Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen

Überraschung kurz vor Saisonende: Freibadleiter kündigt Abschied an

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Wie geht es weiter im Herscheider Freibad? Badleiter Gunnar Preibusch (rechts) geht zum Saisonende aus privaten Gründen. Schwimmmeister Reiner Wittkamp (links) kann den Badbetrieb allein nicht aufrechterhalten. Zur nächsten Saison muss daher dringend Verstärkung gesucht werden.

Herscheid – Am 6. September endet nicht nur die Herscheider Schwimmsaison, sondern auch das kurze Kapitel Gunnar Preibusch im Freibad. Der Badleiter kehrt nach eineinhalb Jahren im Sauerland zurück in seine Heimat nach Syke. Einen Nachfolger für ihn zu finden, dürfte schwer werden.

„Die Stelle ist ausgeschrieben“, erklärt Bürgermeister Uwe Schmalenbach, wohlwissend, dass der Fachkräftemangel insbesondere im Bereich des Bäderwesens groß ist und bundesweit etliche Kommunen und Einrichtungen auf der Suche nach Personal sind. Das bekam die Gemeinde bereits vor zwei Jahren zu spüren: Seinerzeit hatte sie nach einem Nachfolger für Schwimmmeister-Urgestein Wolfgang Hess gesucht, der in Ruhestand ging. Viele Bewerber hätten sich damals nicht gemeldet, erinnert sich der Bürgermeister. 

Entsprechend froh war die Gemeinde, mit Gunnar Preibusch einen qualifizierten Mann vom Fach gefunden zu haben. Er war in Herscheid der erste Meister für Bäderbetriebe, der am 1. Juli 2019 seinen ersten offiziellen Arbeitstag erlebte – und der sich nun, eineinhalb Jahre später, wieder verabschiedet. Diese Entscheidung sei ihm alles andere als leicht gefallen, berichtet Preibusch. Er habe in dieser kurzen, aber intensiven Zeit viele Menschen aus Herscheid und der Umgebung kennenlernen dürfen. Rasch habe er Kontakte zu den Badegästen geknüpft. Entsprechend schwer falle ihm nun der Abschied. „Die letzten Arbeitstage sind für mich sehr emotional“, sagt Preibusch. Auch in Kreisen der Schwimmer, in denen sich die Nachricht inzwischen herumgesprochen hat, sei die Trauer spürbar. 

Auch das Freibad an sich werde er vermissen. „Ein so wunderschönes Bad ist selten zu finden. Da muss man schon den Hut ziehen, dass so eine kleine Kommune solch ein Schmuckstück betreibt“ sagt Preibusch. Daher werde er – dieses Versprechen gab er schon einigen Badegästen – bei Gelegenheit wieder im Freibad vorbeischauen. Schon allein aus Neugier, wie das Schwimmerbecken, das bis zur neuen Saison erneuert wird, angenommen wird. 

Was er wohl mitnimmt aus Herscheid? Ganz bestimmt Erinnerungen an die wohl ungewöhnlichste Arbeitsphase seines Lebens: Die Coronakrise stellte das gesamte Team vor große Herausforderungen. Neue Konzepte mussten in Abstimmung mit der Gemeinde erstellt werden, Dinge immer wieder hinterfragt und überprüft sowie Abläufe angepasst werden. „Ich denke, wir haben das Beste aus dieser Situation gemacht“, zieht Preibusch ein zufriedenes Fazit, unmittelbar vor dem Ende der Herscheider Schwimmsaison 2020.

Was er ganz gewiss nicht vermissen werde, das seien die vielen Hügel und Berge im Sauerland. „Die hätte ich manches Mal gern ausgebügelt“, schmunzelt der Küstenmensch, den es nicht nur deswegen, sondern in erster Linie aus privaten Gründen zurück nach Niedersachsen zieht. Dort, wo seine Lebensgefährtin und sein Hund wohnen, hat er eine neue berufliche Herausforderung gefunden. Preibusch wird in einem Hallenbad in der Nachbarstadt von Syke tätig sein. 

Wie es in Herscheid weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Mitarbeiter des Bauhofs werden nach Saisonende dabei helfen, die Anlage winterfest zu machen und für die Baustellenphase vorzubereiten. Den Umbau des Schwimmerbeckens kann von Seiten des Teams lediglich Reiner Wittkamp betreuen, der als Schwimmmeister dem Freibad erhalten bleibt. Nach Möglichkeit soll jedoch so schnell wie möglich Verstärkung gefunden werden, wie Bürgermeister Uwe Schmalenbach betont: „Ich halte es für unrealistisch, mit nur einem Schwimmmeister in die neue Saison zu gehen.“ Bei einer solchen Minimalbesetzung sei ein Schwimmbetrieb in vollem Umfang nicht denkbar. Der Gemeinde bleibt kein halbes Jahr mehr, um diese personelle Lücke zu schließen.

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