Rundgang auf dem Hof Voß

Auch Kühe bekommen Sonnenbrand - doch woran erkennt man ihn?

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Bis zu 180 Liter Wasser trinkt jede Kuh an heißen Sommertagen.

Herscheid - Deutschland litt in den vergangenen Wochen unter der Hitzewelle und der Schwüle. Selbst in der Nacht fielen die Temperaturen nur knapp unter 20 Grad. Viele Menschen kämpfen bei solchen Bedingungen mit Migräne, Kreislauf und Schwindel. Doch wie geht es den Tieren in der Landwirtschaft?

Auch auf dem Hof Voß in Friedlin waren Kühe, Ziegen, Schafe, Gänse und Pfauen der Hitze ausgesetzt. Bei einem Hofrundgang mit Jana Voß zeigte die junge Landwirtin auf, wie man die Tiere schützt und schont. 

Auf der großen Weide neben dem Stall genossen rund 20 trächtige Kühe die angenehmen morgendlichen Temperaturen und den Wind. „Diese Kühe sind Trockensteher, was bedeutet, dass sie in den nächsten sechs Wochen kalben. Sie werden nicht mehr gemolken und können sich hier auf der großen Weide erholen. Hier gibt es auch genug Schatten, sodass sich die Kühe die besten Plätze je nach Wetterbedingungen aussuchen können“, erklärte Voß, denn auch Kühe können Sonnenbrand oder einen Hitzeschlag bekommen.

Den Sonnenbrand erkennt man durch eine rote Nase. Ähnlich wie beim Menschen ist bei den Kühen die Flüssigkeitsaufnahme wichtig. Pro Tag trinkt eine Kuh rund 60 Liter Wasser, bei heißen Temperaturen können es bis zu 180 Liter werden. Das Wasser bezieht man über einen Brunnen im Dorf, für das der Landwirt ein Nutzungsrecht besitzt. 

„Im Sommer aber reicht das Brunnenwasser nicht aus, dann müssen wir Leitungswasser nachfüllen“, so Voß. Eine Wasserstelle, befüllt per Wassertank, bietet den Kühen auf der Weide ausreichend Wasser. Im Stall sind zahlreiche Tränken, die alle Kühe versorgen. Die jungen Kälber bekommen neben sechs bis acht Litern Milch pro Tag zusätzlich Wasser. Hitze bedeutet bei Kühen alles über 20 Grad Celsius.

Eine Umstellung der Nahrung gibt es in den Sommermonaten nicht. „Kühe sind Routinetiere. Sie hätten am liebsten 365 Tage das gleiche Futter, den gleichen Tagesablauf, das gleiche Umfeld. So leben die Kühe stressfrei“, so die Landwirtin weiter. Das Futter wird bei heißen Bedingungen in kleineren Mengen, dafür aber öfter durch die Futteranlage den Kühen zugeführt. „Eine frische Futtervorlage ist für die Kühe immens wichtig“, so Voß zur Versorgung. 

Die kleine Zwergziegenherde stammt aus einer wärmeren Region und kommt mit den Wetterbedingungen sehr gut zurecht.

Neben der umfangreichen Wasseraufnahme gibt es zur Kühlung für die Kühe auch eine Befeuchtungsanlage, quasi eine Dusche für Kühe. Und ab 21 Grad Stalltemperatur laufen automatisch Ventilatoren an. Die kleine Zwergziegenherde kommt mit heißen Bedingungen besser zurecht. Zwar heißt es auch hier, ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen, aber die Zwergziegen stammen aus einer wärmeren Region und sind daher die Bedingungen gewohnt. 

Die Schafherde wurde schon im Frühjahr auf den Sommer vorbereitet, wenn sie geschoren werden. Das Fell ist daher im Sommer nicht so dick. Doch auch die Schafe achten darauf, bei heißen Bedingungen Schattenplätze zur Verfügung zu haben.

Im Gänsegehege ist jeden Tag Badetag angesagt, der große Wassertrog wird von den fränkischen Landgänsen, eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse, sowohl als Trink-, als auch als Badestelle genutzt. Die Pfauen sind hauptsächlich in ihrem Stall und werden, zum Schutz vor dem Fuchs, nur dann freigelassen, wenn auch Betrieb auf dem Hof ist. Das wichtigste Lebensmittel auf dem Voßschen Hof ist somit eindeutig Wasser – der Quell des Lebens.

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