Café Sirringhaus legt Frühschicht ein

Auf dieses Neujahrsgebäck schwören die Herscheider seit Jahrzehnten 

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„Viel Glück für das neue Jahr“, diesen Wunsch in Form von Lebkuchen und Marzipan-Figuren überbrachte Konditorin Sandra Wadulla mit ihren Töchtern Emilia (links) und Joanna (Mitte) ihren Kunden.

Herscheid – Weihnachten und Silvester haben der Familie Wadulla und ihrem Team des Cafés Sirringhaus arbeitsreiche Tage in Dauerschleife beschert. Für die Zubereitung der traditionellen Neujahrsleckerei musste sogar eine Sonderschicht eingelegt werden.

„Normalerweise beginnen wir in der Backstube um 4 Uhr in der Früh. Doch am Silvestertag haben wir bereits um 1 Uhr angefangen“, berichtet Konditorin Sandra Wadulla, die mit einem Lächeln ergänzt: „An das frühe Aufstehen gewöhnt man sich mit der Zeit.“ 

Die extrem verkürzte Bettruhe hatte sie dem Neujahrsplatz zu verdanken: Rund 200 Stück des in Herscheid so beliebten Hefegebäcks waren vorbestellt worden. Weitere 200 wurden gebacken und gingen in den freien Verkauf, um den Herscheider Bürgern einen süßen Start in das neue Jahr zu bescheren. Und das braucht eben seine Zeit. „Wir freuen uns, diese Herscheider Tradition fortführen zu können“, sagt Sandra Wadulla. 

Neben diesem Gebäck waren rund um den Jahreswechsel vor allem die süßen Glücksbringer gefragt: Schweinchen oder Kleeblätter aus Marzipan oder auch Lebkuchen mit der Zuckerguss-Aufschrift 2020. Aber auch Berliner Ballen mit süßen Füllungen und Mutzenmandeln gingen häufig über die Ladentheke. 

Über zu wenig Beschäftigung konnten sich die Wadullas in den letzten Monat nicht beklagen. „Das Weihnachtsgeschäft hat für uns Mitte September mit der Zubereitung von Pralinen begonnen“, erzählt die Konditorin. Viele Firmen hatten die Bergspitzen vorbestellt, um diese an die Kunden verschenken zu können. 

Rund fünf Monate brummte das Geschäft. Entsprechend froh ist das Konditoren-Ehepaar, zu Beginn des Jahres eine Woche Urlaub machen zu können, um neue Kräfte zu tanken. 

Nach dieser kurzen Verschnaufpause wollen die Wadullas wieder mit voller Energie die Wünsche ihrer Kunden erfüllen. Und auch die Konditoren haben neben Gesundheit und Glück einen Wunsch für 2020 – oder zumindest für die Zukunft: eine Erweiterung des Café-Betriebes, wie bei der Neugestaltung des Alten Schulplatzes von vielen Architekten ins Spiel gebracht. „Dann hätten wir auch die Möglichkeit, Sitzplätze im Freien anzubieten“, so Sandra Wadulla.

Die Neujahrsplätze haben eine jahrzehntelange Tradition in Herscheid: Das Ehepaar Wadulla übernahm das Café Sirringhaus im Jahr 2005 von Margret Winkhaus. Ihr Großvater Albert Sirringhaus hatte im Mai 1890 die Konditorei gegründet – bereits damals soll er die Neujahrsplätze gebacken haben. 

Dabei handelt es sich um ein Hefegebäck, das nach dem Backen in Butter getaucht und anschließend gezuckert wird. Neben dem Geschmack (der vergleichbar ist mit dem von Stutenkerlen) zählt insbesondere die Symbolik: Die runde Kreisscheibe des Neujahrsplatzes steht sinnbildlich für die lebenserhaltende Wärme der Sonne. Außerdem ziert eine Ente das Gebäck; diese ist ein Symbol für Glück und Fruchtbarkeit. 

Eines hat sich im Laufe der Jahre geändert: „Früher waren die Neujahrsplätze für die ganze Familie gedacht und daher viel größer“, erklärt Sandra Wadulla.

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