DRK Herscheid nimmt Stellung zu Blutspende

„Das Chaos lag nicht an uns“

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Die Ereignisse rund um die letzte Blutspende des Jahres 2017 in Herscheid sorgen weiter für Gesprächsstoff.

HERSCHEID - Der Unmut wegen der missglückten Blutspende kurz vor Heiligabend ist in Reihen des DRK Herscheid längst nicht verflogen. Die Berichterstattung der Heimatzeítung über die Ankündigung der Lüdenscheider Blutspende ließ das Thema erneut hochkochen.

„Das ist doch eine Frechheit“, platzt es auch Bianca Langenbach heraus. Die Herscheider Blutspendebeauftragte bezieht sich auf den Artikel „Keine Verzögerungen“, in dem zwischen den Zeilen zu lesen sei, dass die Probleme bei der Blutspende in der Gemeinschaftshalle hausgemacht seien. 

Konkret bezieht sie sich auf die Behauptungen von Ralf Petruck: Der Referent für Öffentlichkeitsarbeit führt die Wartezeiten unter anderem darauf zurück, dass die Blutspende in Herscheid in einem Zeitrahmen von vier Stunden durchgeführt werde, daher könne es zu Stoßzeiten eng zugehen. Zudem habe die Einführung der neuen Fragenbögen, die in Lüdenscheid bereits seit Mitte Oktober eingesetzt werden, dort auch problemlos funktioniert. 

Diese Darstellung sei lückenhaft, bemängelt Bianca Langenbach, dass die Strukturen und die generellen Probleme außer acht gelassen wurden. Die Spenderzahlen in Herscheid lagen bei den vier Terminen im letzten Jahr zwischen 144 und 169 Personen. Die Personen wurden jeweils in der Zeit von 16 bis 20 Uhr zur Ader genommen. Extreme Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden habe es lediglich bei der letzten Spende gegeben. Dies habe zum einen an den neuen Fragebögen und den damit verbundenen längeren Arztgesprächen, aber auch an den Personalengpässen beim DRK-Blutspendedienstes West gelegen. 

Weil die Herscheider DRK-Helfer befürchten, dass ihnen nun die Blutspender davonlaufen könnten, betont Bianca Langenbach ganz deutlich: „Das Wartezeiten-Chaos lag nicht an uns.“ 

Auch Stephan Jorewitz kann diese Behauptung bestätigen. Der für Herscheid zuständige Pressereferent des Blutspendedienst-Zentrums Hagen erklärt, dass es in der Vorweihnachtszeit krankheitsbedingt einige Ausfälle gegeben habe. Um den Termin in Herscheid nicht absagen zu müssen, war das Blutspende-Team mit weniger Personal in die Gemeinschaftshalle gekommen. 

Die Bearbeitung der neuen Fragebögen sei zwar nicht generell mit einem größeren Aufwand verbunden. „Doch alles Neue braucht seine Zeit“, meint Jorewitz. Nicht nur die Spender brauchen zum Beantworten der Fragen länger als zuvor. Auch die Ärzte benötigen mehr Zeit zur Bearbeitung und für das Gespräch mit den Spendern. 

Derzeit befinde man sich in einer Übergangsphase; lokal gebe es Unterschiede bei den zeitlichen Auswirkungen. Bis zur nächsten Blutspende in Herscheid am 8. März werde man weitere Erfahrungswerte sammeln. „Ich hoffe, dass es sich bis dahin eingespielt hat“, sagt Jorewitz. 

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