Kritik an aggressivem Verhalten der Autofahrer an der L561

Eine Herscheider Mutter hat Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg

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Geduld und Umsicht sind gefragt, wenn Jennifer-Nadine Paulick mit ihren Töchtern Marleen (links) und Ronja (rechts) die Landstraße überqueren will.

Herscheid – Das Ende der Sommerferien sorgt für unterschiedliche Gemütslagen im Hause Paulick. Während sich Tochter Marleen über das Wiedersehen mit ihren Klassenkameraden freut, graut es Mutter Jennifer-Nadine vor dem Schulweg. Denn auf diesem sorgt eine Verkehrsberuhigung für erhitzte Gemüter – und genau das beunruhigt die Herscheiderin.

Seit sechseinhalb Jahren wohnt die Familie in Friedrichsthal und fühlt sich dort eigentlich auch sehr wohl, ein wenig versteckt, umgeben von viel Grün. Wäre da nur nicht die Haus- und Hofstrecke, die Luftlinie nur wenige Meter vom Haus der Paulicks entfernt verläuft. Gemeint ist die Landstraße 561, die meistbefahrene Straße im Gemeindegebiet, die Herscheid mit den Nachbarstädten Plettenberg und Lüdenscheid verbindet.

Lichthupe und wilde Gesten der Drängler

Dass auf dieser Strecke oft zu schnell gefahren wird, ist nichts Neues. Verändert hat sich in den letzten Wochen die Intensität, berichtet Jennifer-Nadine Paulick. Auf dem Abschnitt zwischen Hüinghausen und Friedrichsthal, auf dem normalerweise 100 km / h erlaubt sind, gilt seit Anfang Juli Tempo 50 und ein Überholverbot.

An die Beschilderung halten sich jedoch längst nicht alle Verkehrsteilnehmer, bemängelt die Anwohnerin, die eine steigende Aggressivität bei den anderen Fahrern bemerkt: „Es ist wirklich erschreckend, wie man mit Lichthupe und wilden Gesten dazu aufgefordert wird, schneller zu fahren.“ Auf ihren täglichen Fahrten erlebe sie unverändert riskante Überholmanöver, nicht nur auf gerader Strecke, sondern auch an schwer einsehbaren Stellen.

Genau dieses Verhalten beängstigt die zweifache Mutter. Denn ab sofort muss sie mit ihren Töchtern Marleen (sieben Jahre) und Ronja (vier Jahre) täglich zweimal zu Fuß entlang der Landstraße zur Grundschule Hüinghausen gehen. „Und auch als Fußgänger sind wir bereits angehupt worden“, berichtet Paulick.

Seit Anfang Juli hängen – wie hier am Hüinghauser Ortsausgang – die Schilder Tempo 50 und Überholverbot an der Landstraße 561. Beachtet werden sie längst nicht von allen Straßenverkehrsteilnehmern.

Brenzlig sei für sie insbesondere der Bereich der Landstraße, in dem der Weg Richtung Langenbecke / Schlucht abzweigt. Genau dort muss die Mutter mit ihren Töchtern die Hauptstraße überqueren. „Mit ein wenig mehr gegenseitiger Rücksichtnahme hätten wir an dieser Stelle schon viel gewonnen“, meint die Herscheiderin und hofft auf das Verständnis der Verkehrsteilnehmer.

Generell begrüßt die Anwohnerin die Temporeduzierung. Ihre Hoffnung: Sobald die schadhafte Landstraße ausgebaut ist, sollte zwischen Hüinghausen und Friedrichsthal – wie im weiteren Verlauf der Landstraße auch – Tempo 70 gelten.

Diese Hoffnung muss Andreas Berg der Herscheiderin allerdings nehmen. Der Pressesprecher der Landesbetriebs Straßen.NRW begründet die vorübergehende Temporeduzierung auf dem Teilabschnitt unter anderem mit Schäden im Bereich der Mittelnaht. Die Fahrbahnsanierung befinde sich in einem fortgeschrittenen Planungsstadium; zurzeit werde die Ausschreibung vorbereitet.

Tempo 50 nicht dauerhaft vorgesehen

Die Realisierung der Maßnahme soll im nächsten Jahr erfolgen. Danach werden Tempo 50 und Überholverbot wieder aufgehoben; eine Veranlassung für eine Geschwindigkeitsreduzierung gebe es seitens des Landesbetriebs nicht, erzählt Andreas Berg.

Somit muss sich die Familie Paulick wohl damit abfinden, dass auf ihrer dann sanierten Heimatstrecke wieder 100 km / h gefahren werden kann. Doch so weit denkt die Mutter derzeit nicht: Ihr würde es für den Moment schon reichen, wenn die Fahrer die Temposchilder am Straßenrand registrieren und sich auch an diese halten.

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