wenn ich jemandem etwas schuldig geblieben bin, bitte ich um Verzeihung. Vielleicht werden wir uns wiedersehen“, sagte Akohin abschließend und bedankte sich bei der ganzen Gemeinde. 

Ein Teil der Kirchengemeinde versammelte sich nach der Messe zu einem kleinen Empfang im Cyriakusheim, wo die Gelegenheit bestand, noch einmal persönlich mit dem Pastor zu sprechen und sich von ihm zu verabschieden.

So geht es weiter in der Kirchengemeinde St. Mariä - Aufnahme in den Himmel Herscheid.

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