Bürgerradweg und Masterplan Radverkehrsnetz

Ausbau ist ins Stocken geraten - wie sich die Wege für Fahrradfahrer verändern sollen

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Der erste Teil des Bürgerradwegs endet in Höhe des Firmengeländes Otto Bauckhage in der Müggenbrucher Kurve. Über die alte Bahntrasse soll er in Richtung Grünenthal fortgesetzt werden.

Herscheid - Mit dem Rad zur Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen in die Ortsmitte – das wünschen sich viele Herscheider. Das rudimentär vorhandene Radwegenetz soll ausgeweitet werden, diese Forderung wurde bei der Klimaschutz-Bürgerbefragung am häufigsten genannt. 

Gut angenommen werde der im letzten Jahr fertiggestellte erste Teilabschnitt des Radweges zwischen dem alten Herscheider Bahnhofsgebäude und der Firma Otto Bauckhage. Das etwa 450 Meter lange Teilstück werde von Radlern und Spaziergängern gleichermaßen genutzt und binde den Ortsteil Müggenbruch an die Dorfmitte an, erzählt Bauamtsleiter Weber. Der Ausbau erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, der die reinen Baukosten übernahm; die Gemeinde kümmerte sich um Planung, Beleuchtung und trägt auch die Unterhaltungspflicht.

In dieser Aufteilung soll der Bürgerradweg vom Müggenbruch in Richtung Grünenthal / Birkenbruch weiter ausgebaut werden. Wie schon beim ersten Abschnitt soll hauptsächlich die alte Bahntrasse genutzt werden, die parallel zur Landstraße 561 verläuft. Doch die Umsetzung ist ins Stocken geraten, weil noch nicht alle eigentumsrechtlichen Fragen abschließend geklärt sind; die geplante Strecke verläuft zum Teil über Privatgelände.

„Wir sind auf einem guten Weg“, hofft Weber, die Gespräche mit den Besitzern bald entscheidend voranbringen zu können. Die finanziellen Mittel, um die Maßnahme noch in diesem Jahr umsetzen zu können, stehen bereit, die Detailplanung kann erst abgeschlossen werden, sobald die Besitzverhältnisse geklärt sind. Ob der Baustart noch im Herbst erfolgen kann? „Das wird knapp“, sagt Weber.

Große Vision für den Bürgerradweg ist die komplette Strecke von Herscheid bis nach Hüinghausen. Dafür bedarf es eines großen Kraftaktes: Denn um die Strecke ab Birkenhof fortsetzen zu können, müssten Teile der zurzeit zugeschütteten ehemaligen Bahntrasse freigeräumt werden. 

Auch der 117 Meter lange, zurzeit zugemauerte Tunnel am Rammberg könnte dafür genutzt werden und dürfte für Fahrradfahrer eine besondere Attraktion darstellen. Ob eine Parallelnutzung von Radfahrern und der Märkischen Museumseisenbahn möglich ist, die ihre Strecke ebenfalls durch den Tunnel erweitern möchte, ist eine von vielen offenen Fragen dieses dritten Abschnittes, dessen Umsetzung zumindest kurzfristig nicht realistisch sein dürfte.

Um das Rad als alltägliches Verkehrsmittel zu stärken, planen einige Kommunen im Märkischen Kreis einen „Masterplan Radverkehrsnetz“. Eine Idee, der auch die Gemeindeverwaltung aufgeschlossen gegenübersteht. Auf diese Weise sollen Radverbindungen von Herscheid aus in Richtung Werdohl, Valbert und zur Oestertalsperre entstehen. 

Die Anbindung gen Lüdenscheid soll durch den Silberg-ausbau optimiert werden: Im Zuge des dreispurigen Ausbaus der Landstraße 561 soll von der Hardt bis nach Herscheid ein Radweg entstehen. Ein Umsetzungsdatum dafür ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht absehbar.

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