Wo setzen Sie in puncto Straßenverkehrsnetz die Schwerpunkte? Die Herscheider Kommunalpolitiker antworten

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Eine der rissigsten und löchrigsten Straße im Gemeindegebiet ist die Landstraße 696 in Höhe der Ortschaft Reblin.

Herscheid - Sechs Fragen stellt das ST den für den Herscheider Gemeinderat kandidierenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft. Die dritte Frage lautet: Wo setzen Sie in puncto Straßenverkehrsnetz die Schwerpunkte?

Die Antworten der Parteien / der Wählergemeinschaft.

CDU: Wer zu schnell fährt, soll auch zahlen

Die CDU hat schon für die kommende Legislaturperiode vorgearbeitet. Wir haben den Antrag für ein Verkehrsberuhigungskonzept auf den Weg gebracht. Dabei wird es wichtig sein, nicht die komplette Gemeinde mit Hindernissen und Verkehrszeichen zuzupflastern. Es muss gelingen, dies nur an Brennpunkten zu machen. Wir befürworten stärkere Geschwindigkeitsmessungen um klar zu machen, dass wir nicht gewillt sind mit Steuergeldern Raserei zu verhindern, sondern wünschen uns das Verursacherprinzip. Wer zu schnell fährt, soll auch zahlen. Das Thema Nordhelle muss sicherlich auch für den Silberg und die L 561 von Hardt nach Herscheid erweitert werden. Erholungssuchende Wanderer, Fahrradfahrer und Reiter können nicht wegen wenigen Unbelehrbaren mit manipulierten Auspuffanlagen gefährdet und benachteiligt werden. Dem kann man nur mit Kontrollen und in letzter Konsequenz mit einer einseitigen Streckensperrung für Motorradfahrer am Wochenende wie zwischen Rönkhausen und Wilde Wiese entgegenwirken. Das umfangreiche Straßennetz erfordert ständig Mittel für die Unterhaltung. Durch das Wegenetzkonzept gibt es jetzt die Möglichkeit, auch die Wege im Außenbereich in einem guten Zustand zu halten. Durch die starke Käferplage werden viele Wirtschaftswege sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier dürfen wir die Waldbesitzer nicht im Regen stehen lassen, denn sie sind weitgehend schon mit der Wiederaufforstung überfordert.

SPD: Radwegenetz weiter ausbauen

In einer Flächengemeinde wie Herscheid ist ein gut ausgebautes Verkehrsnetz unbedingte Voraussetzung. Dazu gehören ordentliche Straßen, ebenso aber auch vernetzte Rad- und Fußwege. Wir investieren regelmäßig viel Geld in die Unterhaltung der gemeindlichen Infrastruktur. Die SPD Herscheid wird sich dafür einsetzen, dass dies auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. Hierzu sind bereits Grundsatzentscheidungen gefallen. Im Wegekonzept haben wir festgelegt, wo in den nächsten Jahren in die Unterhaltung von Wirtschaftswegen investiert wird. Das Radwegenetz muss weiter ausgebaut werden. Hier sind wir erst am Beginn. Deshalb richtet die SPD Herscheid hierauf ein Hauptaugenmerk. Der Radweg vom Müggenbruch zum Birkenhof darf hierbei nur der Anfang sein. Es gilt eine Vernetzung im gesamten Gemeindegebiet und darüber hinaus zu schaffen. Verkehrsberuhigung in den Ortsteilen soll überall dort erfolgen, wo es sachlich geboten und konzeptionell vorbereitet ist. Hier ist die SPD Herscheid offen für Anregungen aus der Bevölkerung. Der Kreuzungsbereich L 561 Bahnhofstraße ist unbedingt sicherer zu gestalten. Verkehrsbeschränkende Maßnahmen, wie z. B. auf der Nordhelle, können nicht von der Gemeinde Herscheid angeordnet werden. Dafür ist der Märkische Kreis zuständig. Wo die Notwendigkeiten vorhanden sind, werden wir entsprechende Anträge stellen. Daraus resultierende Anordnungen müssen aber auch rechtssicher sein. Andernfalls sind eventuelle Maßnahmen anfechtbar.

UWG: Die wenigen Unbelehrbaren ausbremsen

Aufgrund der Länge des Straßennetzes und der nicht ausreichenden finanziellen Mittel können Erneuerungen nur in begrenztem Umfang durchgeführt werden. Hilfreich ist das erstellte Wegenetzkonzept, das die Maßnahmen priorisiert und zugleich deren Förderung dient. Ebenso wichtig ist eine deutlich engere Abstimmung mit den Ver- und Entsorgungsunternehmen, um Maßnahmen gemeinsam wirtschaftlicher durchzuführen. Die Nutzung der Straßen erfordert gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Die Forderung nach Verkehrsberuhigung ist sicherlich verständlich, allerdings ist hier nach objektiven Maßstäben und Messungen (auch mit Anzeige der gefahrenen Geschwindigkeit am Messgerät als Hinweis) einheitlich zu entscheiden, wo etwas zu tun ist. Wichtig sind hier auch Maßnahmen im Bereich der Nordhelle und auf anderen Abschnitten der Landstraßen, um die wenigen Unbelehrbaren, die Straßen mit einer Rennstrecke verwechseln, wirksam auszubremsen. Für viele Straßen im Gemeindegebiet ist das Land zuständig. Hier ist in den letzten Jahren – auch mit personeller Unterstützung durch das Herscheider Bauamt – einiges geschehen. Weitere Maßnahmen sind dringend erforderlich, so zum Beispiel die Sanierung der L 561 nach Hüinghausen oder auch der Straße in Richtung Oester. An mehreren Kreuzungen können wir uns wie zum Beispiel im Bereich der Hardt oder der Kreuzung Bahnhofstraße / Plettenberger Straße / L561 sehr gut vorstellen, durch den Bau von Kreisverkehren die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Bündnis 90 / Die Grünen: L561 - Tempo 50 zwischen den Ortseingängen

Unsere Gemeinde ist durch die Hauptstraße L561 geteilt, die mit einem Zebrastreifen am Kreisel und einer Art Fußgängerinsel in Höhe Bruchbach/Bahnhofstraße in Kombination mit dem geltenden Tempo 70 nur unzureichend passierbar für Fußgänger ist. Direkt an der Hauptstraße gelegen sind zudem die Dorfwiesen, auf denen täglich kleinere und größere Kinder spielen und die sich durchaus auch im Bereich der Hauptstraße aufhalten oder diese überqueren müssen. Wir setzen uns für Tempo 50 zwischen den Ortseingängen Höhe Lüdenscheider Straße und Müggenbrucher Weg ein. Außerdem sprechen wir uns für einen Kreisverkehr anstelle der Kreuzung Feuerwehr ein, um diese Verkehrsberuhigung zu unterstützen und um auch einen flüssigeren Autoverkehr von und zur Plettenberger Straße und Bahnhofsstraße positiv zu unterstützen. Von diesen Maßnahmen erhoffen wir uns eine deutliche Reduzierung der Raserei und somit mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Wir setzen uns für weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen in Wohngebieten ein und sprechen uns z.B. für Tempo 30 an der Räriner Straße aus, die bisher gerne als Ausweichstrecke zum schnellen Fahren einlädt. Wie schon für den Bereich der L561 gilt: Die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer steht an oberster Stelle.

FDP: Soviel wie nötig, aber nicht mehr als nötig

Verkehrsberuhigung und Sicherung der Bürger sind ein Schwerpunkt der FDP Herscheid. Uns ist es wichtig, an neuralgischen Punkten gemeinsam mit Anwohnern und Verwaltung zeitnah wirksame und effiziente Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. In Wohngebieten und Außenbezirkslagen gleichermaßen gilt der Schutz insbesondere von Kindern und Fußgängern. Die FDP Herscheid will in der nächsten Legislaturperiode ein entsprechend umfassendes Konzept nicht nur an einzelnen Hotspots, sondern unter Mitwirkung der Bürger in der gesamten Gemeinde prüfen und an geeigneten und notwendigen Stellen umsetzen. Das Motto hierbei lautet soviel wie nötig, aber nicht mehr als nötig. Die Infrastruktur der Kernstraßen zu den Außenbezirken muss entsprechend erhalten und grundlegend zukunftssicher saniert werden. Insbesondere auch der Abtransport des durch den Borkenkäfer geschädigten Fichtenbestands fordert unseren Straßen hierzu aktuell und in naher Zukunft einiges ab. Aus Eigenmitteln wird uns dies nicht gelingen, hier sind wir auf Unterstützung vom Land und Bund angewiesen. Die Außenbezirke haben ein Recht auf gute Anbindung und Sicherung der Wohnorte außerhalb des Gemeindezentrums für die nächsten Generationen. Es ist schade, dass einige wenige Motorradfahrer den vielen vernünftigen Vertretern tolle Erholungsstrecken zu nehmen drohen. Wir setzen hier nicht auf ein generelles Verbot, sondern auf Dialog und Entschärfung der „Applauskurven“ und Lärmbereiche. Hier können wir mitwirken, die Entscheidung liegt nicht bei der Gemeinde.

ÖDP: Effektive Reduzierung von Elterntaxis

In Herscheid sind einige Straßen in schlechtem Zustand, insbesondere die Straßen zu entfernter liegenden Ortsteilen aber auch Verbindungsstraßen müssen sukzessive erneuert werden. Unser Anspruch ist es, die Straßen zu schonen, indem attraktive Alternativen zum Individualverkehr geboten werden. So setzen wir uns beispielsweise für die freie (Mit-) Fahrt von Kindern, Jugendlichen und Auszubildenden im ÖPNV ein. Dadurch erhoffen wir uns eine effektive Reduzierung von sogenannten „Elterntaxis”. Bei Straßenbauprojekten fordern wir, dass die Schaffung von Radwegen verpflichtend wird. In den vergangenen Monaten hat die Zahl der Radfahrer erfreulicherweise zugenommen! Dies führt aber zu beengten und gefährlichen Verhältnissen auf unseren Straßen, nicht zuletzt durch die neuen Abstandsregeln beim Überholen von Fahrrädern. Anhand des Beispiels aus Elsen möchten wir uns für weitere „Berliner Kissen” einsetzen. Insbesondere in Durchfahrtsstraßen, die als 30er-Zone ausgewiesen sind, wird zu schnell gefahren. Hier sollte man im Bereich von Kitas aber auch auf Schulwegen beginnen und die Anbringung dieser Kissen ausweiten. Auch ein Kreisverkehr im Kreuzungsbereich von Plettenberger Straße und Bahnhofstr. mit der Umgehungsstraße erhoffen sich weite Teile der Herscheider Bevölkerung. Dies befürworten wir und hoffen dadurch die Ortsumgehung zwischen den beiden Kreisverkehren deutlich zu beruhigen und Gefahrenschwerpunkte zu entschärfen.

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