Rammberghalle lebt von Vermietungen und leidet unter Corona-Folgen

Hüinghausens Wohnzimmer ist dringend auf Veranstaltungen angewiesen

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So gut besucht war die Rammberghalle schon lange nicht mehr: Durch Corona sind größere Veranstaltungen - wie der Auftritt von Kabarettist Jochen Malmsheimer, der im November 2019 die Halle füllte - nicht mehr möglich.

Herscheid – Mit kleineren Schäden hat Hüinghausens Wohnzimmer schon länger zu kämpfen – doch jetzt kommen auch noch finanzielle Sorgen durch die Corona-Folgen hinzu. Wie geht es weiter mit der Rammberghalle?

„Seit Mitte März gibt es keine Vermietungen mehr. Unser Kassenstand geht immer weiter in den Keller“, berichtet Sylvia Skripalle, Kassiererin des Trägervereins der Rammberghalle. Ein paar Anfragen habe es zwar gegeben, aber an größere Veranstaltungen sei nicht zu denken, betont auch der Vereinsvorsitzende Henning Schröder, dass öffentliche und private Feiern fehlen: „Wir leben von den Vermietungen und nicht von den Vereinen.“ 

Beim Blick in die Rammberghalle stellt er klar: „Ohne Spenden wäre das hier nicht möglich.“ Daher dankt er allen Sponsoren gerade in diesen Zeiten für ihre finanzielle Hilfe. Mit Geld aus einem Förderprogramm habe es zuletzt nicht geklappt. Unterstützung gibt es dagegen von der Gemeinde Herscheid. Obwohl der Sportunterricht der Grundschule Hüinghausen bis zu den Herbstferien coronabedingt weiterhin im Freien stattfinden muss, laufen die Zahlungen für die eigentlich geplante Nutzung der Rammberghalle natürlich weiter, diese Garantie gibt Bürgermeister Uwe Schmalenbach. 

Für einen kleinen Lichtblick sorgt die Ankündigung, dass die heimische Volkshochschule (VHS) auf der Suche nach neuen Kursorten sei. Da ihr im neuen Herscheider Bildungszentrum bislang nur zwei Räume zur Verfügung stehen und durch Corona gerade für Bewegungsangebote mehr Platz benötigt wird, könnte die Rammberghalle eine Ausweichmöglichkeit sein. 

Konkret geht es um zwei Sportkurse, die dienstagnachmittags angeboten werden. „Uns würde das zugutekommen“, freut sich Henning Schröder über das Interesse. Man werde das Gespräch mit der VHS suchen, um die genauen Zeiten abzustimmen. Das wäre immerhin ein erster Schritt in Richtung einer stärkeren Hallennutzung, die dringend gebraucht wird. Denn während die Einnahmen sinken, waren in den vergangenen Monaten einige Ausgaben für Reparaturarbeiten notwendig. Schon 2019 wurde die Lüftungsanlage der Halle vom TüV bemängelt und stillgelegt. Der Umbau ist inzwischen erfolgt; die Abnahme fehlt noch. Die Anlage funktioniert jedoch wieder ohne Probleme. Die Kosten sollen sich auf 3 500 bis 4 000 Euro belaufen. 

Nach dem Wasserschaden im Keller der Hüinghauser Rammberghalle musste an der Außenfassade eine neue Drainage mit Schotter her.

Sorgen bereitete im letzten Jahr ein Wasserschaden, der zwischenzeitlich für gesperrte Duschen sorgte. Mittlerweile ist hier ebenso alles repariert und freigegeben. Dafür folgte nur wenig später der nächste Schaden: Diesmal staute sich Wasser, das aus Richtung Schule abfloss und sich an der Außenwand der Halle sammelte. Von dort gelangte es in den Keller. 

Defekt war der Hauptwasserschieber eines Rohres, um dessen Reparatur sich das Unternehmen Enervie kümmerte. Durch Eigenleistungen der Mitglieder des Trägervereins und des Hausmeisters entstand an der Außenfassade eine neue Drainage inklusive Schotter. Dazu kamen Anschlüsse für die Fallrohre. 

In diesen Tagen soll es nun auch im Keller weitergehen, wo der alte Putz entfernt wird. Dass bislang reichlich Geld gespart wurde, lobt Henning Schröder ausdrücklich: „Durch die erbrachte Eigenleistung konnten wir die ursprünglich eingeplanten Kosten von 23 000 auf unter 8 000 Euro senken. Ohne diesen Einsatz wäre die Halle immer noch nass“, dankt der Vorsitzende für die geleistete Arbeit. Damit bleibt der Trägerverein von zusätzlichen Belastungen verschont.

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