Früher ein Kino, heute die Kegelbahn des Hubertushof

Als Herscheid noch ein Kino hatte - „ASTRO-Lichtspiele“ brannten in der Ortsmitte

Der Herscheider Heinz Hengstenberg fotografierte 1958 den Brand des Herscheider Kinos in der Ortsmitte.

Herscheid - Im August 1958, genau vor 60 Jahren, zerstörte ein Feuer einen beliebten Treffpunkt in der Herscheider Ortsmitte. Der „Schürmannsche Saal“ oder auch Schmidtsche Saal genannt, befand sich gegenüber des heutigen Hubertushof. Der Name des Saales änderte sich jeweils mit dem Besitzer, bei dem es sich zuerst um August Schürmann und später Ewald Schmidt handelte.

Dort wo sich heute die Kegelbahn befindet, fanden vor vielen Jahren zahlreiche Feiern statt. Hochzeiten, öffentliche Tanzveranstaltungen, Versammlungen von verschiedenen Herscheider Vereinen und vieles mehr. Schon vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde in dem Saal alle zwei Wochen, sonntagsvormittags, der katholische Gottesdienst zelebriert. Meistens musste der Raum morgens zunächst hergerichtet werden, da am Abend vorher noch eine fröhliche Feier stattgefunden hatte.

Ungefähr um das Jahr 1955 wurde der Saal zu einem Kino umgebaut. Natürlich den damaligen Verhältnissen entsprechend einfach gehalten und nicht mit heutigen Kinos vergleichbar. Außen am Gebäude zeigte eine Lichtreklame mit dem Hinweis „ASTRO Lichtspiele“ den Besuchern den Weg.

Betrieben wurde das Kino von Harry Sipniewski und seiner Ehefrau Ilse Schmellenkamp. Die Herscheider hatten für einige Jahre Gelegenheit berühmte Filmhelden wie Heinz Rühmann, Vico Torriani oder Liselotte Pulver auf einer großen Leinwand zu sehen.

Am 5. August 1958 sorgte jedoch am frühen Nachmittag ein Brand für das jähe Ende der „ASTRO Lichtspiele“. Die Brandursache wurde nie wirklich geklärt. Vermutungen machten damals schnell die Runde. War es Brandstiftung? Oder kam ein Funkenflug vom Neuenhaus, wo jemand Holz verbrannte? Die Frage blieb offen.

In einem Zeitungsartikel, der wenige Tage nach dem Feuer erschienen ist, hieß es: „Von dem ehemaligen Schürrmanschen Saal, der vor einigen Jahren zu einem Kino umgebaut wurde, stehen nur noch die Mauern. Der Sachschaden ist erheblich. Glücklicherweise konnten die wertvollen Vorführgeräte in Sicherheit gebracht werden.“

Dass man sich von diesem Brand heute noch ein Bild machen kann, ist dem Herscheider Heinz Hengstenberg zu verdanken. Er hat das Ereignis vor 60 Jahren fotografiert und damit ein Stück Geschichte festgehalten.

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