Gipfeltreffen auf der Nordhelle

Ein Leuchtturm auf dem höchsten Berg des Märkischen Kreises

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Zu einem Gipfeltreffen auf der Nordhelle kam Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach (links) unter anderem mit seinem Meinerzhagener Amtskollegen Jan Nesselrath und Politikern der CDU zusammen. Im Anschluss stand er uns für ein Interview im Schatten des Robert-Kolb-Turms bereit – dort soll ein Wander- und Naturerlebniszentrum entstehen.

Herscheid – „5G*meinden bauen ihr Netz der Zukunft“ – unter diesem Motto steht das Konzept zum Strukturförderprogramm Regionale 2025, an dem die Gemeinde Herscheid zusammen mit den Volme-Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle teilnimmt.

Zu diesem Konzept gehört ein Wander- und Naturerlebniszentrum auf der Nordhelle für Umweltbildung und nachhaltigen Tourismus. Für Herscheid und Meinerzhagen gilt es als „Leuchtturmprojekt Nummer 1“. Ideen sind da, Förderung fehlt (noch). Über dieses Thema sprachen wir mit Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der bei der anstehenden Kommunalwahl seine dritte Amtszeit anstrebt. Er tauschte sich vor vor Ort auf der Nordhelle mit seinem Meinerzhagener Kollegen Jan Nesselrath sowie Kommunal- und Landespolitikern der CDU aus. 

Herr Schmalenbach, im Mai 2019 fand im Rah- men der Regionale 2025 eine Phase der Bürgerbeteiligung und anschließend die Abschlussveranstaltung hier am Robert-Kolb-Turm statt. Was ist seitdem hinter den Kulissen abgelaufen und wie weit ist das Leuchtturmprojekt Wander- und Naturerlebniszentrum Nordhelle? 

Schmalenbach: Bei dem Treffen hier oben haben wir ja die Maßnahmen vorgestellt. Daraus ist das Konzept geschrieben und im letzten Jahr auch fertiggestellt worden. Das hat alles in unseren Zeitplan gepasst. Dann hat die Corona-Situation natürlich weitere Termine etwas schwieriger gemacht. Meinerzhagen und Herscheid hatten sich darauf verständigt, das Projekt auf der Nordhelle als erstes anzugehen. Wir hatten für den 1. April alle eingeladen, die irgendwie daran beteiligt sind. Das musste wegen Corona abgesagt werden und soll im August nachgeholt werden. Dann gehen wir in die Phase der Machbarkeitsstudie. Der Robert-Kolb-Turm muss eingebettet sein. Wir stellen uns vor, das Thema Holz in den Fokus zu nehmen. Es muss natürlich weiterhin ein gastronomisches Angebot geben und darüber hinaus ein Museum, was aus meiner Sicht digitale Elemente haben sollte. Wir haben das Thema Geologie in den letzten Wochen und Monaten ein bisschen in den Fokus genommen.

Das Thema Geologie würde dann auf der Nordhelle näher beleuchtet werden? 

Schmalenbach: Wir würden hier das ganze Thema der erdgeschichtlichen Situation in den Fokus nehmen. Ich finde, das kann man digital gut darstellen. Also wie haben sich die Kontinente aufeinander zu- und voneinander wegbewegt? Dann könnte ich mir eine Modellierung des Ebbegebirges vorstellen, wo man in die verschiedenen Erdschichten einsteigt. Das Thema Vulkan gibt es in Meinerzhagen. Die weltweit ältesten Pflanzenfunde einer bestimmten Art gibt es in Herscheid. Da könnte ich mir viel vorstellen, aber auch zum Thema Natur. Welche Tiere kommen hier vor? Man könnte Tiere in lebensgroßer Form im Museum ausstellen, aber auch das Thema Wasser nutzen. Das Ebbegebirge ist eine Wasserscheide. Da kann man vielleicht virtuell in einen Fluss eintauchen. Dazu wollen wir jetzt ein Gespräch mit allen Beteiligten führen. Grundstückseigentümer wie der SGV und der Landesbetrieb Wald und Holz sind mit im Boot. 

Es wurden ja auch viele Ideen der Bürger gesammelt. Inwieweit werden sie dann noch dazu geholt? 

Schmalenbach: Der nächste wichtige Schritt wäre, mit den Betroffenen und Beteiligten an einen Tisch zu kommen. Dann muss man überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen könnten. Wir müssen uns unbedingt um das Thema Förderzugänge kümmern. Hier geht es ja auch um eine Baumaßnahme. Das ist typischerweise etwas für die Städtebauförderung, die jedoch immer auf Städtebaufördergebiete begrenzt ist. Die liegen in den Ortszentren. Aber das Museum muss auf der Nordhelle entstehen. Der größte Topf für Fördergelder ist die Städtebauförderung, gerade wenn es um Baumaßnahmen geht. Aber wir brauchen hier einen anderen Zugang. Vielleicht ist die Heimatförderung ein Zugang. 

Kann man denn sagen, dass das ganze Leuchtturmprojekt auf der Nordhelle jetzt wirklich realistisch umsetzbar ist? 

Schmalenbach: Ich würde erstmal davon ausgehen, dass insgesamt für die Regionale die finanziellen Mittel auch in der nächsten Zeit zur Verfügung gestellt werden. Die konkrete Realisierung hängt natürlich davon ab, ob wir speziell für unser Projekt auf der Nordhelle etwas bekommen. Da sollte Förderung aus den verschiedensten Bereichen kommen, etwa aus dem Digitalministerium und Heimatministerium. 

Das heißt, ein Zeitplan kann auch noch nicht genannt werden? 

Schmalenbach: Nein. Die Regionale ist ja 2025. Bis dahin sollen die Projekte umgesetzt sein und natürlich streben wir das auch so an, aber wir haben schon mindestens ein halbes Jahr durch Corona verloren. Wenn wir jetzt in eine Ausarbeitung des Projektes kommen, können wir damit auch an die Ministerien herantreten.

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