Videodreh am Rahlenberg für überarbeitete Version von "Auf deiner Wolke"

Marvin Schädle dreht Musikvideo zu seinem Debüt-Song

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Videodreh auf dem Rahlenberg: Kameramann Martin Michaelis (links) filmt Marvin Schädle beim Singen seines Hits. Auch Vater Michael Schädle (Mitte) packt mit an und dämpft die hellen Sonnenstrahlen ab.

Herscheid – „Cut, nochmal zurück bitte“, ruft der Mann mit dem Strohhut quer über die Wiese am Rahlenberg. Sofort verstummt die Musik, nur noch das Summen einer Drohne ist zu hören. Diese Flugkamera ist auf Marvin Schädle gerichtet, der den Blickkontakt mit dem Regisseur sucht. „Musik startet auf 22“, lautet dessen erneute Anweisung. Und kurz darauf setzt Marvin Schädle wieder mit dem Gesang ein.

Dem 20-Jährigen ist weniger die Anspannung als vielmehr die Freude anzumerken. Zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere wird ein Musikvideo gedreht, bei dem der Herscheider vor der Kamera steht und der Dreh- und Angelpunkt ist.

Der Song, den er dabei singt, ist nicht neu und klingt doch verändert. Kein Wunder: Denn das selbst geschriebene Stück „Auf deiner Wolke“ ist digital überarbeitet worden. Die raue Stimme Schädles und dessen Gitarrenklänge sind von einem befreundeten Produzenten durch Klavier, Streicher, Schlagzeug und Chorgesang ergänzt worden. Das Ergebnis macht den Sänger stolz: Der persönliche Song, mit dem er den Tod seiner Uroma verarbeitet hat, sei nun radiotauglich.

Ergänzend durfte natürlich ein Video nicht fehlen – und dieses trägt das Qualitätssiegel „made in Herscheid“. Denn der eingangs erwähnte Mann mit dem Strohhut ist niemand anderes als Filmemacher Martin Michaelis. Er lernte Sänger Marvin vor einigen Jahren bei einer Video-AG im Jugendzentrum kennen. Daher willigte Michaelis rasch ein, als ihn jetzt die Anfrage erreichte. Ein Musikvideo komplett selbst zu produzieren – vom Schreiben des Skripts, über den Dreh, die Auswahl der Szenen und das Zusammenschneiden – das ist auch für den erfahrenen Kameramann eine neue Herausforderung, der er sich gern stellt.

Für das drei Minuten und 48 Sekunden lange Video sind 35 Bildwechsel und vier Handlungsstränge geplant. „Ein roter Ballon wird als wiederkehrendes Motiv zu sehen sein. Und es wird Aussichten auf Herscheid geben“, verrät Michaelis, der als Drehorte unter anderem Besuche bei einem Steinmetz und bei einem Bestatter arrangiert hat. Um dem besungenen Platz auf der Wolke noch ein Stückchen näher zu sein, hat das Team für den Videodreh aber auch die exponierte Lage oberhalb des Rotmilanweges genutzt. Dort erhielten sie die Hilfe von Drohnenpilot Thomas Block; dank des Herscheiders enthält das Video auch Luftaufnahmen.

Auch diese luftigen Sequenzen werden in Einklang gebracht mit dem Lied. Da die Akkus der Drohne nahezu leer sind, fordert Martin Michaelis volle Konzentration: „Das muss jetzt sitzen.“ Und die Akteure ziehen mit: Während Marvin die Zeilen „Einen Gruß von hier unten schicke ich hinauf auf deinen Platz, auf deiner Wolke“ singt, saust die Drohne über ihn hinweg und düst steil nach oben.

Auf einem Laptop wirft Martin Michaelis einen ersten Blick auf die bewegten Bilder und hebt erleichtert den Daumen. „Das passt, nächste Einstellung bitte“, ruft er.

Veröffentlichung 

Die überarbeitete Version von „Auf deiner Wolke“ soll ab dem 19. Juni auf bekannten Musikplattformen wie iTunes und Amazon erhältlich sein. Am selben Tag erscheint in den sozialen Medien auch das dazugehörige Musikvideo.

Kaum ist der Bekanntheitsgrad gestiegen, folgen dubiose Angebote

Sein ambitioniertes Ziel ist es, irgendwann einen Vertrag bei einer Plattenfirma zu unterschreiben. Ganz so weit ist Marvin Schädle zwar noch nicht, aber der junge Herscheider hat in der heimischen Region bereits auf sich aufmerksam gemacht. Bei Privatfeten und Familienfeiern griff er bereits zu seiner Gitarre. Überwiegend zählen Coversongs zu seinem Repertoire. Im letzten Jahr schrieb er seinen ersten eigenen Song „Auf deiner Wolke“.

Dieser wurde nicht nur im Internet häufig geklickt, sondern berührte auch die Zuhörer bei der Premiere des Herscheider Adventsgestöber auf dem Alten Schulplatz. Seither ist sein Bekanntheitsgrad gestiegen: „Ich wurde bereits beim Einkaufen oder in der Apotheke als der Sänger aus Herscheid erkannt“, erzählt Schädle. Kehrseite der Medaille: Die ersten dubiosen Angebote von suspekten Musiklabels musste er bereits abwehren.

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