Müllaufkommen auf Waldwegen hat zugenommen

„Deutlich verschärftes Müll-Problem“  in Herscheids Wäldern

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Am Fuße des Ebbegebirges in Reblin ist dieser eher ungewöhnliche Müllhaufen erkennbar.

Herscheid – Immer mehr Müllverschmutzungen im Wald – auf dieses Problem weisen aktuell einige Herscheider hin. Vor allem auf beliebten Wanderwegen und an Waldrändern ist in diesem Frühjahr auffällig viel Abfall zu entdecken.

Auch beim heimischen Regionalforstamt ist dieses Problem bekannt: „Ein deutlich verschärftes Müll-Problem gibt es auf jeden Fall. In der Corona-Zeit sind mehr Leute als sonst üblich im Wald unterwegs und die werfen auch mehr weg“, bestätigt Förster Markus Ingenohl diese Beobachtungen in seinem Revier Ebbetal. Besonders betroffen ist der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge, zu dem auch die Nordhelle zählt. Hier habe das Müllaufkommen stark zugenommen.

Kaffeebecher und Windeln

Davon kann man sich vor Ort überzeugen: Leere Getränkebehälter, alte Kaffee-to-go-Becher und ungebrauchte Windeln – meist handelt es sich um ganz einfachen Haushaltsmüll, der kreuz und quer am Wegesrand verteilt liegt. Am Einstieg in den Panoramaweg hat sich eine größere Menge von achtlos weggeworfenen Papiertaschentüchern angesammelt. Längst durchfeuchtet wirken diese auf dem Gras wie festgeklebt. Rund um die zentrale Wegekreuzung „Spinne“ überwiegen Essensreste, die von aufgerissenen Verpackungen umgeben sind.

Drei von diversen Papiertaschentüchern auf dem Panoramaweg.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch abseits der Nordhelle. Zum Beispiel auf dem Wanderparkplatz „Piener Kopf“, wo in unmittelbarer Nachbarschaft zu den abgestellten Autos reichlich geöffnete Dosen oder auch Zigarettenstummel entsorgt wurden – angesichts der Waldbrandgefahr ein höchst leichtsinniges Verhalten. Als Startpunkt für Spaziergänge erfreuen sich ebenso der Parkplatz „Linde“ auf dem Berghagener Kopf und der Wandertreffpunkt „Wellin“ großer Beliebtheit. Doch die vielen Erholungssuchenden der vergangenen Wochen haben scheinbar auch dort ihre Spuren hinterlassen: Schon auf dem Weg in den Wald hinein begegnen einem mehrere vermüllte Stellen. Nicht viel besser sieht es dann in den Forstgebieten selbst aus.

Plastik und Glas für Tiere gefährlich

„Es ist schon erstaunlich, wie viele Sachen mit in den Wald genommen werden und dann nicht mehr zurückkommen“, zeigt Ingenohl kein Verständnis für derartige Umweltsünden. Denn für die Natur kann dies eine Belastung durch Schadstoffe bedeuten. Hinzu kommt: „Plastikabfälle oder kaputte Glasflaschen sind natürlich eine Gefahr für Tiere. Da kann es zu Verletzungen kommen“, warnt Markus Ingenohl vor den Folgen der rücksichtslos entsorgten Abfälle. Auch für andere Freizeitaktivitäten sei dies ein Problem, meint der Revierförster und verweist auf Mountainbiker, die etwa von Glasscherben abrupt gestoppt werden könnten.

Auffällig viele herumliegende Dosen wie hier am Piener am Kopf sind auch Teil des Müll-Problems.

Wenn beim Wandern Abfall anfällt und kein Mülleimer in der Nähe ist, sollte daher alles unbedingt zurück in den Rucksack oder die Tasche befördert werden. Das könne ja eigentlich nicht so schwer sein, hofft der Forstexperte auf den gesunden Menschenverstand: „Wir können nur an die Vernunft der Menschen appellieren.“ Um so viel Müll wie möglich schnell aus dem Wald zu holen, halten die Mitarbeiter des Regionalforstamtes stets die Augen offen und kümmern sich um die richtige Entsorgung. Das Gleiche wünsche man sich auch von allen Waldbesuchern.

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