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Nach Unfall im Wald: Junge auf dem Weg der Besserung

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Von: Johannes Opfermann, Birgit Hüttebräucker

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Nach einem Projekt mit dem Hegering Herscheid, bei dem Herscheider Grundschüler Wildblumen aussäten, kam es auf dem Rückweg zu dem Unfall.
Nach einem Projekt mit dem Hegering Herscheid, bei dem Herscheider Grundschüler Wildblumen aussäten, kam es auf dem Rückweg zu dem Unfall. © Hüttebräucker

Es sollte ein schöner, lehrreicher Ausflug in die Natur werden, es endete jedoch mit einem Notarzt-Einsatz: Ein siebenjähriger Schüler der Herscheider Grundschule stürzte bei einem Ausflug am Donnerstag (19. Mai) so unglücklich, dass sich ein kleiner Ast in seinen Rücken bohrte. Laut Schule befinde sich der Junge nun wieder zuhause, der Unfall war aber zunächst einmal ein Schock für die Grundschüler der Klassen 1b, 2a, 2b und 2c, die an einem Projekt der Naturparkschule Herscheid teilgenommen hatten.

Herscheid – Details dazu, wie es dem Kind gehe, durfte Schulleiterin Heike Zilinski gegenüber der Zeitung nicht verraten, konnte am Freitag (20. Mai) aber mitteilen: „Das Kind ist wieder zuhause, daran kann man ablesen, wie glimpflich es ausgegangen ist.“

Der Unfall passierte nach einem Projekt mit dem Hegering Herscheid. Lehrer, eine Praktikantin, eine Lehramtsanwärterin und eine Integrationskraft machten sich gemeinsam mit den Kindern auf den Weg vom Rahlenberg durch den Böllenberg. Ihr Ziel war eine Ackerfläche oberhalb der K6 zwischen Herscheid und Mesten, auf der die Kinder Wildblumen aussäen wollten.

Erwartet wurde die Gruppe dort von den beiden Vorsitzenden des Hegering Herscheid. Dr. Mathias Dunkel (1. Vorsitzende), der die Ackerfläche zur Verfügung stellte und Heinz Brath (2. Vorsitzende). Beide hatten das Grundstück im Vorfeld gemeinsam vorbereitet. Bevor die mehr als 100 Schülerinnen und Schüler starten konnten, erhielten sie noch einige Tipps und Hinweise zum Aussäen der Blumen. Den überwiegenden Teil des Wildblumensaatgutes stellte der Hegering Herscheid zur Verfügung. Dabei handelt es sich in erster Linie um Wildblumen, Sonnenblumen und Phacelia, die auch als Bienenweide oder Bienenfreund bezeichnet wird. Aber auch einige Kinder, die teilweise mit kleinen Schaufeln und Harken ausgerüstet waren, brachten unterschiedliches Saatgut mit. Tüten und Päckchen mit Bienen und Schmetterlingswiese oder die Saatgutkugeln aus dem Brummer Buffet-Automaten an der Lüdenscheider Straße wurden von den Grundschülern in etwas mehr als einer Stunde auf der großen Fläche verteilt. Auf die Frage, wann denn die ersten ihrer gesäten Blumen zu sehen sind, erklärte Dr. Dunkel den Schülern dass dies noch ein paar Wochen dauern wird. Was jetzt dringend benötigt wird, ist Regen, aber der wurde ja vorhergesagt. Und wenn alles gut geht, dann wird der Acker bald nicht nur schön aussehen sondern vor allem Bienen und Insekten als Nahrung dienen.

Unfall, wie er überall passieren kann

Auf dem Rückweg wurde noch ein Picknick gemacht, die Kinder spielten dabei im Wald. Dabei kam es zu einem Unfall, wie er immer und überall passieren könne, wenn man sich draußen aufhalte, sagt Zilinski: „Es war ein blöder Zufall, dass das Kind genauso auf den bleistiftdicken Stock gefallen ist.“ Die ursprünglich verwendete Formulierung von einem fingerdicken Ast erschien ihr jedoch etwas hoch gegriffen. Laut Notärztin sei der Stock im Rücken des Jungen eher wie ein großer Splitter gewesen, sagte Wibke Honselmann von Pressestelle der Polizei im Märkischen Kreis auf Nachfrage. Der Stock oder Splitter habe demnach zwar nur die Haut durchstoßen, sollte aber nicht vor Ort, sondern besser im Krankenhaus entfernt werden. Der Junge wurde im Bericht als leicht verletzt geführt.

Trotz des letztlich glimpflichen Ausgangs sei der Unfall zunächst ein Schock für alle Beteiligten gewesen, berichtet Schulleiterin Zilinski. „Erst einmal haben alle super reagiert, alle Kolleginnen und Mitarbeiter, die mit dabei waren.“ Zwei bis drei hätten sich immer um das verunfallte Kind gekümmert, die anderen um die übrigen Kinder.

Großer Dank an Rettungskräfte

Der Unfallort habe allerdings nicht – wie berichtet – erst gesucht werden müssen, betont Schulleiterin Zilinski. Beim Notruf wurde der genaue Standort angegeben, der auch geortet werden konnte. Auch über welchen Waldweg die Stelle angefahren werden könnte, hätten die Kolleginnen durchgegeben. Doch der Waldweg erwies sich als zu steil für den Rettungswagen, weswegen dann das Kleineinsatzfahrzeug (KEF) der Feuerwehr noch zum Einsatz kam. „Die Sanitäter sind dann erst mal zu Fuß den Waldweg raufgesprintet“, sagt Zilinski, die Feuerwehr und Rettungsdienst an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausdrücken mächte. „Sie haben alles super geregelt und geschaut, wie man das Kind am schonendsten aus dem Wald herausholt“, lobt sie.

Der Rettungseinsatz und die vielen Fahrzeuge mit Blaulicht vor Ort machten aber auch Eindruck auf die anderen Kinder. Nachdem diese geordnet zur Schule zurückgekehrt waren, wurden von den Lehrern gleich die ersten Fragen der Kinder aufgefangen. So habe man den Kindern erklärt, dass die vielen Fahrzeuge – Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei – nicht bedeuteten, dass die Verletzung besonders schlimm sei, sondern dass dies ein normaler Vorgang bei einem solchen Rettungseinsatz sei. Auch die Eltern wurden von der Schule informiert, damit sie zuhause weitere aufkommende Fragen der Kinder beantworten konnten. Am Freitagmorgen haben man im Morgenkreis das Thema noch einmal gemeinsam mit den Kindern aufgegriffen. Für das Kind wurden Genesungswünsche geschrieben und etwas gebastelt, das von der Klassenlehrerin noch zuhause vorbeigebracht werden soll.

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