Regelungen bis Ende Januar

Notbetreuung, Distanzlernen, Stundenreduzierung: So geht es in Herscheids Grundschulen, Kitas und Großtagespflege weiter

Die Grundschule Herscheid.
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Für die Grundschüler der Ebbegemeinde gibt es an beiden Standorten in Herscheid (im Bild) und Hüinghausen eine Notbetreuung.

Herscheid – Der Lockdown geht bis zum 31. Januar weiter, auch in Schulen und Kitas. Den Appell, Kinder wenn möglich zuhause zu betreuen, erneuern die Bildungseinrichtungen, doch für die Notbetreuung der Kinder – und im Fall der Grundschüler für das Distanzlernen – ist man vorbereitet.

Grundschulen Herscheid und Hüinghausen

Ab Montag gibt es für die Grundschulkinder in Herscheid und Hüinghausen eine Notbetreuung. „In den ersten vier Stunden werden sie von den Lehrkräften beaufsichtigt, danach werden sie dann von den Mitarbeitern des Betreuungsvereins und der Offenen Ganztagsschule bis nachmittags betreut, bis 14, 15 oder 16 Uhr“, sagt Schulleiterin Heike Zilinski, die beide Schulstandorte der Ebbegemeinde leitet. Die Eltern waren im Vorfeld darum gebeten worden, anzugeben, ob sie eine Notbetreuung benötigen. Nach jetzigem Stand rechnet Zilinski mit 23 bis 25 in der Notbetreuung in Herscheid und zehn weiteren in Hüinghausen. Diese Zahlen können sich übers Wochenende noch verändern, da Eltern noch dabei seien, die Kinderbetreuung zu Hause mit Arbeitgebern abzuklären oder anderweitig zu organisieren.

Sollten mehr Kinder kommen, sei man aber darauf vorbereitet. „Die Lehrkräfte stehen bereit“, sagt Zilinski. Das gilt genauso für das Distanzlernen. Per Video, Email oder Telefon stünden die Lehrer mit den Kindern in Kontakt, die zuhause betreut werden. „Für diese Kinder haben die Eltern Lernpakete in digitaler und analoger Form erhalten. Gegebenenfalls könnten diese auch noch am Montag abgeholt werden“, erklärt Zilinski. Schon seit Schuljahresbeginn hatte man Material vorbereitet, um im Fall einer coronabedingten Teil- oder Komplettschließung gewappnet zu sein. Von einer solchen blieb man zum Glück verschont, so Zilinski: „Aber jetzt ist es so, dass das, was wir im Vorfeld erarbeitet haben, nun zum Einsatz kommt.“ Sie hofft, dass die Lockdown-Verlängerung erfolgreich ist und „dass der Beitrag von allen dazu führt, dass wir uns im Februar wiedersehen“.

Evangelischer Kindergarten Arche Noah

In der ersten Januarwoche waren 16 von möglichen 40 Kindern im Evangelischen Kindergarten „Arche Noah“. „Wir müssen aber bedenken, dass noch Winterferien sind“, sagt Leiterin Sabine Neumann. Da die Geschwisterkinder, die bereits in die Grundschule gehen, noch zu Hause seien, hätten viele Eltern ihre jüngeren Kinder in der ersten Januarwoche ebenfalls noch zu Hause gelassen. „Wir müssen schauen, wie es am Montag ist, da könnten es ein paar mehr sein“, sagt Neumann. „Die Eltern müssen ja auch arbeiten gehen können und müssen eine Betreuung gewährleistet bekommen.“ Die Kitas seien grundsätzlich offen, sagt Einrichtungsleiterin Sabine Neumann, verweist aber auf den neuen Elternbrief des Familienministeriums, in dem nochmals an die Eltern appelliert wurde, Kinder wenn möglich zuhause zu betreuen. Dafür gebe es auch zusätzliche Kinderkrankentage – 10 pro Elternteil bzw. 20 für Alleinerziehende.

Im eingeschränkten Pandemiebetrieb von Montag an können die Einrichtungen zudem den Betreuungsumfang um je zehn Stunden reduzieren. Da die Zwei-Gruppen-Einrichtung auch auf zwei Erzieherinnen verzichten muss, die derzeit zuhause sind, um ihre eigenen Kinder zu betreuen, habe man sich entschlossen, diese Möglichkeit zu nutzen, sagt Neumann: „Wir machen das, damit keine Überlastung des Personals entsteht.“ Das heißt, die Betreuungsumfänge von 45, 35 und 25 Stunden reduzieren sich jeweils um zehn Stunden. Damit verbunden sind auch gestaffelte Bringe- und Abholzeiten am Mittag und frühen Nachmittag. Die Herscheider Kitas haben sich dabei auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt.

Evangelischer Kindergarten Unterm Regenbogen

Folglich gilt diese Staffelung auch für den Evangelischen Kindergarten „Unterm Regenbogen“. Für das Bringen der Kinder gibt es jeweils ab 7 oder 8 Uhr 30-minütige Zeitfenster, erklärt Erzieherin Nicole Porbow. Fürs Abholen der Kinder gibt es jeweils zwei 20 Minuten lange Blöcke. Für die Kinder, deren Betreuungskontingent auf 25 Stunden reduziert wurde, ab 12 oder 12.50 Uhr, für die mit dem auf 35 Stunden reduzierten Kontingent ab 14 oder 14.40 Uhr. In der ersten Januarwoche wurden zwischen 15 und 20 Kinder am Tag betreut, in einer Einrichtung, die sonst 88 Kinder besuchen. Viele Eltern schaffen es folglich, eine Betreuung zuhause zu organisieren, aber Porbow berichtet von Anfragen einiger Eltern, die bereits wieder „am Limit laufen“. „Ich kann die Eltern verstehen, die sagen, sie brauchen eine Pause zum Durchatmen und die Kinder müssen mal etwas anderes sehen“, sagt sie und rechnet damit, dass ab Montag wieder ein paar mehr Kinder betreut werden müssen. „Ich hoffe, das es nur minimal mehr werden“, sagt Porbow. Denn sonst würde der eingeschränkte Pandemiebetrieb nichts bringen. „Je länger es dauert, wird die Zahl der Kinder aber kontinuierlich steigen“, schätzt sie.

Von Normalität wie auf diesem Archivfoto, entstanden vor der Corona-Pandemie, ist man nicht nur in der Kita Unterm Regenbogen noch weit entfernt.

DRK-Kita

Wie die anderen Kitas der Gemeinde werden auch in der Einrichtung des DRK die Betreuungszeiten reduziert. „Wir machen das, weil wir Mitarbeiter haben, die selbst eigene Kinder haben, um die sie sich kümmern müssen“, sagt Leiterin Elke Haase. Die Eltern habe man informiert und abgefragt, wer eine Betreuung benötige und ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Kinder entweder um 7 oder 8 Uhr zu bringen. Die Eltern versuchten sich mit der Lage zu arrangieren, dem Appell die Kinder zuhause zu betreuen, kämen viele Eltern nach. 81 Kinder besuchen die DRK-Kita Herscheid normalerweise, in der ersten Januarwoche waren es allerdings nur 25 Kinder, die von ihren Eltern dort zur Betreuung gebracht wurden. Haase ist zuversichtlich, dass sich der eingeschränkte Pandemiebetrieb auch wieder einspielen wird. „Viele Eltern haben es noch geregelt bekommen, da wir die Situation schon im letzten Frühjahr hatten und sich dieser Betrieb mit den gestaffelten Zeiten bewährt hat“, sagt Haase. „Darauf konnten wir zurückgreifen. Es war also für die Eltern nichts Unbekanntes.“

Großtagespflege Pusteblume

In der Großtagespflege Pusteblume wurden in der vergangenen Woche fünf bis sechs Kinder betreut – von sonst neun. Kommende Woche könnten es bis zu sieben sein, vermutet Leiterin Nicole Ballsieper-Tillmanns. Im Gegensatz zu Kindertagesstätten ist in Großtagespflegen laut Familienministerium keine Stundenreduzierung bei der Betreuung vorgesehen. „Für uns gilt nur der Appell an die Eltern, ihre Kinder wenn möglich zuhause zu betreuen“, sagt Nicole Ballsieper-Tillmanns. „Wenn es die Räumlichkeiten hergeben würden, müssten wir die Gruppe teilen.“ Doch das geht in der knapp 100 Quadratmeter großen Pusteblume – anders als in Kindertagesstätten oder auch größeren Großtagespflegen – nicht. „Wir haben zwei Räume, aber noch nicht mal eine Tür dazwischen.“ Außerdem habe man nur einen Eingang und auch der Wickel- und Waschraum wird gemeinsam genutzt. Ballsieper-Tillmanns ist allerdings froh, die Gruppe nicht aufteilen zu müssen. „Ich fände es entsetzlich, Freunde voneinander zu trennen.“ So bleibt nur der Appell an die Eltern, die Kinder zuhause zu betreuen und die zusätzlichen Kinderkrankentage in Anspruch zu nehmen. Man habe noch einmal ein entsprechendes Schreiben an die Eltern gerichtet, sagt Ballsieper-Tillmanns. Sie habe aber auch Verständnis für die Schwierigkeiten der Eltern, eine Betreuung zu organisieren.

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