Wiederholung der Wahlversammlung 

ÖDP muss nachsitzen: Warum der Weg zur ersten Kommunalwahl-Teilnahme holprig beginnt

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Alle Anforderungen erfüllt: Ratskandidatin Ann-Kathrin Appelbaum (links) und Spitzenkandidat Julien Eichhoff reichten die letzten noch ausstehenden Wahlunterlagen für die ÖDP Herscheid im Rathaus ein.

Herscheid – Nicht auf den allerletzten, aber doch auf den letzten Drücker reichten die Mitglieder der ÖDP Herscheid am Donnerstagnachmittag ihre Unterstützungsunterschriften im Rathaus ein. 

Damit haben sie die formellen Voraussetzungen dafür erfüllt, am 13. September erstmals bei einer Kommunalwahl in der Ebbegemeinde antreten zu können – auf dem Weg dorthin mussten einige Stolperfallen umkurvt werden. 

Die vermutlich größte Hürde: Die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) hatte bereits Anfang Mai eine Wahlversammlung durchgeführt. Corona erschwerte seinerzeit die Suche nach einem passenden Termin und insbesondere nach einer geeigneten Örtlichkeit. Bürgersaal, Gastwirtschaften, das Bistro des Seniorenzentrums – all diese Räume waren nicht nutzbar. 

Daher kombinierten die Herscheider ihre Versammlung mit der der ÖDP Lüdenscheid. In der Nachbarstadt, genauer gesagt im Gemeindesaal der Kirchengemeinde St. Maria Königin, wurden in aufeinanderfolgenden Sitzungen die Kandidaten für beide Kommunen gewählt. 

„Zum damaligen Zeitpunkt dachten wir noch, dass nichts gegen eine Versammlung außerhalb des Wohnorts sprechen würde“, erzählt Julien Eichhoff, Sprecher der Herscheider ÖDP. Doch diese Einschätzung wurde nach einem Gespräch vom Herscheider Wahlamt revidiert. Die Antwort: Laut gültigem Erlass des Landes NRW sollte eine solche Veranstaltung eben doch vor Ort stattfinden. 

„Das hat die Situation für uns verändert“, schildert Eichhoff. Als politischer Neuling wollten er und seine Mitstreiter keine Fehler begehen – daher blieb ihnen nichts anderes übrig, als zu einer zweiten Versammlung aufzurufen, die aus formalen Gründen einen 14-tägigen Vorlauf benötigte. 

Weil in der Großtagespflege Pusteblume, die der gelernte Erzieher Eichhoff mitgegründet hat, zu diesem Zeitpunkt kein Betretungsverbot mehr galt, wurde die Sitzung dort abgehalten. „Alle Kandidaten wurden abermals in ihrem Bezirk bestätigt. Da wir beim zweiten Termin bereits in Übung waren, ging dieser auch sehr routiniert und zügig vonstatten“, beschreibt Eichhoff. 

Das Team für die elf Wahlbezirke stand somit fest – doch weil die Partei bislang noch nie bei einer Kommunalwahl für den Herscheider Gemeinderat angetreten war, mussten die ÖDP-Kandidaten im Vorfeld sogenannte Unterstützungsunterschriften sammeln. Der Corona-Erlass aus Düsseldorf gab die Erleichterung vor, dass pro Kandidat drei (normalerweise fünf) Unterschriften sowie fünf weitere Unterschriften für die Reserveliste zusammengetragen werden mussten. 

Auch dabei lag die Tücke im Detail: So fand Eichhoff in einem Wahlbezirk in Hausnummer 10 Unterstützer, doch der besagte Bezirk begann erst ab der Hausnummer 11. Dieser Fehler wurde prompt bei der Vorlage der Unterlagen im Wahlamt des Rathauses entdeckt – und somit mussten erneut Unterschriften gesammelt werden. 

Das Zuordnen der Adressen, Einverständniserklärungen, Datenschutzbestimmungen – jeder Schritt war genau vorgegeben. Die anfallenden Formalitäten benötigten entsprechend viel Zeit; am Ende gelang Eichhoff und seinem Team eine Punktlandung. 

Denn am 27. Juli, um Punkt 18 Uhr, lief die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen ab. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber noch ihren Hut in den Ring werfen. Genau das gelang der ÖDP, die am Donnerstagnachmittag (23. Juli) die geforderten 38 Unterschriften bei strahlendem Sonnenschein im Rathaus einreichen konnte. 

Die letzte Hürde auf dem Weg zur ersten Wahlteilnahme vor Ort wartet noch auf die ÖDP: Nach erfolgter Prüfung der eingereichten Unterlagen durch die Verwaltung tagt am 3. August der Herscheider Wahlausschuss im Bürgersaal des Rathauses. Dieser entscheidet in einer öffentlichen Sitzung über die Zulassung der eingereichten Wahlvorschläge – und somit auch darüber, ob die Anstrengungen der ÖDP sich gelohnt haben und ihre Kandidaten am 13. September auf den Herscheider Stimmzetteln auftauchen werden.

Die Kandidaten: Nicole Ballsieper-Tillmanns (Wahlbezirk 1), Ann-Kathrin Appelbaum (WB2), Julien Eichhoff (WB3), Pia Jonca (WB4), Ute Eske (WB5), Sylvia Baumert (WB6), Gisela Eichhoff (WB7), Antje Rein (WB8), Alicia Halek (WB9), Rick Schrey (WB10) und Ina Heift (WB11).

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