Warum sich die Verantwortlichen in Herscheid gegen eine Wiederaufnahme entschieden haben

Noch keine Gottesdienste in der Apostelkirche

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Zum Weltgebetstag der Frauen vor zwei Monaten war die Apostelkirche noch gut gefüllt. Solche Bilder wird es aber weiterhin nicht geben, denn die Kirche wird auch in den nächsten Wochen nicht für Gottesdienste geöffnet.

Herscheid – Gottesdienste in Nordrhein-Westfalen sind ab sofort wieder möglich. Doch einen Neustart in Herscheid wird es im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen dennoch vorerst nicht geben. Die Gründe dafür erläuterte Pfarrer Bodo Meier in einem Schreiben an die Heimatzeitung.

Fast nebenbei wird erwähnt, dass die Gottesdienste nur unter bestimmten Auflagen möglich sind. Dabei sind die Bedingungen, Auflagen und Einschränkungen, auf die sich die Kirchen mit dem Land NRW geeinigt haben, erheblich. Sie reichen so weit, dass an einen Gottesdienst, wie wir ihn kennen, nicht zu denken ist“, schreibt Bodo Meier. 

Daher habe das Presbyterium auf seiner Sitzung am Montag davon Abstand genommen, möglichst schnell wieder in die Apostelkirche einzuladen. „Vielmehr sollten wir als Evangelische Kirchengemeinde behutsam mit dem hohen Gut unserer Gottesdienste umgehen. Die Bedingungen, unter denen wir Gottesdienste zu feiern hätten, ließen uns kaum Geborgenheit in der guten Hand unseres Gottes erleben oder den Zuspruch seines Segens gemeinsam hören, geschweige denn spüren. Die Botschaft des Evangeliums von Hoffnung und Freiheit wird in Gottesdiensten mit Abstand und Maske, mit vorgeschriebenen Wegen und zugewiesenen Einzelplätzen, dafür ohne Gesang und menschliche Nähe kaum zu hören oder zu erfahren sein“, ist Bodo Meier überzeugt. 

„Gottesdienst lebt von der Gemeinschaft, die sein Heiliger Geist stiftet. Gottesdienst lebt von der Nähe, der Zuwendung zueinander; von der Begegnung, von einem Gesicht, das uns freundlich ist. Das alles ist nicht möglich, wenn sich der Gottesdienst den vorgeschriebenen Bedingungen unterzuordnen hat. Im Gegenteil: Wir würden dann mit allen Sinnen erleben, welche Macht diese Epidemie über uns hat, und statt Segen und Hoffnung bedrückende und sorgenvolle Atmosphäre spüren“, schreibt der Pfarrer, der hofft, nicht falsch verstanden zu werden. „Alle Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie sind notwendig und sinnvoll.“ 

Aber Meier gibt auch zu bedenken: „Wenn wir in die Apostelkirche nur 15 Menschen einladen können, heißt das auch, dass wir viele Menschen ,ausladen’ müssen.“ Das widerspreche der Verheißung Jesu „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“. 

All das habe das Presbyterium veranlasst, in diesem Monat die Wiederaufnahme von Gottesdiensten erst einmal sorgfältig zu prüfen, auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren und Konzepte zu entwickeln, auf welche Weise und in welchen Formen Gottesdienste und Andachten unter den massiven Einschränkungen in der Kirche möglich sein können. 

Das bisherige Online-Angebot auf der Internetseite www.apostel.net bleibe daher weiter bestehen. 

„Wir wissen, dass wir vielleicht einige enttäuschen, die auf die baldige Öffnung unserer Kirche hofften. Wir sind aber davon überzeugt, dass Gottesdienste unter den angeordneten Bedingungen keine Rückkehr zur Normalität bedeuten, sondern eher befremdlich wirken können und es daher schwer haben werden, Zuversicht und Hoffnung zu vermitteln.“ 

Abschließend versichert Meier, die Gemeindemitglieder rechtzeitig zu informieren, wann und wie wieder Gottesdienste in der Apostelkirche stattfinden. „Nicht in den nächsten Wochen, aber nach sorgfältiger Vorbereitung – hoffentlich in nicht ferner Zukunft.“

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