SGV Herscheid ist auf Unterstützung aus der Nachbarstadt angewiesen

Wanderkarte: Langes Warten auf den Lückenschluss

+
Über 150 Arbeitsstunden haben Hartmut Michel (links) und Erwin Schöttler (rechts) gemeinsam mit Winfried Junker (nicht auf dem Bild) in die Erarbeitung einer neuen Wanderkarte investiert. Den entscheidenden Schritt weiter kommen sie allerdings nicht – weil ihnen wichtige Informationen aus der Nachbarstadt Plettenberg fehlen.

Herscheid – Rechtzeitig zum Frühjahr sollte sie erscheinen, um Anwohner sowie Touristen in die Herscheider Natur zu locken. Doch die neue Wanderkarte lässt weiter auf sich warten. 

Die Projektplaner des SGV Herscheid bitten weiter um Geduld, betonen jedoch zugleich, dass sie das Heft des Handelns nur bedingt in der Hand halten. 

Mehr als 150 Arbeitsstunden haben Geschäftsführer Hartmut Michel, Wegewart Erwin Schöttler und Schatzmeister Winfried Junker bereits aufgebracht. Im September 2018 haben sie damit begonnen, die inzwischen überholte Wanderkarte zu überarbeiten und zu aktualisieren. Für das 144 Kilometer umfassende Herscheider Wegenetz ist dies längst gelungen. 

Doch die Karte beinhaltet auch die Nachbarkommunen Valbert, Werdohl und Plettenberg – und genau das erschwert das Vorhaben. Denn zur Vervollständigung des Konzepts fehlt seit Monaten der Lückenschluss in Plettenberg. Dort hat die Stadtverwaltung ein Büro damit beauftragt, das Wegenetz zu überarbeiten. 

Dieses hat sich durch die Zusammenlegung zum Naturpark Sauerland Rothaargebirge, die im Jahr 2015 erfolgte, gravierend geändert: Zahlreiche Wanderparkplätze und somit auch Wanderwege wurden auch in Plettenberg aufgegeben. Auf die dortigen drei SGV-Abteilungen (Elsetal, Eiringhausen und Ohle) käme mit dem neuen Wegenetz ein großer Aufwand zu. Sie müssten ihre Wege neu bezeichnen und zum Teil umlegen. 

Wann die Gespräche in der Nachbarstadt abgeschlossen werden, das können die Herscheider nicht abschätzen. Daher bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf eine rasche Einigung zu hoffen. „Wir können auf Plettenberg nicht verzichten, denn das Stadtgebiet liegt direkt in der Mitte unserer Karte“, erklärt Hartmut Michel, warum die Veröffentlichung zum wiederholten Mal verschoben werden muss. 

Wie wichtig eine solche Karte für die heimische Region ist, lässt sich anhand von Zahlen erahnen. Im Laufe der letzten 40 Jahre hat die SGV-Abteilung mehrere Auflagen veröffentlicht, rund 29 000 Exemplare wurden verkauft. Zuletzt war im Jahr 2013 eine neue Auflage erschienen, die damals 2 000 gedruckten Karten waren rasch vergriffen. Zwei Jahre später wurden daher erneut 1 000 Exemplare in Auftrag gegeben, auch von diesen sind inzwischen keine mehr erhältlich. 

Neubürgern und Gästen, die die Region in und um Herscheid erwandern möchten, können somit aktuell nicht auf Kartenmaterial des SGV zurückgreifen. „Die starke Nachfrage von Wanderern und Buchhandlungen zeigt das große Interesse an einer neu gestalteten Wanderkarte“, sind sich die Projektplaner des SGV einig.

Bei der Jahreshauptversammlung des SGV Herscheid kandidieren Hartmut Michel, Erwin Schöttler und Winfried Junker zwar nicht mehr für ihre Ämter. Um die Fertigstellung der von ihnen vorbereiteten Wanderkarte wollen sie sich aber dennoch kümmern – wann immer ihnen dies auch gelingen mag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare