Viel Verkehr auf Abkürzungsstrecke

Sanierung unter Vollsperrung: Tausende Tonnen Asphalt erneuert

65 Lkw-Ladungen Asphalt wurden auf dem ersten gut 1080 Meter langen Abschnitt mit
dem Straßenfertiger verteilt.
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65 Lkw-Ladungen Asphalt wurden auf dem ersten gut 1080 Meter langen Abschnitt mit dem Straßenfertiger verteilt.

Auf der Landstraße 561 wird zwischen Weiße Ahe und Hüinghausen die Fahrbahn erneuert. Das erste Wochenende unter Vollsperrung ist geschafft – folgen noch zwei weitere im Mai. 

Herscheid - Saniert werden insgesamt 2,2 Kilometer von Herscheids Hauptverkehrsader. Die Mitarbeiter der beauftragen Firma Gebrüder Schmidt hatten in den letzten Wochen bereits Vorbereitungen getroffen. Am vergangenen Wochenende war dann das gut 1080 Meter lange Teilstück zwischen der Langenbecker Brücke und dem Parkplatz Weiße Ahe mit der eigentlichen Fahrbahnerneuerung an der Reihe. Die Straßensperrung ab Freitag, 17 Uhr, markierte den Startschuss für die Fräsarbeiten.

Bis in die frühen Morgenstunden haben die Mitarbeiter Teile der alten, maroden Fahrbahn bis zu einer Tiefe von rund zwölf Zentimetern abgetragen. „Wir haben ungefähr 2200 Tonnen Altasphalt herausgeholt“, berichtet Bauleiter Marvin Stricker im Gespräch. Gegen 3 Uhr konnte dieser Arbeitsschritt abgeschlossen werden.

Nur wenige Stunden später, gegen 7 Uhr, ging es weiter: mit dem Auftragen der Bindeschicht. Rund 1500 Tonnen Asphalt wurden dafür angeliefert. „Das sind gut 65 Lkw-Ladungen“, verdeutlicht der Bauleiter. Die Sattelzüge, die im Abstand von wenigen Minuten zur Baustelle kamen, fuhren rückwärts an den Straßenfertiger heran, mit dem die neue Schicht aufgetragen wurde.

Länger und Verzögerungen durch eine halbseitige Sperrung der Landstraße 707: Die offizielle Umleitung von Herscheid entlang der Oestertalsperre nach Plettenberg war nicht bei vielen Verkehrsteilnehmern beliebt.

„Alles läuft nach Plan“, lautete das Zwischenfazit am Samstagvormittag. Über den Sonntag konnte die neue Schicht auskühlen und aushärten. So konnte die Sperrung bis Montag, 5 Uhr, aufgehoben werden und der Verkehr wieder normal fließen.

So geht jetzt weiter: Vom 7. bis 10. Mai werden die gleichen Arbeiten auf dem Abschnitt Langenbecker Brücke bis Ortseingang Hüinghausen in Höhe des Mikadoplatzes durchgeführt. Auch auf diesem Stück fahren Verkehrsteilnehmer dann vorerst auf der Bindeschicht. Die abschließende Asphaltdecke kommt am letzten Vollsperrungs-Wochenende vom 21. bis 24. Mai auf die komplette Strecke. Die Deckschicht wird in voller Fahrbahnbreite aufgetragen. Heißt: Es wird keine Mittelnaht geben.

Keine Wendemöglichkeit: Die Sattelzüge mussten über die abgefräste Strecke rückwärts zum Fertiger fahren.

In Herscheid und Plettenberg wurde an mehreren Stellen mit großen Schildern auf die Sperrung der L561 aufmerksam gemacht. Einige Fahrer sind dennoch bis zu den Warnbaken am Parkplatz Weiße Ahe gefahren, mussten dann aber wieder umdrehen.

Die offizielle Umleitung führte vom Ebbekreisel in Herscheid über die Landstraßen 707 und 696 entlang der Oestertalsperre. Haken: Auch die L707 (Valberter Straße) ist derzeit halbseitig gesperrt – zwischen der Abbiegung Müggenbrucher Weg und Rüendanz. Auch hier wird die Fahrbahndecke erneuert. Verkehrsteilnehmer mussten sich also nicht nur auf eine längere Strecke, sondern auch auf zusätzliche Wartezeit vor der Baustellenampel einstellen.

Beliebt war deshalb auch die Ausweichstrecke über Elsen. Auch die Navigations-Apps von Apple und Google hatten diese Strecke favorisiert vorgeschlagen. Von Plettenberg nach Herscheid konnten so gut sieben Minuten gegenüber der offiziellen Umleitung eingespart werden. Wie schon in der Vergangenheit bei Baustellen auf der L561, hatte das Verkehrsaufkommen durch Elsen „extrem zugenommen“, wie Anwohner berichten.

Geschwindigkeitskontrolle der Polizei am Sonntagnachmittag in Elsen

Die ausgeschilderte Umleitung entlang der Oestertalsperre ist nicht nur länger, sondern beinhaltete am Wochenende aufgrund der halbseitig gesperrten Landstraße 707 zwischen Rüendanz und Abbiegung Müggenbruch eine zusätzliche Verzögerung. In der Konsequenz wichen viele ortskundige Fahrer aus und umfuhren die Vollsperrung auf der L 561 über die Gemeindestraße durch die Ortschaft Elsen. Weil zudem einige Navigations-Apps diese Strecke empfahlen, waren dort auch etliche Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen zu sehen. Doch nicht nur Motorräder und Autos kürzten über Elsen ab, auch die Märkische Verkehrsgesellschaft leitete ihren Pendelbus dorther. Wohl gemerkt: Damit verhielten sich die Fahrer regelkonform. Vor drei Jahren, als ebenfalls wegen Fahrbahnerneuerungen auf der Landstraße 561 mehrere Vollsperrungen notwendig waren, hatte es für die Straße in Elsen noch eine Sonderregelung gegeben. Ordnungsamt, Straßenverkehrsamt, Landesbetrieb Straßen und Polizei hatten seinerzeit zum Schutz der Anwohner den Durchgangsverkehr unterbunden und die Fahrt nach Elsen nur für Anlieger erlaubt. Diese Regelung ist jedoch mit Ende der damaligen Baumaßnahme aufgehoben worden. Generell nicht erlaubt ist es Fahrern von Fahrzeugen mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen, die Straße von Herscheid nach Elsen zu nutzen; sie dürfen nicht weiter als bis zur Ortschaft Wiebruch (auf halber Strecke gelegen) fahren. Ein Fahrer eines großen Lastwagens hatte diese Beschilderung anscheinend ignoriert: Er bog am Sonntagnachmittag auf die Elsener Straße ab, legte jedoch wenige Meter später, in Höhe der Baumtore, doch noch den Rückwärtsgang ein und fuhr vorsichtig wieder in Richtung Ortsmitte zurück. Nicht nur weil ihm dies unfallfrei gelang, kann der Fahrer von Glück reden. Denn zu diesem Zeitpunkt kontrollierte die Polizei die Geschwindigkeit der Fahrer in Elsen – und hätte den Lkw-Fahrer gewiss zur Rede gestellt.

Ab dem Ortsausgang in Hüinghausen war die L561 gesperrt. Mit großen Schildern wurde in Herscheid und Plettenberg auf die Sperrung hingewiesen.

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