„Menschen verbreiten die Krankheit“

Noch mehr als 500 Kilometer entfernt, aber: Schweinepest breitet sich weiter aus

In erster Linie würden nicht Wildschweine, sondern Menschen zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest beitragen, sagt Dr. Mathias Dunkel. Dies
geschehe beispielsweise über kontaminierte Lebensmittel, die einfach im Wald zurückgelassen würden.
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In erster Linie würden nicht Wildschweine, sondern Menschen zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest beitragen, sagt Dr. Mathias Dunkel. Dies geschehe beispielsweise über kontaminierte Lebensmittel, die einfach im Wald zurückgelassen würden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt immer näher: Mehr als 150 Fälle wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Bisher ist nur ein Teil der Republik betroffen: „Meine Sorgen sind noch nicht akut“, verweist Herscheids Hegeringleiter Dr. Mathias Dunkel auf eine Distanz von rund 580 Kilometern zwischen der Ebbegemeinde und den aktuell bekannten Fällen in Ostdeutschland.

Herscheid - Dort habe man aus seiner Sicht viel zu spät reagiert: „Man weiß seit Jahren von der Afrikanischen Schweinepest in Polen. Es hätten früher Schutzzäune gebaut werden müssen, jetzt ist die Krankheit schon ausgebrochen.“

Dr. Dunkel sorgt sich darum, dass die Schweinepest irgendwann von Menschen in die heimische Region eingeschleppt werde. „Es kommt nicht nur auf die Wildschweine an. In erster Linie ist es so, dass Menschen die Krankheit verbreiten“, mahnt er zu Achtsamkeit. Über kontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände könne sich der Erreger breit machen.

Ein typisches Beispiel ist das achtlos aus dem Autofenster geworfene Wurstbrötchen. Zwar gilt: Für den Menschen selbst ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Doch das Leid und der wirtschaftliche Schaden wären gerade bei Landwirten enorm, wenn sich ihre Tiere anstecken würden.

Für Schweine ist die Pest unheilbar und endet in der Regel tödlich. Zur Prävention gegen die Ausbreitung der Krankheit wollen nun die Fraktionen der CDU und FDP im Landtag die Verwendung von Nachtzieltechnik und künstlichen Lichtquellen für die Jagd auf Schwarzwild erlauben. „Ich halte das persönlich für richtig“, begrüßt Herscheids Hegeringleiter dieses Vorhaben.

Damit könne nachts gezielt gejagt und zumindest der Schwarzwild-Bestand eindeutig reduziert werden. Dabei dürfe es jedoch nie so weit kommen, dass die Grundsätze der Waidgerechtigkeit außer Acht gelassen werden, was etwa beim Schießen auf eine Bache und ihre Frischlinge der Fall wäre.

Dr. Mathias Dunkel: „Man weiß seit Jahren von der Afrikanischen Schweinepest in Polen. Es hätten früher Schutzzäune gebaut werden müssen, jetzt ist die Krankheit schon ausgebrochen.“

Wildschweine gibt es in Herscheid und Umgebung dieses Jahr übrigens deutlich weniger als im Vorjahr: „Wegen der extremen Trockenheit in unseren Wäldern sind viele wahrscheinlich abgewandert“, vermutet Dr. Mathias Dunkel, der über den genauen Hintergrund aber nur spekulieren kann.

Jedenfalls musste bei Weitem nicht mehr so viel Wild zur Strecke gebracht werden wie noch 2019. „Offiziell dürfen derzeit sowieso keine Gemeinschaftsjagden stattfinden“, betont Herscheids Hegeringleiter die Folgen der Corona-Einschränkungen, mit denen auch die Jäger zu kämpfen haben. So wird die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest in bereits betroffenen Gebieten nicht einfacher.

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