Feuerwehr rüstet wendiges Fahrzeug in Eigenregie um

450 Liter Löschwasser für den Erstangriff: Waldbrandbekämpfer Marke Eigenbau

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Eine solche Sonderanfertigung hat keine andere Feuerwehr: Holger Fuchs und Andre Zimmermann zeigen das modifizierte Kleineinsatzfahrzeug, das speziell auf die Herscheider Bedürfnisse angepasst worden ist.

Herscheid – Die andauernde Hitze verschärft die Waldbrandgefahr: Im Ernstfall kommt es auf jede Minute an, muss das Feuer an einer Ausbreitung gehindert werden. Mit ihrem umgerüsteten Kleineinsatzfahrzeug (KEF) hat die Herscheider Feuerwehr ein neues Ass im Ärmel.

Das Bemerkenswerte daran: Diese Optimierung des Brandschutzes verursacht keine immensen Kosten. Die Feuerwehrleute haben selbst Hand angelegt, unzählige Arbeitsstunden investiert und mit handwerklichem Geschick eine Lösung erstellt, die genau an die Bedürfnisse der Wehr angepasst ist. 

Unter der Federführung des Herscheider Feuerwehrmanns Holger Fuchs ist ein ohnehin vorhandenes Fahrzeug so ausgestattet worden, dass ein Erstangriff auch in unwegsamem Gelände erfolgen kann. Genau das war bislang problematisch: Mit ihren Tanklöschfahrzeugen können die Einsatzkräfte zwar große Mengen an Löschwasser transportieren, aber mit diesen vergleichsweise bulligen Fahrzeugen sind abgelegene Stellen im Wald schwer erreichbar. 

Genau das kann der Ford Ranger, der seit 2009 als Universalfahrzeug von der Feuerwehr Herscheid genutzt wird, wesentlich besser. Auf der Lagefläche dieses Pick-Ups hat Holger Fuchs nicht nur einen 450 Liter fassenden Wassertank montiert. Pumpe, Schläuche, Strahlrohr, Verteiler – an Bord befindet sich die passende Ausrüstung, um Flammen bis zu einer Höhe von 2,50 Metern zu bekämpfen. Aus einem kleineren Kanister kann dem Löschwasser Netzmittel beigemischt werden. „Das nimmt die Oberflächenspannung aus dem Wasser“, erklärt Holger Fuchs. 

Schläuche, Verteiler, Netzmittel, Pumpe und weiteres Equipment befinden sich als kompakte Einheit auf einem Auszugsschlitten auf der Ladefläche.

Der Clou dieser Zusatzausstattung: Die gesamte Einheit ist auf einem Auszugzugsschlitten installiert und kann – bei geleertem Tank – mit wenigen Handgriffen von der Ladefläche genommen werden. Das Fahrzeug behält also seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. 

Holger Fuchs, der seit 30 Jahren als CNC-Fräser arbeitet, dankt nicht nur seinen Feuerwehrkollegen, die ihm bei dem Zusammenbau geholfen haben, sondern auch seinem Arbeitgeber, der Hüinghauser Firma Birkelbach Zerspanungstechnik (ehemals Werkzeugbau Otto Huss), die die Spezialanfertigung durch die Bereitstellung von Material und Arbeitsgeräten unterstützt hat. 

Sichtlich stolz ist Wehrleiter Andre Zimmermann: „Dass dieser Wunsch der Wehrleitung aus den eigenen Reihen heraus erfüllt werden konnte, macht das Fahrzeug für uns umso wertvoller.“ Dennoch hofft er natürlich, dass der neue Herscheider Waldbrandbekämpfer möglichst selten benötigt wird.

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