Keine Alternativen in der Hardt und am Silberg

Sind Radfahrer nur Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse?

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An dieser Stelle geht es für Fußgänger und Fahrradfahrer nicht weiter: Die Absperrungen sind zwar inzwischen ein Stück zur Seite geschoben worden, doch die Beschilderung am Silberg bleibt in Kraft.

Herscheid – Bei gutem Wetter sieht man sie inzwischen auch in Herscheid immer häufiger: Nicht zuletzt durch das E-Bike liegt Fahrradfahren voll im Trend. Einziger Haken an der Sache: Das Radwegenetz lässt zu wünschen übrig. 

Davon abgesehen sind Radfahrer im öffentlichen Straßenverkehr vielen Gefahren und Schwierigkeiten ausgesetzt. Eine davon befindet sich im Bereich der Gemeindegrenze: Von Lüdenscheid kommend ist der Rad- und Fußweg am Kopfe des Silbergs gesperrt.

Diese Maßnahme ist nur halbherzig ausgeführt, meint Thomas Dahlhaus. Der Herscheider nutzt die Strecke normalerweise regelmäßig; er fährt häufig mit dem Rad zur Arbeit oder auch in der Freizeit zur Versetalsperre. „Schon mehrmals habe ich mich beim Vorbeifahren an dieser Absperrung und Beschilderung über den Sinn und Nutzen gefragt. Auch darüber, welche Alternative die Fußgänger und Radfahrer nutzen sollen“, so Dahlhaus. 

Inzwischen seien die Absperrungen zwar etwas zur Seite geschoben und ein Vorbeifahren ist theoretisch möglich. „Aber das stellt ja das Schild nicht außer Kraft“, betont der Herscheider. 

Radfahrer können an dieser Stelle auf die viel befahrene Fahrbahn ausweichen. „Aber was machen Personen, die dort zu Fuß entlang wollen (was zugegeben nach meiner Beobachtung eher selten der Fall ist)? Müssen die Fußgänger auch die Fahrbahn nutzen? Oder darf man vom Silberg nicht zu Fuß Richtung Hardt laufen?“, fragt Dahlhaus. Fest steht für ihn: „Meiner Meinung nach hat man es sich mit dieser Sperrung etwas einfach gemacht und der Grund der Sperrung ist nicht offensichtlich.“ 

Dahlhaus vermutet, dass die Maßnahme im Zusammenhang mit der Baustelle im weiteren Verlauf der Landstraße 561 im Bereich der Ortslage Hardt steht. Dort werden zwei Brückenbauwerke erneuert und der Verkehr wird über eine Stichstraße umgeleitet. Die Situation für Fußgänger und Radfahrer sei schrecklich, betont der Herscheider: „Schon für Autofahrer ist es eng – als Radfahrer bekommt man dort Angst entlangzufahren. Es gibt aber keine Alternative.“ Ein Fußweg, auf dem man das Fahrrad schieben könnte, existiere nicht. 

„Diese Baustelle bleibt uns noch eine Weile erhalten und vielleicht gibt es durch eine andere Beschilderung oder weitere Baumaßnahmen eine Möglichkeit, die Situation für Radfahrer und Fußgänger etwas weniger gefährlich zu gestalten“, hofft Dahlhaus auf Besserung und bringt dabei als möglichen Gedanken eine Umleitung für Radfahrer über die Ortslage Brink ins Spiel. 

Dass in anderen Bereichen Deutschlands mehr Wert auf die Belange der Zweiradfahrer gelegt wird, das erlebte Dahlhaus übrigens vor Kurzem beim Urlaub an der Donau. Dort werden bei Baustellen oder Straßensperrungen auch automatisch alternativen Routen für Radfahrer ausgewiesen. 

Davon sei man in der heimischen Region noch ein ganzes Stück entfernt, bedauert der Herscheider, dass hierzulande Radfahrer sich oftmals als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse fühlen.

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