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Sprechstunde mit dem Arzt vor der eigenen Haustür

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Von: Dirk Grein

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Das Mobil Sorglos B steht seit Donnerstag am Herscheider Rathaus.
Das Mobil Sorglos B steht seit Donnerstag am Herscheider Rathaus. © Foto: Hochstein / Gemeinde Herscheid

„Wir sind einen Schritt weiter“, verkündete Fachbereichsleiterin Bärbel Sauerland im Sozialausschuss. Damit bezog sie sich auf das Projekt Mobil Sorglos: Dieses war im April 2021 mit einem Lieferservice gestartet und wird nun um das Mobil B erweitert, in dem Video-Sprechstunden ermöglicht werden.

Herscheid - Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein umgebautes und mit der entsprechenden Technik ausgerüstetes Wohnmobil. Dieses ist in dieser Woche nach intensiver Planung ausgeliefert worden und steht seit Donnerstag vor dem Herscheider Rathaus.

Dort wird es lediglich geparkt. Der Grundgedanke dahinter: Die Sprechstunde mit dem Arzt, dem Therapeuten oder Apotheker soll direkt vor der Haustür der Bürger stattfinden. Diese brauchen dann keine weiten Wege mehr auf sich nehmen, sondern können in einem geschützten Rahmen Gespräche führen. Auch das Warten in Wartezimmern entfällt durch diesen Service.

„Das neu umgebaute Wohnmobil, das eigens für Videosprechstunden und Beratungen jeglicher Art ausgestattet wurde, kann kostenlos nach Hause bestellt werden und soll somit eine barrierearme Alternative für mobil eingeschränkte Menschen in Plettenberg und Herscheid bieten“, informiert die Gemeinde auf ihrer Homepage.

Und so ist die Benutzung angedacht: Nach telefonischer Terminvereinbarung wird das Mobil B von ehrenamtlichen Fahrern vor die Wohnung oder das Haus der Bürger gefahren. Dort erfolgt zunächst eine Einweisung in die Nutzung der Technik, sodass diese optimal angewendet werden kann. „Die Videokonferenz findet selbstverständlich nach den aktuellen Datenschutzvorgaben statt“, betont die Gemeinde.

Kosten und Dauer

Das Gesamtprojekt Mobil Sorglos wird im Rahmen des Bundesentwicklungsprogramms „Ländliche Entwicklung – LandMobil“ gefördert und ist zunächst auf eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt. Die Gesamtkosten in Höhe von 200 000 Euro werden zu 90 Prozent durch Fördermittel des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aufgebracht. Die verbleibenden Kosten (20 000 Euro) werden die kooperierenden Nachbarkommunen Herscheid und Plettenberg aufbringen.

Am Freitag fand der erste Testlauf statt. Dabei wurde geprüft, ob die Internetverbindung funktioniert und das Mobil auch in den Außenbereichen online nutzbar ist. Für die kommende Woche ist dann eine erste „echte“ Videokonferenz geplant.

Aktuell sind mehrere Ärzte aus Plettenberg, die Pflegeberatung des Märkischen Kreises, die Caritas, die Dorf-Apotheke Herscheid und eine Selbsthilfegruppe aus Plettenberg mit dabei. Über Zuwachs in diesem Bereich würden sich die beiden Nachbarkommunen freuen.

Das Mobil B ist zunächst für die Dauer von einem Jahr von dem Plettenberger Unternehmen Wick Hellmobil ausgeliehen. Ob das Mobil dauerhaft eingesetzt werden soll, hängt davon ab, wie der Service von den Bürgern angenommen wird. eB / dg

Ab sofort werden Terminreservierungen entgegengenommen – im Herscheider Rathaus unter Tel. 0 23 57 /90 93 21, im Plettenberger Rathaus unter Tel. 0 23 91 /92 33 35 oder per E-Mail an bestellen@mobilsorglos.de

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