Erstmals entsteht bei Sanierung auch ein Sanitärbereich für Frauen

Keine Männerdomäne mehr: Straßenmeisterei rüstet auf

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Das in die Jahre gekommene Hauptgebäude der Straßenmeisterei an der Valberter Straße wird kernsaniert und um einen Anbau erweitert.

Herscheid – Sie kümmern sich tagtäglich um die Verkehrssicherheit. Doch die zentrale Anlaufstelle der heimischen Straßenwärter genügt längst nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Daher wird die Herscheider Straßenmeisterei kernsaniert.

Das Verwaltungsgebäude an der Valberter Straße ist betagt, das ist auf den ersten Blick zu erkennen. „40 Jahre ist es bestimmt alt“, schätzt Betriebsdienstleiter Robin Scherbarth. Zu den größten Schwachstellen zählen die sanitären Einrichtungen. So entsprechen die Duschen, die täglich in Benutzung sind, nicht mehr dem aktuellen Standard. Und Umkleiden, Duschen und Toiletten für Frauen gibt es nicht. „Wir haben aber nun erstmals eine Auszubildende zur Straßenwärterin“, betont Robin Scherbarth, wie dringlich der Umbau war. 

Neben der Kernsanierung der Sanitärräume im unteren Gebäudebereich erfolgt auch eine Optimierung der darüberliegenden Büros. So erhält der Betriebsdienstleiter beispielsweise ein Arbeitszimmer, von dem aus er das Betriebsgelände wesentlich besser im Blick hat als bislang. Im Zuge der Baumaßnahme wird das Verwaltungsgebäude um einen Anbau erweitert. Wie Robin Scherbarth erklärt, werde der Lüdenscheider Meisterei-Stützpunkt aufgegeben und mit der Straßenmeisterei Herscheid zusammengelegt. Daher müssen die Kapazitäten am Standort Valberter Straße aufgestockt werden. 

Doch bis zur Einweihung des sanierten Verwaltungstrakts wird es noch einige Monate dauern: Mitte nächsten Jahres soll dieser bezugsfertig sein. In der Übergangsphase arbeitet die Straßenmeisterei aus einem mehrstöckigen Containerbau heraus, der quasi im Schatten der Baustelle errichtet wurde. Wenngleich Technik, Akten, Möbel und weiteres Inventar nur wenige Meter umgesetzt werden mussten, sei der Umzug Ende April – der von einer Fachfirma betreut wurde – ein logistischer Kraftakt gewesen. Nach kurzer Um- und Eingewöhnung sei man inzwischen komplett einsatzfähig, betont der Betriebsdienstleiter. 

Vor dem Hintergrund des Containerbaus betrachtet Betriebsdienstleiter Robin Scherbarth den Bauzeitenplan.

Mit Spannung blickt er voraus auf die nächste Wintersaison – dann könnte es eng zugehen auf dem Betriebsgelände. Zwischen Baustellenbereich und Containerbau müsse ausreichend Platz nicht nur für die eigenen Fahrzeuge bleiben, sondern auch für die Sattelschlepper, die Streusalz liefern. Das könnte eine knappe Kiste werden, vermutet Scherbarth. 

Doch zunächst widmen sich die Straßenwärter in diesen Tagen vornehmlich den Fahrbahnrändern und weniger den Straßen – bedingt durch Borkenkäfer und Eschentriebsterben. „Bäume machen zurzeit unser Hauptgeschäft aus“, sagt der Betriebsdienstleiter. Ein Fällkran sei nahezu permanent im Gebiet der Herscheider Straßenmeisterei im Einsatz. In Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz werde dafür gesorgt, dass die Verkehrssicherheit nicht durch umsturzgefährdete Bäume beeinträchtigt werde. 

Andere Pflichten stehen derweil hinten an: Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen dürfen die Fahrzeuge zurzeit nur von maximal zwei Straßenmeistern genutzt werden. Daher müssen beispielsweise Asphaltarbeiten vor der kalten Jahreszeit vernachlässigt werden. Wie sich das auf den Zustand der Straßen auswirkt, werde man erst nach dem Winter sehen, erwarten Robin Scherbarth und seine Mitarbeiter also ein durchaus spannendes Jahr 2021.

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