Tester leisten Aufklärungsarbeit und entkräften wilde Gerüchte

Schnelltestzentrum im Familientest: „Überhaupt nicht schlimm“ 

Die anfängliche Skepsis von Mutter Sonja war unbegründet: Der Nasentest hat lediglich ein wenig gekitzelt.
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Die anfängliche Skepsis von Mutter Sonja war unbegründet: Der Nasentest hat lediglich ein wenig gekitzelt.

Ziele für Familienausflüge sind in diesen Tagen rar gesät. Eine lohnenswerte, weil sinnvolle Alternative stellt das Schnelltestzentrum in der Gemeinschaftshalle dar. Dort können sich nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche auf das Coronavirus testen lassen – genau das hat meine Familie getestet und zwar alle drei Möglichkeiten

Herscheid - Über die Internetseite haben wir uns zwei Doppeltermine gesichert. Nach der raschen Anmeldung geht es auch schon los mit eingehenden Erläuterungen: „Das Säuglingsalter finde ich zu früh für einen Test“, meint Linda Synowzik. Die Testerin empfiehlt: Können Kinder eigenständig einen Lutscher schlecken, dann dürfte für sie auch der Schnelltest nicht befremdlich sein.

Meine beiden Söhne Yannik (drei Jahre) und Leander (sechs Jahre) sind kleine Süßigkeitenexperten. Für sie ist die Lollipop-Variante wie gemacht. Das dünne Stäbchen mit weichem Ende können sie selbst auf ihre Zungen legen. Etwa 15 Sekunden wenden sie es im Mund hin und her, so als ob sie einen Lutscher schlecken. „Das war lustig“, meint Leander sogar; Yannik gibt zwar keinen Kommentar ab, lächelt und nickt aber zustimmend.

Das Testteam mit Nadine Lück, Manfred Schäfer, Linda Synowzik und Kathrin Barton.

Der durch den „Lolli“ aufgezogene Speichel wird von den Testern kontaktfrei in einem kleinen Fläschchen mit Trägerflüssigkeit vermengt; drei Tropfen davon werden auf den Teststreifen gegeben.

Während die Kinder schon auf ihr Ergebnis warten, setzt sich Mutter Sonja auf den Stuhl. Sie hat sich für den Nasen-Abstrich entschieden. „Tut das weh?“, will sie wissen. „Überhaupt nicht“, beruhigt Tester Manfred Schäfer. Er weiß, dass viele Gerüchte in der Welt umhergondeln. Eines davon, dass das Teststäbchen bis ins Gehirn gesteckt wird, kann er entkräften. „Das geht schon allein wegen der menschlichen Anatomie nicht.“

Sohnemann Leander (6 Jahre) gefiel der Lollipop-Test.

Stattdessen wird das biegsame Stäbchen nahezu waagerecht in die Nase eingeführt, etwa zwei Zentimeter tief. „Wir müssen die Schleimhäute berühren“, erklärt Linda Synowzik. Gesagt, getan – und schon ist die Nase wieder frei. „War überhaupt nicht schlimm“, sagt Sonja erleichtert.

Sitzplatzwechsel, jetzt ist der Vater an der Reihe: Ich habe mich für den Rachenabstrich entschieden. „Einmal bitte in die Maske husten“, lautet die erste Aufforderung. Dieser komme ich nach, um danach die Maske abzusetzen und den Mund zu öffnen.

Ein wenig skeptisch sieht Yannik (drei Jahre) aus, daher geht ihm Mutter Sonja beim CoronaSchnelltest zur Hand.

Ein Teststäbchen wird mir in den hinteren Rachenbereich geschoben. Zugegeben: Angenehm ist das nicht, automatisch setzt ein Schluck-Reflex ein. Doch eine Sekunde später ist das Stäbchen auch schon in dem Fläschchen mit der Trägerflüssigkeit verschwunden und ich kann wieder uneingeschränkt durchatmen.

„Das Ergebnis schicken wir per Email zu“, versichern die Mädels vom Computer-Tisch, Kathrin Barton und Nadine Lück. Und tatsächlich: Kaum sind wir daheim angekommen, erhalten wir die Bestätigungen, dass alle unsere Tests negativ ausgefallen sind. Für den Moment sind wir erleichtert – und weil das Testen reibungslos funktioniert hat, werden wir es in den nächsten Tagen bestimmt wiederholen.

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