Kurz vor dem Schulstart: Diese Gedanken begleiten Schüler und Eltern

„Lehrer erklären irgendwie anders“ 

Die schulische Betreuung ihres Sohnes Felix (erste Klasse) bedeutet für Mutter Petra Muth einen großen zeitlichen Aufwand.
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Die schulische Betreuung ihres Sohnes Felix (erste Klasse) bedeutet für Mutter Petra Muth einen großen zeitlichen Aufwand.

Felix genießt die letzten Tage des etwas längeren Ausschlafens. Ab dem 22. Februar klingelt der Wecker des Erstklässlers wieder früh am Morgen, denn dann startet an der Grundschule Herscheid der Präsenzunterricht im Wechselmodell. Nach zwei Monaten des Daheimlernens blickt die Herscheider Familie Muth dieser Umstellung aus unterschiedlichen Gründen mit gemischten Gefühlen entgegen.

Herscheid - „Generell läuft das Homeschooling bei uns ganz gut“, fasst Mutter Petra Muth zusammen. Während ihr Mann im Homeoffice arbeitet, übernimmt sie daheim die Rolle der Eltern-Lehrerin. Eine Aufgabe, die je nach Tagesform ihrer Kinder mal mehr, mal weniger fordernd sei.

Und wie fällt die Bewertung der Schüler aus? „Mama ist eine gute Lehrerin, aber manchmal auch ein bisschen streng“, grinst Lea, während sie Bilder auf einen Zeitstrahl klebt. Die Viertklässlerin gesteht, dass ihr das Lernen in der Schule leichter falle als daheim. „Die Lehrer erklären irgendwie anders“, findet die Zehnjährige, die sich auch auf das Wiedersehen mit ihren Freunden freut.

Bei ihrem Bruder Felix will sich dieses Gefühl der Vorfreude indes noch nicht so recht einstellen. Zuhause sei es auch sehr schön, meint er, während er Rechengeschichten in einem Arbeitsbuch löst. An seiner Seite sitzt dabei Mutter Petra, die in den letzten Wochen gelernt hat, dass ihr Sohn häufiger mal einen Anschub und – im Vergleich zu seiner großen Schwester, die die Aufgaben nahezu eigenständig löst – mehr Zuwendung beim Lernen benötigt.

Viertklässlerin Lea fällt das Lernen in der Schule leichter: „Die Lehrer erklären irgendwie anders.“

Dass die Motivation bei Erstklässlern schwanke, das habe sie auch in Gesprächen mit befreundeten Familien mehrfach gehört. Und auch das: Aus dieser Intensiv-Betreuung ergeben sich für die Eltern-Lehrer organisatorische Herausforderungen. Arbeiten im Haushalt oder Einkaufsgänge müssen aufgeschoben oder zwischendurch erledigt werden. „Unser Tagesablauf ist durcheinandergerüttelt“, sagt Petra Muth. Mit dem Schulstart verbindet sie daher die Hoffnung, wieder besser planen und ein wenig durchatmen zu können.

Ängste oder Sorgen, dass ihre Kinder einer größeren Infektionsgefahr im Schulbetrieb ausgesetzt sein könnten, habe sie nicht. Das von der Schule ausgearbeitete Schutzkonzept funktioniere sehr gut. Und an das Tragen von Alltagsmasken auf dem Schulgelände und in den Klassen werden sich die Kinder wieder gewöhnen müssen – ein Mundschutz im Homeschooling war schließlich nicht notwendig.

Dennoch: Die meisten Mitglieder der Familie Muth freuen sich auf den bevorstehenden Schulstart. Und auch für Langschläfer Felix bleiben ja noch ein paar Tage, um sich auf das frühere Aufstehen vorzubereiten.

So plant die Schule die Wiederaufnahme des Schulunterrichts

Konferenzen, Absprache mit den Kollegen, Mitteilungen an die Eltern – Heike Zilinski steckt mitten in der Vorbereitung für den Schulstart am 22. Februar. Wie die Leiterin der Grundschulen Herscheid und Hüinghausen erklärt, habe man sich im Sinne der Kinder für ein Tages-Modell entschieden. Dabei wird jede Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt, für die sich tageweise Präsenz- und Distanzunterricht abwechseln. Das biete den Schülern die Möglichkeit, das in der Schule Erlernte tags darauf daheim zu verinnerlichen. Zudem seien die Kinder regelmäßiger in der Schule, als etwa bei einem wöchentlichen Wechsel, erklärt Heike Zilinski. Bei der Einrichtung der Notbetreuung „müssen wir personell und räumlich jonglieren“, sagt die Schulleiterin. Die Detailplanung erfolge nach der Rückmeldung der Eltern, wenn der tatsächliche Bedarf feststeht. Ziel sei es, in der Notbetreuung feste, jahrgangsbezogene Gruppen zu bilden. Am Hygienekonzept wird es keine Veränderungen geben; dieses habe sich im letzten Jahr bewährt, sagt Heike Zilinski.

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