Was ändert sich, wenn für den Service bezahlt werden muss?

Trotz sinkender Test-Bereitschaft: Vorerst keine Änderungen in den Herscheider Zentren geplant

Die Ergebnisse der Bürgertests, die die Helferinnen Bozena Hiller-Jarnuczak und Mennana Khalfi im Herscheider Testzentrum im DRK-Heim durchführen, können neuerdings auch auf die Corona-Warn-App übertragen werden.
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Die Ergebnisse der Bürgertests, die die Helferinnen Bozena Hiller-Jarnuczak und Mennana Khalfi im Herscheider Testzentrum im DRK-Heim durchführen, können neuerdings auch auf die Corona-Warn-App übertragen werden.

Landesweit nimmt die Zahl der Corona-Teststellen deutlich ab: In Nordrhein-Westfalen ging die Zahl zuletzt binnen vier Wochen um 640 auf 8127 zurück. Wie ist die Situation in den beiden Herscheider Testzentren? Sind dort auch Veränderungen geplant? Diese und weitere Fragen stellten wir den Betreibern.

Herscheid - Durch den Umzug aus der Gemeinschaftshalle in das DRK-Heim hat sich das Herscheider Testzentrum zwar räumlich verkleinert. Dies habe allerdings ausschließlich logistische Gründe, versichert Betreiber Jörg Lehmann: Die Gemeinschaftshalle wird saniert und steht für eine weitere Nutzung nicht mehr zur Verfügung.

Gleichwohl, so erzählt Lehmann, sei die Resonanz seit einigen Wochen rückläufig. Der Besuch pendele sich auf einem niedrigen Niveau ein; im Durchschnitt nehmen gut 70 Bürger das Angebot der kostenlosen Testung an, oft kämen weniger als zehn Personen pro Stunde. „Wir betreiben das Zentrum nicht um Geld zu verdienen, sondern eher als Service für die Bürger“, betont Lehmann. Daher hofft er, dass sich auch Geimpfte angesichts von steigenden Fallzahlen wieder häufiger testen lassen, um sich als Überträger der Krankheit ausschließen zu können.

Eine Schließung des Testzentrums sei kurzfristig nicht vorgesehen. Wie sich der Bedarf und die Bedingungen ab dem 11. Oktober ändern werden, wenn die Corona-Tests kostenpflichtig werden (so planen es Bund und Länder), das sei noch nicht absehbar. „Wir müssen abwarten, welche neuen Aufgaben damit auf uns zukommen“, sagt Lehmann und nennt beispielhaft die Einführung eines Bezahlsystems.

Situation in Hüinghausen

Auf ein Stammpublikum aus Holthausen, Hüinghausen und Herscheid sei zwar Verlass. Doch auch Andrea Saladdino merkt in seinem Testzentrum an der Habbeler Straße einen Besucherrückgang. „Etwa 30 bis 40 Prozent weniger als in der Vergangenheit“, schätzt er.

Neben einem festen Angebot im ehemaligen Kiosk Elsetal geht Saladdinos Team auch auf Reisen, um in Firmen, bei Vereinen oder Veranstaltungen Tests durchzuführen. In der Summe werde der Service weiterhin so gut angenommen, dass keine Veränderungen geplant seien. Zumal zuletzt die in einem Plettenberger Testzentrum verkürzten Wochenend-Öffnungszeiten zu mehr Zuspruch in Hüinghausen geführt haben. „Wir planen daher keine Änderungen“, betont der Betreiber.

Auch an ihrem 27. Geburtstag war Isabell Grabs am Donnerstagvormittag als Helferin im Testzentrum Hüinghausen im Einsatz.

Dass die Bürger ab Mitte Oktober für die Corona-Tests bezahlen sollen, kann Saladdino zwar nachvollziehen. Dennoch hofft er, dass die Politik diese Entscheidung nicht unter dem Vorwand getroffen hat, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aus Geimpften und Nicht-Geimpften entstehen zu lassen. „Ich warte jetzt erstmal ab, was nach den Wahlen geschieht“, geht der Betreiber nicht davon aus, frühzeitig Informationen zur zukünftigen Vorgehensweise zu erhalten.

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