Polizei warnt vor Trickbetrügern

Sie stehen am Straßenrand und betteln um Benzingeld

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Die Masche der Benzinbettler ist der Polizei bekannt. Häufig stehen die Betrüger im Bereich der Autobahn. Doch auch in Herscheid wurden nun mehrfach Gauner beobachtet. Die wollen Geld, aber kein Benzin.

Herscheid – Mehrfach sind Trickbetrüger an Herscheider Straßenrändern gesichtet worden, die die Hilfsbereitschaft der Bürger ausnutzen wollten. Die Polizei warnt vor dieser Masche und gibt Ratschläge.

Ein mitfühlender Herscheider (der seinen Namen lieber nicht veröffentlicht wissen möchte) beschrieb uns seine Beobachtungen: Er fuhr am Dienstagnachmittag, 14. Januar, bei Einbruch der Dunkelheit über die Valberter Straße in Richtung Reblin. Kurz vor Rüendanz bemerkte er auf dem Parkplatz an der rechten Straßenseite ein dunkles Fahrzeug mit geöffneter Tür, vor dem eine Frau stand. Sie machte per Handzeichen auf sich aufmerksam. 

Ob sie wohl eine Autopanne hatte? Pflichtbewusst hielt der Herscheider an und erkundigte sich, ob er der Frau helfen könne. Diese erklärte in gebrochenem Deutsch, dass sie für die Weiterfahrt nicht ausreichend Benzin habe. Sie bat um Bargeld, um tanken gehen zu können. Es handele sich lediglich um eine Leihgabe: Bei Nennung der Anschrift würde sie dem Mann das Geld zu einem späteren Zeitpunkt zurückerstatten oder auch daheim vorbeibringen. 

Der Herscheider reagierte gedankenschnell und bot an, von daheim einen Kanister mit Kraftstoff zu holen. Dieses Angebot schlug die Frau vehement aus, sie verlangte ausschließlich Geld. Die Vorahnung des Herscheiders, es könnte sich um einen Betrugsversuch handeln, hatte sich spätestens zu diesem Zeitpunkt bestätigt. Er setzte seine Autofahrt kommentarlos fort, ohne auf die Worte der Frau einzugehen. 

Wenig später, so wurde dem Herscheider berichtet, soll dasselbe Auto im Bereich der Nordhelle gestanden haben. Weitere Vorfälle mit auffälligen Fahrzeugen an Straßenrändern und bettelnden Personen wurden der Polizei am Donnerstag, 16. Januar, gegen 11.17 Uhr von der Landstraße 696 nahe Kiesbert und um 11.30 Uhr aus Schwarze Ahe gemeldet. Dort wurden silberne Fahrzeuge gesichtet. Die Polizei konnte die Wagen bei ihren Kontrollfahrten allerdings nicht mehr antreffen. 

Dennoch ist die Masche bekannt. „Häufig werden die Betrüger im Bereich von Autobahnen oder Autobahnzufahrten gesehen“, sagt Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei Märkischer Kreis. Er warnt davor, sich auf Gespräche mit den oft hilflos wirkenden Personen einzulassen: „Das sind Profis.“ 

Insbesondere rät er dazu, Körperkontakt zu vermeiden. In der Vergangenheit sei es öfter vorgefallen, dass gutgläubige Personen den Bettlern einen Geldschein zugesteckt haben. Um sich zu bedanken, umarmten die Betrüger ihre Opfer und erleichterten sie dabei mit gezielten Handgriffen um ein Portemonnaie oder eine Armbanduhr.

Anstatt sich auf die trickreichen Betrüger einzulassen, rät Dietmar Boronowski dazu, entweder selbst zum Telefon zu greifen und die 110 zu wählen oder diese Nummer den scheinbar hilfesuchenden Personen zu empfehlen: „Wir finden dann schon eine Lösung.“

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