Auswaschungen und Erosion

Starkregen und die Folgen für die heimischen Wälder

Durch die starke Befahrung bilden sich Fahrspuren, wie hier im Wald zwischen Elsen und Hüinghausen. Beim Starkregen schießt das Wasser mit großer Kraft hindurch und wäscht die Spuren aus.
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Durch die starke Befahrung bilden sich Fahrspuren, wie hier im Wald zwischen Elsen und Hüinghausen. Beim Starkregen schießt das Wasser mit großer Kraft hindurch und wäscht die Spuren aus.

Auch in den Wäldern der Ebbegemeinde hat das Unwetter von Mitte Juli Schäden hinterlassen. Diese seien zwar nicht so groß, doch ausgewaschene Wege müssen auch in Herscheid ausgebessert werden.

Herscheid – „Meine erste Einschätzung ist, dass die Schäden in den Wäldern selbst nicht besonders groß sind“, sagt Karl-Wilhelm Mantel, stellvertretender Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Herscheid. Im Bereich Hüinghausen und Wellin, wo Mantel selbst am meisten unterwegs ist, sei relativ wenig passiert. Im Tal der Schwarzen Ahe in Richtung Werdohl könnte es etwas mehr sein, aber größere Schäden seien ihm von dort auch noch nicht bekannt geworden. So lässt sich insgesamt feststellen: „Die Herscheider Wälder sind nicht so stark vom Unwetter betroffen gewesen.“

Ausgewaschene Waldwege 

Die festgestellten Schäden betreffen die Wege. „Einige Waldwege sind ausgespült und ausgewaschen worden“, weiß Mantel. Nach seiner Kenntnis seien die Auswaschungen allerdings nicht so tief, dass Harvester dort nicht mehr fahren könnten. Für Lkw, die das Käferholz abtransportieren wollen, stellen die ausgespülten Wege jedoch ein Hindernis dar. „Einiges muss sicher nachgearbeitet und mit Schotter aufgefüllt werden, damit Lkw überhaupt dort fahren können.“

Speziell dafür habe das Land Nordrhein-Westfalen ein Förderprogramm aufgelegt, um durch das Unwetter entstandene Wegschäden ausbessern zu lassen.

Der FBG-Vorsitzende Rolf Brühne konnte sich urlaubsbedingt noch keinen eigenen Überblick über das Ausmaß der Unwetterschäden in den Herscheider Wäldern machen, hält aber ohnehin die Käferschäden nach wie vor für das größere Problem. „Der Borkenkäfer hat bei uns in einer massiven Form zugeschlagen“, sagt er. In Bayern und Baden-Württemberg sehe es in den Wäldern wesentlich besser aus. „Kommt man dann nach NRW, sieht es grausam aus: Alles ist braun“, sagt Brühne.

Der für den Herscheid zuständige Förster Klaus-Ulrich Kermes ist auch noch in der Bestandsaufnahme, was die Folgen des extremen Starkregens angeht. Er weist in diesem Zusammenhang aber auf das Problem der Erosion hin, das auch mit dem starken Einschlag von Borkenkäferholz zu tun hat.

Mehr Erosion auf freien Flächen

Wenn eine Fläche durch Baumfällungen frei werde und dem Wasser keine Vegetation im Weg sei, dann könne die Erosion schon gewaltig sein und große Mengen Erdreich in die Bäche getragen werden. Da sich auf den Hängen im Herscheider Raum aber noch viel Schlagabraum befinde, werde die Erosion durch das Wasser aber noch zum Teil aufgehalten.

Dennoch habe sich die Erosion infolge der starken Abholzung, die die Böden freigelegt habe, erhöht. „Die Nadelhölzer sind sehr dicht, haben wenig Unterwuchs und dadurch ist dort nicht eine so hohe Haltekraft“, erklärt Kermes. Eine schnelle Lösung gebe es im Moment allerdings nicht, weil das Käferholz aus den Wäldern müsse. „Es dauert, bis die natürliche Vegetation wiederkommt“, sagt Kermes. „Sträucher und kleine Bäume brauchen mehrere Jahre, bis sie soweit gewachsen sind, dass sie wieder eine Schutzwirkung ausüben.“

Viel stärker als die abgeholzten Flächen seien aber die Wege von Erosion betroffen. „Ein Problem sind die Fahrspuren: Darin sammelt sich das Wasser und schießt dann mit einer gewaltigen Kraft auf die Wege“, sagt Kermes. Der Grund dafür, dass sich Fahrspuren bilden, ist die Dimension des Einschlags und des Abtransports. „Wir haben schon eine hohe Dichte an Maschinen in den Wäldern und eine intensive Befahrung.“

In einem normalen Jahr werden pro Hektar 30 bis 50 Festmeter Holz geerntet, was vier bis fünf Fahrten in den Rückegassen erfordert, rechnet Kermes vor. Jetzt seien es 500 bis 600 Festmeter pro Hektar, was etwa 80 Fahrten entspreche.

„Wir sollen den Wald nicht flächig befahren, sondern fahren in der Regel auf angelegten Gassen.“ Auf diesen wird nach Möglichkeit auch Restmaterial wie Astwerk gelegt. Doch bei der Intensität des Verkehrs bilden sich Fahrspuren. „Und die sind häufig der Ansatzpunkt für Auswaschungen“, so Kermes.

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