Projekt liegt vier Monate hinter dem Zeitplan

Neubau des Feuerwehrhauses: Verzögerung wegen Abstimmungsproblemen

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Am Räriner Tanklöschfahrzeug hatte Löschgruppenführer Thomas Felske (links) die Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus befestigt. Gemeinsam mit Bärbel Sauerland (2. von links) ging Felske bei einem Besuch der FDP Herscheid auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Pläne ein.

Herscheid – Die Feuerwehr-Löschgruppe Rärin steckt in einer Zwickmühle. Der Neubau des Gerätehauses lässt weiter auf sich warten; die längst erhoffte Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Doch im bestehenden, alten Gebäude drängen sich Renovierungen auf. 

Macht es Sinn, diese noch auszuführen? Oder sollten die Räriner besser darauf vertrauen, dass in den Verhandlungen um das neue Gerätehaus der Durchbruch gelingt? Keine leichte Entscheidung für Löschgruppenführer Thomas Felske. 

Er muss abwägen, wie gravierend die Probleme in dem bestehenden Gerätehaus sind, das Anfang der 1960er Jahre errichtet wurde. An diesem hat nicht nur der Zahn der Zeit genagt; manche Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes können inzwischen nicht mehr eingehalten werden. 

Das schwerwiegendeste Beispiel: Separate Umkleideräume gibt es nicht. Die Spinde der aktiven Wehrleute befinden sich in der Garage, nur wenige Meter hinter dem Einsatzfahrzeug und dort auf engstem Raum. Eine (selbst installierte) Absauganlage ist zwar vorhanden. „Daran sind einige Schläuche defekt, die wir nun erneuern müssten“, erklärt Felske. 

Weil dieser schlechte Ausbauzustand des Räriner Feuerwehrhauses bekannt war, hatten sich Wehrleitung und Gemeindeverwaltung bei der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes darauf verständigt, Nägel mit Köpfen zu machen: Im September 2019 wurde ein Architektenbüro damit beauftragt, Pläne für einen modernen Neubau anzufertigen. Dieser soll auf grüner Wiese entstehen, nur einen Steinwurf vom jetzigen Gebäude entfernt. 

Der Baubeginn war für das Frühjahr vorgesehen, doch es traten Abstimmungsprobleme auf, die bislang nicht gelöst werden konnten. „Die Spaten für den Spatenstich waren schon poliert, doch inzwischen sind sie wieder angelaufen“, bedauert Thomas Felske. 

Aber warum dauert die Umsetzung länger als gedacht? Dies liegt in erster Linie an der Genehmigung der Neubaupläne. Diese beinhalten eine Fahrzeughalle, die als Holzständerwerk errichtet wird. Zum einen, „weil Holz ein natürlicher Baustoff ist, aber auch, weil das unserer Meinung nach gut zu unserer Region passt“, erklärt Bärbel Sauerland, die im Rathaus den Fachbereich Sicherheits- und Ordnungsverwaltung leitet und somit auch für die Feuerwehr zuständig ist. 

Das beauftragte Architektenbüro hatte einen Brandschutzingenieur instruiert, ein Brandschutzkonzept für das Räriner Gebäude zu erstellen. Für eben jenes Konzept hat die Bauaufsicht des Märkischen Kreises bislang kein grünes Licht gegeben. Denn: Holz als brennbares Material gilt laut Kreis als ungeeignet, insbesondere für die rückwärtige Wand in der Fahrzeughalle, die an den Sozialtrakt grenzt. 

Feuerwehr und Gemeinde halten sich zwar betont mit Kritik zurück. Doch dass die Abstimmungsprobleme, die aufgrund der Corona-Pandemie und der Urlaubszeit noch erschwert wurden, wenig erfreulich sind, ist ein offenes Geheimnis. „Das kann uns natürlich nicht gefallen“, sagt Bärbel Sauerland. 

Zumal diese Entwicklung nicht abzusehen war, ergänzt Thomas Felske. Im Rahmen der Planungsphase hatten die Räriner andere Feuerwehrhäuser (außerhalb des Märkischen Kreises) besichtigt, in denen ebenfalls Holz verbaut worden ist. Der beauftragte Architekt bringe zudem reichlich Erfahrung mit, war unter anderem mit der Planung mehrerer Feuerwehrhäuser in Hagen und des MVG-Gebäudes in Lüdenscheid betraut. 

Überlegungen, dass die Entwürfe für den Räriner Neubau zu ausgefallen sein könnten, wies der Löschgruppenführer als unbegründet zurück: Man bewege sich in den geltenden DIN-Vorgaben. 

Zwar trage die Feuerwehr in Rärin auch eine soziale Verantwortung, der sie unter anderem durch die Austragung des Bergfestes gerecht werde. Und der Sozialraum des neuen Gerätehauses solle wie bislang auch weiter durch andere Gruppen (Gesangverein und Hegeringbläser) genutzt werden können. Doch diese Aspekte spielten bei den Planungen eine nebengeordnete Rolle. Felske betont, dass bei allen Überlegungen die Funktionalität des Gebäudes im Mittelpunkt stehe: „Wir planen hier keinen Tanzpalast.“ 

Mehr als vier Monate hinkt das Projekt bereits dem gesteckten Zeitplan hinterher. Sobald die Brandschutzfragen geklärt sind und eine Baugenehmigung vorliegt, soll das Verfahren zügig mit der öffentlichen Ausschreibung fortgesetzt werden. Die Hoffnungen von Feuerwehr und Gemeinde beruhen darauf, dass der Baubeginn möglichst im Herbst erfolgen kann. Bis der Neubau nutzbar ist, werden die Räriner mit ihrem alten Feuerwehrhaus vorliebnehmen müssen.

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