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Liebe zur Musik überwindet die Pandemie: Erster Auftritt der Feuerwehr-Kapelle

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Von: Simone Rein

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Beim Schützenpicknick hatte die Feuerwehr-Kapelle nach langer Coronapause ihren ersten öffentlichen Auftritt.
Beim Schützenpicknick hatte die Feuerwehr-Kapelle nach langer Coronapause ihren ersten öffentlichen Auftritt. © Simone Rein

Kaum hat das Herscheider Schützenpicknick begonnen, da ist es schon wieder vorbei: Am dritten Tag sorgte der Musikzug der Feuerwehr Herscheid für einen musikalischen Ausklang.

Herscheid – Am vergangenen Sonntagmittag (10. Juli) strömten viele Besucher zum Schützenplatz. Das kleinere Schützenfest mit Kirmesbetrieb sorgte bei Groß und Klein für jede Menge Spaß. Wichtiges Utensil war an diesem Tag der Regenschirm, da das Wetter am letzten Tag nicht so recht mitspielen wollte. Von einzelnen leichten Regenschauern ließ sich aber niemand die Laune verderben.

Vom Pavillon geschützt spielte der Musikzug der Herscheider Feuerwehr auf. Während der Corona-Pandemie waren Auftritte dieser Art undenkbar. Wie hat der Musikzug diese Zeit erlebt?

Dirigent Benedikt Werzner weiß darüber zu berichten: „Jeder Verein hat tendenziell im Moment Nachwuchssorgen. Die Leute haben sich in der Coronazeit umorientiert.“ Die Musiker seien älter geworden und scheuten sich krankheitsbedingt auf große Veranstaltungen zu gehen.

Das Vereinsleben sei anders geworden, aber es normalisiere sich allmählich wieder, meint Werzner: „Wir hatten jetzt auch coronabedingt nur ein bis zwei Ausfälle, aber das haben wir mit Bekannten kompensiert, die aushelfen. In Summe ist die Truppe immer noch schlagfertig.“

Im Vergleich zu anderen Vereinen konnte der Herscheider Musikzug lange Zeit keine Proben durchführen, da die Vorgaben nicht zu lösen waren. „Wir haben einen relativ hohen Altersdurchschnitt. Um die Leute zu schützen, mussten wir es lange sein lassen“, freute sich Benedikt Werzner trotzdem über die fast 20 Personen, die beim Frühschoppen aufspielen konnten.

Einige Termine in nächster Zeit stehen auf dem Plan und Anfragen kommen teilweise auch kurzfristig rein. „Dadurch, dass viele Kapellen kurzfristig absagen, ist das im Moment ein relativ schnelllebiges Geschäft geworden“, hat Werzner trotzdem alles im Griff, wenn es darum geht, ausgefallene Musiker aufgrund eines positiven Coronatests umgehend zu ersetzen, die die Fähigkeit haben vom „Blatt blasen“ zu können. „Da ich selber in anderen Vereinen viel Aushilfe mache, habe ich einen Bekanntenkreis, der flexibel ist und wir helfen uns immer gut und gerne aus“, so Werzner, der mittlerweile zehn Jahre bei der Truppe ist und mit Peter Zeisberg auch Jugendarbeit im Verein leistet und Schüler unterrichtet.

Zur Person: Benedikt Werzner

Im Alter von sechs Jahren lernte Benedikt Werzner unter fachkundiger Anleitung in Werdohl Trompete spielen und mit etwa 15 Jahren zog es ihn zum Herscheider Feuerwehr-Musikzug. In seiner Jugend bestand zwischenzeitlich das Interesse am Schlagzeug, doch aus zeitlichen Gründen musste er dieses Instrument aufgegeben. Der Musikprofi spielt neben dem Musikzug auch im „Blechgerümpel“. Dabei handelt es sich um eine Siebener-Besetzung, die überwiegend Egerländer und Böhmische Blasmusik spielt. Mit der kleinen Truppe ging es zuletzt am Samstag zum Senne-Brass-Festival in Schloss Holte Stukenbrock.

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