Kommunalwahl 2020

CDU unterstützt Bürgermeister Uwe Schmalenbach bei erneuter Kandidatur

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Die CDU Herscheid unterstützt Schmalenbachs erneute Kandidatur.

Herscheid – Deutlicher hätte die Rückendeckung der Herscheider CDU für Bürgermeister Uwe Schmalenbach nicht ausfallen können. Bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstagabend stimmte die Union einstimmig dafür, den Amtsinhaber bei der im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahl erneut zu unterstützen.

„Ich habe die Zusammenarbeit mit Uwe Schmalenbach als sehr ergiebig kennengelernt, ohne persönliche Eitelkeiten“, sagte der Herscheider CDU-Vorsitzende Sebastian Moos. Das sei nicht nur in der großen Politik, sondern auch gerade auf lokaler Ebene wichtig. „Die Politik, die wir hier vor Ort machen, ist die, die Bürger zuerst zu spüren bekommen.“

Schmalenbach selbst legte bei der Versammlung seine Beweggründe für seine erneute Bürgermeisterkandidatur dar. Aus seiner Sicht habe sich in den vergangenen Jahren in Herscheid viel bewegt, sagte er: „Wir haben Einiges erreicht, viel mehr, als man vielleicht erwarten konnte”, sagte Uwe Schmalenbach. „Es läuft ganz ausgezeichnet, und das motiviert mich, erneut zu kandidieren.”

Fokussierung auf Zukunftsthemen

Das Erreichte sei dabei ein Gemeinschaftswerk, betonte er und verwies auf ein gutes Verwaltungsteam und lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung. „Es eint uns, dass wir die Gemeinde nach vorne bringen wollen – davon profitiert die Gemeinde sehr.“

In seiner Rede vor den CDU-Mitgliedern wollte sich Schmalenbach jedoch weniger mit dem bereits Erreichten befassen, sondern richtete den Blick in die Zukunft. Als die wesentlichen Themen für die kommenden Jahre identifizierte er den demographischen Wandel, die Digitalisierung und die Finanzen. Diese könne man nicht isoliert betrachten, sondern sie spielten in ganz viele weitere Themen hinein und bedingten sich auch gegenseitig, sagte Schmalenbach.

Materiell gehe es den Herscheidern sehr gut, beim Durchschnittseinkommen sei die Gemeinde auf Platz 15 von 400 Kommunen in NRW. Auch die Arbeitslosigkeit sei niedrig. „Wir haben aber eine deutliche Bildungswanderung, weil viele junge Menschen zur Ausbildung und zum Studium wegziehen.“ Gleichzeitig werde die Bevölkerung älter. „Die Gruppe der über 70-Jährigen hat sich seit 1980 verdoppelt“, sagt Schmalenbach. Da die Menschen immer älter würden, müsse man sich mit entsprechenden Veränderungen der Infrastruktur darauf vorbereiten.

Die dramatische Prognose von 2009, dass Herscheids Bevölkerung bis Anfang 2020 auf 6390 Einwohner zurückgehen würde, habe sich allerdings nicht erfüllt, stellte der Bürgermeister fest: „Wir sind immer noch bei 7 000, das ist eine wesentlich bessere Entwicklung als prognostiziert. Daran sieht man auch, dass man es beeinflussen kann.“

Beim Thema Digitalisierung verwies Schmalenbach auf die komplizierten Prozesse, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Schnelles Internet sei aber in vielen Bereichen wichtig, ob bei Bankgeschäften, beim Arbeiten im Homeoffice, an den Schulen, oder in der Medizin. Um junge Leute in Herscheid zu halten oder nach der Ausbildung zur Rückkehr zu bewegen, sei diese Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung, betonte Schmalenbach sowohl in seiner Rede als auch in der Fragerunde, als das Thema erneut aufkam. Auch der Fachkräftemangel und Zeitverträge etwa im Lehrerbereich wurden ebenfalls angesprochen.

Bei Prozessen Bürger mitnehmen

Nicht nur Schmalenbach widmete sich diesen Themen, sondern im Anschluss auch der ebenfalls eingeladene Landtagsabgeordneter Thorsten Schick, zugleich Kreisvorsitzender der CDU. Selbst unbefristete Beamtenstellen blieben häufig unbesetzt, sagt Schick, weil die Wirtschaft den Bewerbern häufig attraktivere Angebote machen könne. Insgesamt betonte Schick, dass die Belange der Bevölkerung in ländlichen Regionen in der öffentlichen Diskussion zu kurz kämen, sei es beim Ausbau von Breitband und mobilem Internet oder beim Thema E-Mobilität. Man dürfe sich zwar nicht von Entwicklungen entkoppeln, allerdings seien die Probleme und Herausforderungen in ländlichen Regionen wie dem Sauerland andere als in den Großstädten. „Ich würde mir wünschen, dass Themen nicht nur durch die Brille größerer Kommunen gesehen werden“, sagte Schick.

Beim Thema Digitalisierung – darauf ging Schmalenbach in seiner Rede ebenfalls ein – spiele das Thema Kommunikation ebenfalls eine wichtige Rolle für die Verwaltungen. „Wir müssen uns auch Gedanken darüber machen, wie wir künftig mit den Bürgern kommunizieren.“ Dabei müsse man auch darüber nachdenken, die sozialen Medien stärker zu nutzen, um die Bürger zu informieren. „Sonst wird es schwierig, die Bürger bei Prozessen mitzunehmen.“

Bürgermeister Uwe Schmalenbach tritt auch zur Kommunalwahl 2020 wieder an.

Beim Thema Finanzen befinde man sich auf einem guten Weg, um das Ziel zu erreichen, im Jahr 2022 eine schwarze Null im Haushalt aufzuweisen. „Das ist allerdings abhängig von den Einzahlungen aus dem Betrieb“, sagte Schmalenbach. Auch hier spiele der demographische Wandel eine Rolle. „Wenn die Bevölkerung älter wird, wird der Einkommenssteueranteil zurückgehen“, verwies er auf eine künftige Herausforderung. Deswegen sei es sinnvoll, sich weiterhin um Fördermittel zu bemühen. „Vor allem in dem Bereich, wo wir ohnehin tätigwerden wollen, wie zum Beispiel bei der Freibadsanierung.“

Positiv stellte Schmalenbach heraus, dass man etwa beim derzeit beherrschenden Thema Klima bereits frühzeitig ein Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht habe. Auch im Bereich Gesundheit habe man in Herscheid eine gute Infrastruktur. Mit zwei sehr modernen Hausarztpraxen, Zahnarzt, Optiker und Physiotherapeuten könne man fast schon von einem Gesundheitscampus sprechen. Wichtig sei es auch, Kindern, Jugendlichen und Familien etwas zu bieten. Schmalenbach nannte die gute Quote bei der U3-Betreuung und das sehr gute Angebot des Jugendzentrums. Auch die Vermarktung der 21 Grundstücke am Rahlenberg zeige, wie attraktiv Herscheid für Familien sei.

Nicht genutztes Freizeit-Potenzial

„Wo wir unsere Potenziale nicht nutzen, ist im Bereich Freizeit und Tourismus“, monierte Schmalenbach. Trotz guter Voraussetzungen sei man hier etwas ins Hintertreffen geraten gegenüber den Nachbarkommunen in der Leader-Region oben an der Volme, mit denen man inzwischen zusammenarbeite und auch schon ein gutes Konzept zur Regionale 2025 erarbeitet habe. Jeder habe dabei die Chance, seine Ideen einzubringen, dann bleibe Herscheid auch ein Ort zum Bleiben.

Es sei aber auch jeder gefragt, positiv über seinen Ort zu sprechen und dessen Vorzüge herauszustellen. Das wolle auch er als Bürgermeister tun. „Mit dem Bürgermeister-Amt ist eine große Verantwortung für den Ort verbunden, aber mir macht die Aufgabe große Freude und ich werde meine ganze Kraft nach wie vor für das Wohl der Gemeinde einbringen“, versicherte Schmalenbach.

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