Ehepaar Scholz verschiebt große Feier der Diamanthochzeit

Ein nicht alltägliches Ehejubiläum, das wegen Corona warten muss

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Müssen die geplante Feier der Diamanthochzeit in größerer Runde aufgrund der Coronakrise verschieben: Lucie und Manfred Scholz.

Herscheid – Eine harmonische Feier mit der Familie, mit Nachbarn, Freunden und Bekannten sollte es werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten Lucie und Manfred Scholz den Tag ihrer Diamanthochzeit anders verbringen, als geplant.

"Wir sind natürlich ein wenig traurig, dass wir dieses Jubiläum nicht so feiern konnten, wie wir es eigentlich vorhatten“, bedauert Lucie Scholz (geborene Neubauer). Doch das gemeinsame Fest in einem Gasthaus bei guten Speisen und geselligen Gesprächen ließ sich nicht mit den gültigen Vorsichtsmaßnahmen vereinbaren. Auch der Besuch des Bürgermeisters und die Segnung durch Gemeindepfarrer Bodo Meier mussten abgesagt werden. 

Dennoch machten die beiden Jubilare das Beste aus den ungewöhnlichen Umständen: Gemeinsam mit Tochter Claudia und ihrem Lebensgefährten fuhren sie am Ehrentag zunächst nach Meinerzhagen zum Essen, um den Tag anschließend in den heimischen vier Wänden ausklingen zu lassen. 

Natürlich gingen dabei die Gedanken ein ums andere Mal zurück in die Kennenlernjahre: Zum ersten Mal gesehen hatten sich Lucie und Manfred Scholz bei einem DRK-Ball in Eisenach. Der erste Blickkontakt, die zaghaften Annäherungsversuche, die Aufforderung des Mannes, gemeinsame Tänze – die Erinnerungen an damals sorgen noch heute für leuchtende Augen bei dem Paar. 

Doch es dauerte seinerzeit einige Wochen, bis sich die beiden eher zufällig auf einem Frühlingsfest (Eisenacher Sommergewinn) wiedertrafen. „Von diesem Tag an haben wir uns nie wieder aus den Augen verloren und sind zusammengeblieben“, beschreibt Lucie Scholz. 

Nach der standesamtlichen Hochzeit am 28. Mai 1960 im Stadtschloss in Eisenach traf das junge Ehepaar eine mutige Entscheidung: Im März 1961, und damit fünf Monate vor Beginn des Mauerbaus, verließen die beiden ihre thüringische Heimat. Mit dem Zug nach Potsdam, von dort aus weiter nach Berlin und schließlich mit einem Propellerflieger nach Düsseldorf – so erreichten sie den Westen. Verwandte hatten ihnen einen Arbeitsplatz in Herscheid und eine erste kleine Bleibe arrangiert. 

Nach den ersten Übernachtungen in einem Haus im Bereich Birkenhof wohnte das Paar dreieinhalb Jahre in Friedlin, in einem zwölf Quadratmeter großen Zimmer. Aus heutiger Sicht klinge das sehr klein, aber: „Wir hatten alles, was wir brauchten. Eigentlich waren wir ja eh nur zum Schlafen und zum Essen zuhause“, sagt Manfred Scholz. 

Die Arbeit bestimmte den Alltag der kleinen Familie, die im Jahr 1966 in Person von Tochter Claudia Zuwachs erhielt. In Herscheid hat sich das Ehepaar nicht nur wegen der malerischen Landschaft von Beginn an wohl gefühlt. Rasch knüpften sie Kontakte, etwa durch die Mitgliedschaft in sowie Reisen mit der DLRG-Ortsgruppe. Zudem war Lucie Scholz über 20 Jahre treue Helferin des TuS Herscheid und nahm an etlichen Kursen der VHS teil. Ihr Mann arbeitete viele Jahre als Automechaniker bei Ford Hans. 

Dass die Chemie zwischen den Ehepartnern stets gestimmt hat, sei kein Zufall gewesen, sondern das Resultat eines ständigen, ehrlichen Austauschs. „Es ist wichtig, dass man immer und über alles sprechen kann“, gibt Lucie Scholz allen Paaren einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg. 

Nach zwischenzeitlichen Umzügen nach Hüinghausen und an den Falkenweg wohnt das Jubelpaar Scholz inzwischen am Fasanenweg. Dort haben die Herscheider zahlreiche Glückwünschkarten und Blumengeschenke anlässlich ihres Ehejubiläums erhalten, wofür sie sich von Herzen bedanken: „Das hat uns natürlich sehr gefreut.“ 

Getreu der Devise aufgeschoben ist nicht aufgehoben wollen Lucie und Manfred Scholz die große Feier ihrer Diamanthochzeit unbedingt im nächsten Jahr nachholen – in der Hoffnung, dass dann die Corona-Einschränkungen nicht mehr gültig sind. „Wir können uns jetzt ein Jahr auf unseren nächsten Hochzeitstag freuen, den wir dann richtig feiern möchten“, sagen sie.

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